Pressestimmen zu Ullrich: "Was für ein hässlicher Abschied"

Zeitungen in ganz Europa urteilen hart über die Pressekonferenz von Jan Ullrich gestern in Hamburg. Der "Figaro" spricht von einem "verpfuschten Schicksal", die "Basler Zeitung" hat einen "letzten Ausreißversuch" gesehen.

Italien

"La Gazzetta dello Sport": "Was für ein hässlicher und trauriger Abschied. Ullrich, das Rennen ist aus. (...) Ullrich bleibt uns in Erinnerung als einer, der sein großes Talent vergeudet hat."

"Il Messaggero": "Nach Schumacher geht auch Ullrich - noch ein großer Kaiser des deutschen Sports tritt ab."

Ex-Radprofi Ullrich: "Ein Wimmern und ein Hauch von Skandal"
REUTERS

Ex-Radprofi Ullrich: "Ein Wimmern und ein Hauch von Skandal"

England

"The Guardian": "Jan Ullrich zieht den Vorhang einer Karriere zu, die die Vorherrschaft der Welt versprochen hatte, aber mit einem Wimmern und einem Hauch von Skandal endete."

"Daily Telegraph": "Jan Ullrich radelt seine Unschuld beteuernd davon. Er kam in die Radsportszene als stürmischer, aufrechter Teenager und verließ den Sport als verbitterter Mann. (...) Als zweitgrößtes Talent seiner Generation hatte er das extreme Pech, zur gleichen Zeit wie Lance Armstrong zu fahren. Ullrich hat den größten Teil seiner beachtlichen Sportkarriere im Schatten verbracht und beendet sie unter einer dunklen Wolke."

"The Independent": "Jan Ullrich kommt am Ende der Straße an. Der frühere Tour-de-France-Champion beendet seine Radfahr-Karriere, nicht aber die Dopingverdächtigungen, die ihn umgeben."

Spanien:

"El País": "Der Dopingskandal um die Operación Puerto erledigt Ullrich."

"Marca": "Ullrich hatte einfach genug. Das Ende seiner Karriere zeichnete sich bereits im Mai 2006 ab, als in Spanien der Dopingskandal aufflog."

"As": "Ullrich sagt Adiós, weil er sich von den Doping-Fahndern eingekreist sah."

"Sport": "Ullrich verabschiedet sich durch die Hintertür. Sein Rücktritt war geprägt von Hass und Verbitterung."

Schweiz:

"Neue Zürcher Zeitung": "Statt die Unschuldsbeteuerungen durch Kooperation in der Wahrheitsfindung zu stützen, schaltete Ullrich auf die in Sportler-Kreisen grassierende Unsitte gebetsmühlenartiger Floskeln vom über Gebühr drangsalierten Profi, der trotz unzähligen negativen Dopingtests zu Unrecht des Betrugs bezichtigt wird. Statt der Vernunft hatte bald nur noch eine Armada von Anwälten das Sagen."

"Basler Zeitung": "Der letzte Ausreißversuch von Jan Ullrich... Es war ein Abschied durch die Hintertür in einer bizarren Atmosphäre. ....Es war ein biederer Rahmen für einen deutschen Sportheroen, der einst in einem Atemzug etwa mit Tennislegende Boris Becker oder Formel-1-Seriensieger Michael Schumacher genannt wurde."

"Blick": "Wie die Stars in anderen Branchen sagen sich auch die Radprofis: Wenn ich auf die gleiche Weise wie die meisten Konkurrenten betrüge, bin ich kein Betrüger. Das ist kollektiver Selbstbetrug! So kommt der Radsport nie aus dem Drogensumpf. Ullrich hätte schon lange wesentlich stilvoller zurücktreten können."

Frankreich:

"L'Equipe": "Ullrich stoppt die Kosten. Die Puerto-Affäre und die Dopingvorwürfe haben über ihn obsiegt. (...) Bei seiner Rückkehr von seinem letzten Trainingsaufenthalt auf Mallorca hat der deutsche Radfahrer am Ende eingesehen, dass seine Hoffnung, seine Kritiker zum Schweigen zu bringen, ein frommer Wunschtraum sind."

