Probleme an der Dachkonstruktion: Rio macht Stadion für Olympia 2016 dicht

Estádio Olímpico João Havelange in Rio: Gefahr für die Zuschauer Zur Großansicht
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Estádio Olímpico João Havelange in Rio: Gefahr für die Zuschauer

Vorübergehend außer Betrieb: Weil das Dach eine Gefahr für die Zuschauer darstellt, hat Rios Bürgermeister das Olympiastadion der Stadt geschlossen. Da derzeit zudem das Maracanã umgebaut wird, haben drei von vier Fußball-Erstligisten keine Heimstätte mehr.

Hamburg - Es hat rund 47.000 Plätze, kostete 155 Millionen Euro und wurde erst vor sechs Jahren eröffnet - doch nun musste das Estádio Olímpico João Havelange in Rio de Janeiro schon wieder geschlossen werden. Dort, wo während der Olympischen Sommerspiele 2016 die Leichtathletik-Wettkämpfe ausgetragen werden sollen, haben Sachverständige Probleme an der Dachkonstruktion festgestellt.

"Ich habe sie gefragt, ob die Probleme eine Gefahr für die Zuschauer darstellen könnten. Die Antwort war 'Ja'. Daher habe ich die sofortige Schließung des Stadions veranlasst, bis wir mehr Details haben", sagte Rios Bürgermeister Eduardo Paes: "Wenn man mir eine Lösung aufzeigt, die einen Monat in Anspruch nimmt, bleibt das Stadion einen Monat lang gesperrt. Wenn es ein Jahr dauert, bleibt es ein ganzes Jahr zu."

Paes versprach, dass die Stadt die Kosten für die Nachbesserungen übernehmen werde. Der Bürgermeister erwartet keine Auswirkungen für die Sommerspiele in drei Jahren, für die das Stadion auf 60.000 Sitzplätze ausgebaut werden soll. Bei der Fußball-WM, die im kommenden Jahr in Brasilien stattfindet, wird es als Trainingsstätte genutzt.

Die Schließung trifft Rios Sport zur Unzeit, weil das Stadion mit dem Spitznamen "Engenhão" als Ersatzspielstätte für das legendäre Maracanã dient. Das 1950 eröffnete Stadion, einst mit einem Fassungsvermögen von bis zu 200.000 Zuschauern das größte der Welt, wird seit August 2010 für rund 316 Millionen Euro renoviert.

Drei von vier Erstligisten ohne Heimspielstätte

Offiziell soll das Maracanã am 2. Juni im Rahmen eines Freundschaftsspiels zwischen Brasilien und England wiedereröffnet werden. Nach dem Umbau sollen im Maracanã noch knapp 80.000 Zuschauer Platz finden. Bei der Fußball-WM wird es Austragungsort mehrerer Spiele sein, darunter des Finales. Es ist zudem als Sportstätte für die Sommerspiele 2016 vorgesehen.

Somit suchen aktuell drei der vier Erstligisten Rios eine neue Stätte für ihre Heimspiele. Fluminense und Flamengo sind eigentlich im Maracanã zu Hause. Sie haben ihre Heimspiele zuletzt ebenso wie Botafogo im Olympiastadion ausgetragen. Als Ausweichstadion steht nur das altehrwürdige São Januário bereit, in dem Vasco da Gama spielt.

ham/dpa/sid

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insgesamt 3 Beiträge
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1.
funnyone2007 27.03.2013
schade .."nur" noch 80.000 wäre sicherlich ein tolles Gefühl für jeden Spieler und Fan bei nem WM Finale vor 120.000 bis 150.000 zu spielen..
2. Zuschauerplätze
to5824bo 27.03.2013
Zitat von sysopVorübergehend außer Betrieb: Weil das Dach eine Gefahr für die Zuschauer darstellt, hat Rios Bürgermeister vorübergehend das Olympiastadion der Stadt geschlossen. Da derzeit zudem das Maracanã umgebaut wird, haben drei von vier Fußball-Erstligisten keine Heimstätte mehr. Probleme mit der Dachkonstruktion: Rio macht Stadion für Olympia dicht - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/probleme-mit-der-dachkonstruktion-rio-macht-stadion-fuer-olympia-dicht-a-891185.html)
47.000 Zuschauerplätze finde ich für ein Olympiastadion ein bisschen knapp. In London waren es um die 80.000 und in Peking um die 90.000. Das würden die sportbegeisterten Brasilianer doch mit links füllen, wenn das IOC vernünftige Ticketpreise macht.
3. Ergänzung Zuschauerplätze
to5824bo 27.03.2013
Zitat von to5824bo47.000 Zuschauerplätze finde ich für ein Olympiastadion ein bisschen knapp. In London waren es um die 80.000 und in Peking um die 90.000. Das würden die sportbegeisterten Brasilianer doch mit links füllen, wenn das IOC vernünftige Ticketpreise macht.
Pardon, erst beim 2. Lesen sah ich, dass die Zuschauerplätze bei Olympia auf 60.000 aufgestockt werden. Immerhin, aber immer noch verhältnismässig wenig.
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