Pressestimmen zur Dopingbeichte: "Geständnis als Quotenhit"

Die internationale Presse geht mit Lance Armstrong hart ins Gericht. Sein TV-Geständnis bei Oprah Winfrey sehen die meisten Medien als taktisch bedingt an. Aber auch die Radsportfunktionäre stehen massiv in der öffentlichen Kritik.

Ex-Radstar Armstrong, Talkshow-Königin Winfrey: "Gemütliche Beichte"Zur Großansicht
REUTERS

Ex-Radstar Armstrong, Talkshow-Königin Winfrey: "Gemütliche Beichte"

USA

Time Magazine: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass Armstrong bei seiner Erlösung genauso konkurrenzbetont sein wird, wie bei allem anderen, was er gemacht hat. (...) Auch als Schwindler kann Armstrong nie etwas anderes machen, als gegen alle anderen antreten."

New York Times: "Die Erde ist wieder eine Kugel."

Los Angeles Times: "Die Beichte könnte sehr schlecht für Lance Armstrongs Konto sein. (...) Das ist eine der vielen Nachteile des Eingeständnisses eines früher bewunderten Athleten, der für mehr als eine Dekade Doping nicht nur geleugnet, sondern seine Kritiker auch angegriffen hat. Die wirklich wichtige Frage bleibt, ob es einen Vorteil bei dem Eingeständnis gibt."

SPANIEN

El País: "Armstrong steht vor seiner letzten Demütigung. Wenn das Aufgeben Erniedrigung bedeutet, hat Lance Armstrong die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht."

El Mundo: "Armstrongs Beichte ist mehr als hundert Millionen Euro wert. Der Amerikaner wird nun mit Schadensersatzforderungen konfrontiert, die sein gesamtes Vermögen in Gefahr bringen."

Marca: "Das Gelbe Trikot der Schande: 13 Jahre lang bestritt Armstrong alle Dopingvorwürfe. Nun legte er ein Geständnis ab."

As: "Armstrong zielt mit seinem Geständnis auf den Weltverband UCI, auf Ärzte und andere Leute, die sein Doping ermöglichten."

ITALIEN

La Gazzetta dello Sport: "Armstrong gesteht. Die Spitze des Radsports wackelt. Wenn Lance selbst all das Doping zugibt, das ihm die Institutionen nie nachweisen konnten, wird immer klarer, dass man sich auf niemanden mehr verlassen kann, der in jenen Jahren machtlos, unfähig, oder gar Komplize war."

Tuttosport: "Armstrong gesteht. Stürmische Zeiten für den Radsport."

Corriere dello Sport: "Armstrongs gemütliche Beichte."

NIEDERLANDE

De Telegraaf: "Endlich die Beichte. Für Armstrong beginnt jetzt die Zeit der Entschuldigungen. Bei Winfrey machte er seinen ersten Kniefall. Eine Mitarbeit an einer weiteren Untersuchung mit der Usada scheint auch näherzurücken."

De Volkskrant: "Armstrong will die Regie zurück, über alles. Monatelang bereitete der Radrennfahrer Armstrong seine Rehabilitationskampagne vor und diese wird für eine Reihe von Betroffenen nicht ohne Folgen sein. (...) Der Radrennfahrer muss die Leute, die ihn schützten, an den Galgen bringen. Hein Verbruggen, Pat McQuaid, Johan Bruyneel, Michel Ferrari, Thomas Weisel: Sie alle haben etwas zu befürchten."

ÖSTERREICH

Kurier: "Ein Geständnis als Quotenhit. (...) Klingt nach tränenreichem Lamento über die böse Welt, die sich gegen den armen, krebskranken Familienvater verschworen hat. Doch es zählen nur die Antworten auf zwei Fragen: Reicht Armstrongs Selbstverteidigung, um das System der korrupten Funktionäre, der Dealer und Profiteure offenzulegen? Und: Muss er ins Gefängnis?"

Der Standard: "Canossagang auf Mutter Oprahs Sofa. (...) Der Fall des Helden, gefolgt von Innehalten und einem Comeback, so ungefähr soll es laufen."

