Querschnittgelähmte Olympiasiegerin Kristina Vogel kehrt an die Bahn zurück

Im Sommer war Kristina Vogel schwer verunglückt, seither sitzt sie im Rollstuhl. Am Rande des Bahnrad-Weltcups in Berlin wurde die elfmalige Weltmeisterin nun als Radsportlerin des Jahres ausgezeichnet.

Kristina Vogel
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Kristina Vogel


Emotionale Rückkehr: Kristina Vogel ist im Berliner Velodrom als Deutschlands Radsportlerin des Jahres ausgezeichnet worden. Bei den Männern wurde Straßenradprofi Maximilian Schachmann für seine starken Leistungen im Jahr 2018 geehrt. Wenig später gelang Joachim Eilers im 1000-Meter-Zeitfahren der erste Sieg für den Bund Deutscher Radfahrer beim heimischen Bahnrad-Weltcup.

Die große Bühne aber gehörte Vogel. Als die nach einem Trainingsunfall im Sommer querschnittgelähmte zweimalige Bahnrad-Olympiasiegerin im Rollstuhl auf das Holzoval kam, erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen. Auch Betreuer, ehemalige Kolleginnen und Rivalinnen applaudierten. Athleten im Innenraum unterbrachen ihr Training.

"Es ist schön, alle wiederzusehen", sagte die elfmalige Weltmeisterin: "Ich habe gar nicht so viel Zeit für alle. Ein Drücker, ein Knutscher - dann kommt schon der nächste."

Im Juni war Vogel beim Training auf der Betonbahn in Cottbus mit einem anderen Fahrer bei hoher Geschwindigkeit zusammengestoßen und dabei so schwer verletzt worden, dass sie vom siebten Brustwirbel abwärts gelähmt ist. (Lesen Sie hier das Interview, in dem die Erfurterin ihre Diagnose öffentlich gemacht hat: "Entschuldigung, eigentlich weine ich nicht")

Eilers gewann das 1000-Meter-Zeitfahren in 1:00,645 Minuten vor dem Franzosen Quentin Lafargue (1:00,660) und Theo Bos aus den Niederlanden (1:00,868). Zuvor waren die Madison-Weltmeister Roger Kluge und Theo Reinhardt zu Bronze im Zweier-Mannschaftsfahren hinter Dänemark und Großbritannien gefahren. Bereits am Freitag hatte Eilers mit den Teamsprintern Bronze gewonnen, bei den Frauen holten Miriam Welte und Emma Hinze Silber.

sak/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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gruffelo 02.12.2018
1. Meine Hochachtung!
Meine Hochachtung und mein Respekt für diese starke Person! Man kann nur hoffen, dass der Unfallverursacher und der niederländische Radsportverband mittlerweile zur Besinnung gekommen sind und den Anstand aufgebracht haben, sich endlich bei Christina Vogel zu entschuldigen...
DieButter 02.12.2018
2.
Sie hat buchstäblich alles gegeben für den Sport und ihr Land. Respekt hat sie auf jeden Fall verdient, denn dadurch hat sich ihr Leben unglaublich verändert. Man ist gespannt, in Zukunft noch mehr von ihrem neuen Leben zu lesen.
decathlone 05.12.2018
3. Stimme Ihnen zu...
Zitat von gruffeloMeine Hochachtung und mein Respekt für diese starke Person! Man kann nur hoffen, dass der Unfallverursacher und der niederländische Radsportverband mittlerweile zur Besinnung gekommen sind und den Anstand aufgebracht haben, sich endlich bei Christina Vogel zu entschuldigen...
... was die großartige Sportlerin Kristina Vogel angeht. Aber den niederländischen Juniorenfahrer und den niederländischen Verband trifft hier keine Schuld. Es waren einfach unglückliche Umstände. Kristina Vogel hat den Niederländer übersehen und ist auf ihn aufgefahren.
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