Streit mit Kyrgios und Tomic Rafter tritt als Tennis-Sportdirektor zurück

Australiens Davis-Cup-Team hat eigentlich beste Voraussetzungen für erfolgreiche Jahre. Doch die beiden Top-Spieler Nick Kyrgios und Bernard Tomic liegen mit Sportdirektor Patrick Rafter im Streit. Der ist nun zurückgetreten.

Bernard Tomic (l.), Patrick Rafter (Archiv)
AFP

Bernard Tomic (l.), Patrick Rafter (Archiv)


Bernard Tomic und Nick Kyrgios sind zwei äußerst talentierte Tennisspieler, beide gelten allerdings auch als schwierige Typen. Patrick Rafter weiß das nur zu gut, der ehemalige Top-Spieler und zweimalige Gewinner der US Open (1997 und 1998) betreute Tomic und Kyrgios im australischen Davis-Cup-Team. Von 2010 bis 2015 war er Kapitän der Mannschaft, danach machte der 44-Jährige als Sportdirektor des australischen Tennisverbands weiter.

Doch nun hat Rafter auch diesen Job aufgegeben - wegen seines zerrütteten Verhältnisses zu Kyrgios, Tomic und dessen einflussreichen Vater John. "Jetzt ist für mich die richtige Zeit zu gehen. Ich wollte das Davis-Cup-Team und dann den Verband voranbringen. Und ich glaube, wir haben Fortschritte gemacht", sagte Rafter in einem Statement.

Rafter hatte Tomic 2012 wegen schlechten Verhaltens vom Davis Cup suspendiert, 2015 hatte sich der derzeit an Nummer 32 in Weltrangliste geführte 24-Jährige erneut einen Ausrutscher geleistet. Nach seinem Drittrunden-Aus in Wimbledon gegen Novak Djokovic hatte Tomic auf der Pressekonferenz die Leitung des australischen Tennis scharf angegriffen, unter anderem Rafter. Er beklagte mangelnde Unterstützung für sich und seine fünf Jahre jüngere Schwester Sara, die ebenfalls Tennisprofi ist.

Rafter suspendierte Tomic daraufhin zum zweiten Mal und kritisierte dessen Verhalten. Kyrgios schlug sich auf die Seite seines Kumpels Tomic und twitterte: "Another negative comment out of Rafters mouth. Does this guy ever stop? #everyoneisaworkinprogress."

Rafter hatte das Amt des Davis-Cup-Kapitäns kurz danach an Lleyton Hewitt abgegeben war seitdem Sportdirektor beim australischen Verband. Doch sein schlechtes Verhältnis zu den beiden besten Spielern des Landes war weiter ein Problem und führte nun zu Rafters Abgang. "Es ist besser für mich, vorerst nicht mehr mit Tomic und Kyrgios zu reden. Zur Zeit weiß ich nicht einmal, wo sie sind", sagte Rafter.

Zumindest übergangsweise soll ihn Rafters Landsmann Wally Masur ersetzen. Der 53-Jährige hatte es zu seiner aktiven Zeit bis ins Halbfinale bei den Australian Open und den US Open geschafft. Nun besteht seine Hauptaufgabe darin, die beiden Top-Spieler wieder für den Davis Cup zu begeistern.

Beim erfolgreichen Duell mit Tschechien Anfang Februar hatte Tomic ausgesetzt. "Ich werde auf jeden Fall mit Bernie reden", kündigte Masur an, mit Tomics Vater habe er bereits Gespräche geführt.

luk/sid



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