Philip Köster Deutsches Ausnahmetalent wird Windsurf-Weltmeister

Windsurfen ist sein Leben, nun ist der Deutsche Philip Köster Weltmeister auf dem Brett geworden - im Alter von 17 Jahren. Der Jungprofi lebt und trainiert auf Gran Canaria und eifert seinem großen Vorbild Robby Naish nach.

Surf-Profi Köster (Archivfoto): "Ich kann es noch gar nicht fassen"
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Surf-Profi Köster (Archivfoto): "Ich kann es noch gar nicht fassen"


Hamburg - Philip Köster ist als erster Deutscher seit 1976 Weltmeister im Windsurfen geworden - und das mit 17 Jahren. Nach seinem Weltcupsieg im dänischen Klitmöller ist ihm der Erfolg in der Disziplin Wellenreiten bereits vor dem Finale in Sylt (23. September bis 2. Oktober) nicht mehr zu nehmen. Für Köster war es bereits der dritte Sieg im dritten Rennen. Zuletzt hatte Karl-Heinz Stickl vor 35 Jahren auf den Bahamas einen WM-Titel im Windsurfen für Deutschland geholt.

Schon durch seinen Erfolg im Halbfinale gegen den Spanier Victor Fernández Lopez hatte sich der Deutsche uneinholbar an die Spitze der Weltrangliste des Windsurf-Weltverbands PWA festgesetzt. "Ich kann es noch gar nicht fassen, dass mein großer Traum jetzt schon in Erfüllung gegangen ist, ich finde dafür keine Worte", sagte Köster.

Im Finale von Klitmöller, in der Szene als "Cold Hawaii" bekannt, stellte der frischgebackene Champion dann nochmals seine Klasse unter Beweis und besiegte den Ranglisten-Dritten Ricardo Campello aus Brasilien.

"Surfen ist mein Leben"

Köster hatte sich durch seine Siege bei den vorherigen Wettbewerben auf Gran Canaria und Teneriffa in der WM-Wertung einen komfortablen Vorsprung auf seine brasilianischen Verfolger Kauli Seadi und Campello erarbeitet. Selbst bei einem Sieg seiner schärfsten Rivalen hätte Köster in Dänemark ein dritter Platz zum vorzeitigen Titelgewinn gereicht.

Doch wer ist dieser Köster? Der gebürtige Hamburger lebt und trainiert in Vargas auf Gran Canaria. Unterstützt wird er dabei von seiner Familie, die bereits 1980 auf die spanische Insel auswanderte. "Surfen ist mein Leben. Seit meinem achten Lebensjahr mache ich jeden Tag nichts anderes", sagt er. Nun wurde seine jahrelange Arbeit belohnt.

Köster wusste um seine Chance in Dänemark - und bereitete sich entsprechend vor. Um seiner Favoritenrolle gerecht zu werden, reiste der Shootingstar bereits eine Woche vor Veranstaltungsbeginn an den Ort seines Triumphes, um sich an die Verhältnisse anzupassen - mit Erfolg. "Die Wellen sind klasse, und ich fühle mich sehr wohl. Ich genieße das Surfen hier sehr. Die Trainingsbedingungen sind optimal, ich habe mich sogar an die Kälte der Nordsee gewöhnt", sagte er.

Das Ausnahmetalent ist nach Surf-Legende Robby Naish der zweitjüngste Weltmeister. Der gebürtige Kalifornier hatte im Alter von 13 Jahren den ersten seiner insgesamt 24 WM-Titel gewonnen. "Naish ist mein großes Vorbild", sagte Köster: "Ich setze mich immer noch an den Strand und gucke ihm beim Surfen zu."

Den Lohn für den Aufwand fuhr er am Mittwoch ein. In Sylt folgt dann der nächste Höhepunkt seiner noch jungen Karriere: Auf der Nordseeinsel bekommt Köster den Weltmeisterpokal überreicht - vor wahrscheinlich rund 200.000 Zuschauern.

leh/sid



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