"Le Parisien": "Ullrich wirft das Handtuch. Eingeholt von der Puerto-Affäre, beendet der Sieger der Tour de France 1997 seine Karriere."

"Libération": "Ullrich: Eine einzige Tour de France, und dann... Der deutsche Radrennfahrer macht wegen einer Dopingaffäre Schluss. Jan Ullrich verlässt die Bühne durch den Hinterausgang."

"Le Figaro": "Jan Ullrich oder die Geschichte eines Hochbegabten mit einem verpfuschten Schicksal. Jan Ullrichs Abkommen von der Straße symbolisiert perfekt das große Übel, das den Radsport seit einigen Jahren zernagt."

Dänemark:

"Ekstra Bladet": "Ullrichs Rücktritt wirkt wie eine Flucht vor dem Dopingverdacht. Aber auch die Flucht vor einem Beruf, der den Deutschen mit Haut und Haaren aufgefressen hat und ihm schon vor etlichen Jahren die Lust genommen hat."

"Politiken": "Superstar Ullrich fiel so tief wie kein anderer."

all/dpa

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Forum - Wie sieht Jan Ullrichs Zukunft aus?
insgesamt 531 Beiträge
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1.
HansWilhelmL, 22.02.2007
---Zitat von sysop--- Was wird aus Jan Ullrich? Hat er noch eine Zukunft im Radsport? ---Zitatende--- Warum nicht? Der Rest der Doper sitzt ja auch noch auf dem Rad. Nur das Wort "Sport" sollte man in Zusammenhang mit Ullrich und Co tunlichst weglassen.
2.
sveniss 22.02.2007
Hoffentlich kommt Ullrich für wenigstens ein Jahr zurück. Er hätte es verdient. Die Photostrecke über ihn war übrigens nicht lustig, sondern niveaulos. So springt man nicht mit einem Menschen um, der großes geleistet hat und von allen (einschließlich Spiegel) jahrelang vereinnahmt und hofiert wurde. Selbst dann nicht, wenn man ihm eines Tages tatsächlich Doping nachweisen sollte!
3.
BlueIce, 22.02.2007
Wer muss sich hier einen neuen Job suchen ? mit Sicherheit dieser Redakteur ! Ich denke das Spiegel versucht auf einem höheren Niveau als die Bild Zeitung zu argumentieren. Dies ist hiermit nicht gelungen. So einen Schwachsinn habe ich selten gelesen . Die Fotoreihe ist lächerlich hoch 10 ... Jan Ullrich ist natürlich der einzigste Fahrer der jemals in der Radsportgeschichte gedopt hat...!? Hallo ? Im Hochleistungssport der körperlich belastet ist ausnahmslos jeder gedopt... Ich jedenfalls wünsche mir das JAn Ullrich für einen Ausländischen Verrein die Tour de France gewinnt. Natürlich muss er dazu weiter dopen sonst kann er ja nicht schneller sein als die anderen gedopten Radfahrer... Allerdings sollte der doping-doc nicht mehr Ulle auf die Ampullen schreiben ....
4. Fotoreihe armselig hoch 10
PresseKritiker, 22.02.2007
---Zitat von BlueIce--- Wer muss sich hier einen neuen Job suchen ? mit Sicherheit dieser Redakteur ! Ich denke das Spiegel versucht auf einem höheren Niveau als die Bild Zeitung zu argumentieren. Dies ist hiermit nicht gelungen. So einen Schwachsinn habe ich selten gelesen . Die Fotoreihe ist lächerlich hoch 10 ... ---Zitatende--- Fotoreihe meiner Meinung eher armselig hoch 10, ansonsten vollste Zustimmung.
5. Untersterschubladenschournalismus
Kerstin Blau, 22.02.2007
Als Spiegel Abonnent und häufiger S-ONLINE Leserin ist mir so ein journalistischer Senf aus Ihrer Quelle noch nicht untergekommen. Welcher Stilform ist der Text zugehörig? Aprilscherzschmonzette ohne Kennzeichnungspflicht? Da würgt sich einer einen Text und eine Bilderfolge auf eine Einladung zur Pressekonferenz aus dem After. Und - oh Wunder - es war Scheisse. Sorry für die offenen Worte. Aber sie passen zum Anlass.
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