SCHWEIZ

Neue Zürcher Zeitung: "Armstrong hat in der Vergangenheit zur Genüge gezeigt, welch skrupelloser Taktierer er ist. (...) Der notorische Lügner und Manipulator als Sieger? So absurd es auch klingt: Ein öffentlich inszeniertes Geständnis macht's möglich."

Tages-Anzeiger: "Armstrongs Plan birgt durchaus erhebliche Risiken. (...) So ist zum Beispiel nicht klar, inwieweit nach dem Geständnis seine Aussagen in einem Schiedsgerichtsverfahren von 2006 nun bestraft werden können. Ob der 41-Jährige nunmehr strafrechtlich belangt werden kann, hängt von der Deutung der Verjährungsbestimmungen ab."

aha/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
reuanmuc 16.01.2013
So wie die Beichte medial angekündigt worden ist, werden Armstrong und der Sender daran Millionen verdienen. Armstrong hat es dringend nötig.
Zitat von sysopDie internationale Presse geht mit Lance Armstrong hart ins Gericht.
So wie die Beichte medial angekündigt worden ist, werden Armstrong und der Sender daran Millionen verdienen. Armstrong hat es dringend nötig.
665g 16.01.2013
Sie haben also einen Überblick über das Vermögen von Lance Armstrong?
Zitat von reuanmucSo wie die Beichte medial angekündigt worden ist, werden Armstrong und der Sender daran Millionen verdienen. Armstrong hat es dringend nötig.
Sie haben also einen Überblick über das Vermögen von Lance Armstrong?
wenn die deutsche Sportpolitik sich ein Beispiel nähme und endlich beginnen würde mit dem "Auspacken"! Ein weiteres Verhindern und Aussitzen ist nicht akzeptierbar. Und allen Journalisten, die sich genüßlich dem [...]
Zitat von sysopDie internationale Presse geht mit Lance Armstrong hart ins Gericht. Sein TV-Geständnis bei Oprah Winfrey sehen die meisten Medien als taktisch bedingt an. Aber auch die Radsportfunktionäre stehen massiv in der öffentlichen Kritik. Pressestimmen zu Lance Armstrong bei Oprah Winfrey - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/pressestimmen-zu-lance-armstrong-bei-oprah-winfrey-a-877955.html)
wenn die deutsche Sportpolitik sich ein Beispiel nähme und endlich beginnen würde mit dem "Auspacken"! Ein weiteres Verhindern und Aussitzen ist nicht akzeptierbar. Und allen Journalisten, die sich genüßlich dem Thema Armstrong widmen, sei gesagt, daß sie auch im eigenen Land eine Aufgabe zu erfüllen haben!
bea_tchen 16.01.2013
Sicherlich ist es Taktik ... Die Regressforderungen liegen, wenn es dicke kommt, bei ca. 60 Millionen Dollar. Sein Vermögen wird auf ca. 125 Millionen geschätzt. Bekommt er vom Gericht den Status des Whistleblowers zuerkannt, [...]
Zitat von sysopDie internationale Presse geht mit Lance Armstrong hart ins Gericht. Sein TV-Geständnis bei Oprah Winfrey sehen die meisten Medien als taktisch bedingt an. Aber auch die Radsportfunktionäre stehen massiv in der öffentlichen Kritik. Pressestimmen zu Lance Armstrong bei Oprah Winfrey - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/pressestimmen-zu-lance-armstrong-bei-oprah-winfrey-a-877955.html)
Sicherlich ist es Taktik ... Die Regressforderungen liegen, wenn es dicke kommt, bei ca. 60 Millionen Dollar. Sein Vermögen wird auf ca. 125 Millionen geschätzt. Bekommt er vom Gericht den Status des Whistleblowers zuerkannt, winkt ihm sogar noch eine Belohnung im Millionenbereich. Die Option Kronzeuge wird er sicherlich auch in Anspruch nehmen. Ewig verstecken kann er sich nicht. Also werden ihm seine Anwälte die Flucht nach vorne empfohlen haben.
dasdondel 16.01.2013
na bisher weiss ich garnichts. oder kennt jemand einen link wo ich das interview ansehen kann ?
na bisher weiss ich garnichts. oder kennt jemand einen link wo ich das interview ansehen kann ?
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  • Mittwoch, 16.01.2013 – 15:04 Uhr
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