Peking 2008: Silbermedaille für deutsches Tischtennis-Team
Sensation verpasst, Silber gewonnen: Die deutschen Tischtennis-Männer haben bei den Olympischen Spielen das Endspiel gegen Top-Favorit China klar verloren. Das Team war chancenlos und konnte gerade mal zwei Gewinnsätze für sich entscheiden.
Peking - Timo Boll, Dmitrij Owtcharow und Christian Süß verloren das Finale gegen die Gastgeber mit 0:3. Dennoch ist diese Silbermedaille der größte Erfolg für das deutsche Tischtennis seit 1992, als Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner in Barcelona im Doppel Zweite wurden. Roßkopf holte noch in Atlanta 1996 Bronze im Einzel, seitdem hatte es keine olympischen Tischtennis-Medaillen mehr für Deutschland gegeben.
Tischtennis-Spieler Boll: Keine Chance gegen China
Nach der Auftakt-Niederlage von Dmitrij Owtcharow gegen Wang Hao 0:3 (4:11, 8:11, 7:11) verlor Timo Boll 1:3 (7:11, 11:8, 4:11, 7:11) gegen Ma Lin. Im Doppel setzte sich das chinesische Duo Wang Liqin/Wang Hao 3:1 (11:13, 11:5, 11:8, 11:7) gegen die deutsche Kombination Boll/Christian Süß durch. Bronze sicherte sich im Spiel um Platz drei Südkorea mit einem 3:1-Sieg gegen Österreich.
Das Düsseldorfer Trio Boll, Owtcharow und Süß probierte die komplette Schlagarten-Palette aus: Raffinierte Aufschläge, rasante Topspins und knallharte Schmetterbälle. Doch entweder prallten die Bälle wie von einer Mauer zurück - oder den Chinesen gelangen schlicht noch bessere Schläge.
Gegen die schnelle Rückhand des Weltranglisten-Ersten Wang Hao fand der 19-Jährige Owtcharow im Auftakteinzel kein Gegenmittel. Die klare Drei-Satz- Niederlage durchkreuzte den Plan von Bundestrainer Richard Prause, die Chinesen von Beginn an unter Druck zu setzen.
Im Spitzeneinzel erlitt Europameister Boll mit 1:3 gegen den Weltranglisten-Zweiten Ma Lin die erste Turnierniederlage. Trotz einiger spektakulärer Punkte hatte der 27-jährige Linkshänder am Ende das Nachsehen. Im Einzelturnier könnten beide Profis im Viertelfinale erneut aufeinandertreffen. Die Entscheidung beim Teamwettbewerb fiel im Doppel. Das Europameister-Duo Boll/Süß war beim 1:3 gegen Wang Liqin/Wang Hao trotz gewonnenen ersten Satzes letztlich chancenlos
8000 Fans in der Halle, die noch im Halbfinale gegen Japan mehrheitlich das deutsche Team angefeuert hatten, bildeten zudem eine Art akustische Wand. Ohrenbetäubender Lärm, rhythmisches Klatschen und der unermüdliche Ruf "jia you" (Gib Gas) peitschten die Spieler aus China immer wieder nach vorn.
all/sid/dpa
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