Nach Prügel-Skandal Sperre gegen Football-Profi Rice aufgehoben

Er prügelte seine damalige Verlobte bewusstlos, eine Kamera filmte die Tat. Football-Profi Ray Rice darf nun wieder spielen. Die unbefristete Sperre der NFL wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

NFL-Profi Rice (r.), Ehefrau Janay: Wieder spielberechtigt
REUTERS

NFL-Profi Rice (r.), Ehefrau Janay: Wieder spielberechtigt


Hamburg - Die Sperre gegen Football-Profi Ray Rice nach dessen Attacke auf seine damalige Verlobte und heutige Ehefrau ist mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Das teilte die Spielergewerkschaft der US-Profiliga NFL mit. Rice hatte gegen den Bann Einspruch eingelegt, die zweitägige Anhörung hatte im November in New York stattgefunden.

Der Running Back der Baltimore Ravens hatte seine Lebensgefährtin Janay Palmer im Februar dieses Jahres in einem Fahrstuhl eines Casinos in Atlantic City bewusstlos geschlagen und wurde dafür am 24. Juli von der NFL zunächst für zwei Spiele suspendiert.

Als im September ein weiteres Video von der Auseinandersetzung öffentlich wurde, zogen die NFL und sein Klub drastischere Konsequenzen. Rice wurde von seinem Klub entlassen, die Liga sperrte ihn auf unbestimmte Zeit.

Gemeinsam mit der Spielergewerkschaft NFLPA hatte Rice gegen das Urteil geklagt, nun entschied die frühere Bundesrichterin Barbara S. Jones zu seinen Gunsten.

chp/dpa/sid



insgesamt 5 Beiträge
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quark@mailinator.com 29.11.2014
1. Hmmm
Hier fehlt eindeutig die Urteilsbegründung, damit man die Entscheidung nachvollziehen kann. Gab es irgendwas Entlastendes, oder ...
Biberschwanz 29.11.2014
2. Amerikanische Scheinheiligkeits-Kultur
Das ist mal wieder typisch für die amerikansiche Scheinheiligkeitskultur. Zuerst Riesen"empörung", weil die Öffentlichkeit das erwartet, lebenslange Sperre, Warten, bis Gras über die Empörung gewachsen ist, dann Korrektur. Ist ja ein wichtiger "Sportler", der Herr (der angebliche). Und die Leute lassen sich immer wieder ver...
crazy_swayze 29.11.2014
3. Alibi-Veranstaltung
Wo bleibt denn hier der Staatsanwalt, um diesen Fall zu verhandeln, was hat sowas vor einem Sportgericht zu tun? Richtig wäre es, keine Sperre als Spieler, da nicht auf dem Spielfeld passierte (daher als "Freizeitvergnügen" zu werten ist), dafür aber umfassende Ermittlungen und evtl. eine Haftstrafe vor einem normalen Strafgericht.
jz3n3f 29.11.2014
4.
Es ist wohl so, dass er 'freigesprochen' wurde, weil niemand für ein Verbrechen 2mal verurteilt werden darf. Er hat halt erst ne 2 Spiele Sperre bekommen und dann kann man (rechtlich) halt nich später sagen: eigentlich hast du mehr verdient. Ist Schade, weil so einer hat nix mehr auf einem Sportplatz verloren. Viel schockierender ist für mich nur noch seine Frau. Die wird bewusstlos geschlagen und heiratet den Kerl ein paar Wochen später. Und wer das Video gesehen hat kann sich denken, dass Ray Rice nicht das erstemal zugeschlagen hat.
bilang 29.11.2014
5.
Zitat von crazy_swayzeWo bleibt denn hier der Staatsanwalt, um diesen Fall zu verhandeln, was hat sowas vor einem Sportgericht zu tun? Richtig wäre es, keine Sperre als Spieler, da nicht auf dem Spielfeld passierte (daher als "Freizeitvergnügen" zu werten ist), dafür aber umfassende Ermittlungen und evtl. eine Haftstrafe vor einem normalen Strafgericht.
Strafrechtlich wurde der Fall schon längst aufgearbeitet. Mit Zustimmung des Opfers unterzieht sich Herr Rice einer Pretrial Intervention, einer Art Bewährungs- und Rehabilitationsmaßnahme für Ersttäter. Wenn er diese erfolgreich abschließt, drohen ihm keine weiteren strafrechtlichen Konsequenzen. Unabhängig von der strafrechtlichen Seite hatte die NFL ihn für sein Fehlverhalten gesperrt. Zunächst nur für zwei Spiele, nachdem das Video an die Öffentlichkeit gelangte, wurde jedoch eine weitere, unbefristete Sperre verhängt. Einen Spieler für ein Vergehen 2x zu bestrafen, ist gemäß dem Tarifvertrag zwischen der NFL und der Spielergewerkschaft nicht zulässig. Aus diesem Grund legte Herr Rice gegen die zweite Sperre Einspruch ein. Es wurde ein Schiedsgericht berufen, und wenig überraschend urteilte dieses zu seinen Gunsten.
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