Doping im Radsport: Ermittlungen gegen ehemalige Gerolsteiner-Ärzte

Anti-Dopingexperte Franke: Ermittlungen angeschoben Zur Großansicht
DPA

Anti-Dopingexperte Franke: Ermittlungen angeschoben

Für zwei frühere Ärzte des Radsport-Teams Gerolsteiner wird es ernst: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie wegen des Verdachts auf Verabreichung von Dopingmitteln. Die Namen der Ärzte waren im Prozess gegen Radprofi Stefan Schumacher öffentlich geworden.

Hamburg - Die Doping-Schwerpunktstaatsanwaltschaft Freiburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen zwei ehemalige Ärzte vom Team Gerolsteiner eingeleitet. Grundlage ist eine Anzeige des Heidelberger Anti-Doping-Kämpfers Werner Franke. "Wir müssen erst mal prüfen, welche Taten zu welchem Zeitpunkt in Betracht kommen", sagte ein Sprecher. Das Ermittlungsverfahren sei in der vergangenen Woche aufgenommen worden. Die Namen der beiden Ärzte spielten auch im Betrugsprozess gegen Radprofi Stefan Schumacher vor dem Landgericht Stuttgart eine Rolle.

Für den geständigen Doping-Sünder Schumacher hat sein ehemaliger Teamchef Hans-Michael Holczer nun eine lebenslange Sperre gefordert. "Da gesteht einer, seine ganze Karriere gedopt zu haben, und trotzdem fährt er, ohne mit der Wimper zu zucken, Radrennen", sagte Holczer den "Stuttgarter Nachrichten": "Er gehört lebenslang gesperrt."

Schumacher wird vorgeworfen, Holczer um Gehalt in Höhe von 151.463,50 Euro betrogen zu haben. Er habe Doping 2008 trotz Nachfrage geleugnet. Im Nachhinein war er aber positiv getestet und gesperrt worden. Schumacher sagt, Holczer sei nicht betrogen worden. Er habe von Doping gewusst und es geduldet. Holczer bestreitet dies.

aha/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Hirntod
underwraps 15.05.2013
Wenn ich Herrn Holzer so höre, finde ich das über die Definition des Wortes Hirntod (Der Begriff bezeichnet das irreversible Ende aller Hirnfunktionen aufgrund von weiträumig abgestorbenen Nervenzellen. Der Hirntod wird als sicheres inneres Todeszeichen angesehen und in Deutschland nach den vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer gemäß den Anforderungen des Transplantationsgesetzes festgelegten Richtlinien zur Feststellung des Hirntodes diagnostiziert. Nach abgeschlossener Hirntoddiagnostik und festgestelltem Hirntod wird die Todesbescheinigung für den intensivmedizinisch behandelten Patienten ausgestellt. Als Todeszeit wird die Uhrzeit registriert, zu der die Diagnose und Dokumentation des Hirntodes abgeschlossen sind. - Quelle Wikipedia) neu nachgedacht werden muss. Ich wusste nicht das auch lebende Menschen davon betroffen sein können. Naja man lernt halt nie aus. Aus einem Schweinetrog wird halt niemals eine Violine.
2. Nana
nguelk 15.05.2013
Welch Kommentar! Herr Holzcer hat vielleicht mehr oder minder absichtliche Wahrnehmungslücken oder während seiner Zeit bei Gerolsteiner seinen Job als Lehrer fortgesetzt (hingehen, abspulen, nach Hause gehen) - aber hirntot ist er nicht. Vielmehr weiss er ausnahmsweise genau, was er besser nicht weiss.
3. Fakt ist:
witti 15.05.2013
a) Im Gerolsteiner-Team wurde gedopt b) Holczer war Chef des Gerolsteiner-Teams Wenn Holczer heute behauptet, er wußte als Chef nichts von den Doping-Praktiken, macht er sich lächerlich. Dieser Lügner ist mir mehr zuwider als alle Dopingsünder zusammen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles zum Thema Radsport
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 3 Kommentare
Fotostrecke
Ehemaliger Radprofi Schumacher: Zeitfahrspezialist im Dopingsumpf

Epo und Epo-Doping
Erythropoetin (Epo)
Die Ausdauerleistungsfähigkeit ist wesentlich vom Sauerstoffaufnahmevermögen abhängig. Erythropoetin (Epo) ist ein Eiweißhormon, das die Produktion roter Blutkörperchen (Erythrozyten) im Körper stimuliert. Je mehr Erythrozyten im Blut, desto mehr Sauerstoff kann aufgenommen und zu den Körperzellen transportiert werden - die Leistungsfähigkeit steigt.
Struktur und Wirkung
Natürliches Erythropoetin ist ein komplexes Eiweißmolekül aus 165 Aminosäuren, an das noch Zuckermoleküle angelagert sind. Es wird hauptsächlich in der Niere gebildet und bewirkt im Knochenmark die Bildung von Erythrozyten.
Künstliches Epo
Seit den achtziger Jahren kann Epo gentechnisch hergestellt werden. Seither gibt es eine große Zahl von Epo-Präparaten. Sie müssen injiziert werden, in der Regel mehrmals pro Woche. Zahlreiche Pharmakonzerne haben Epo-Präparate entwickelt, in denen das natürliche Epo-Molekül chemisch abgewandelt wurde - mit dem Ziel, die Verträglichkeit, die Wirksamkeit und die Wirkdauer zu steigern. Eines der lang wirksamen Epo-Präparate ist CERA des Konzerns Hoffmann-La Roche. Es muss nur einmal im Monat verabreicht werden.
Nebenwirkungen
Bei Überdosierung nimmt die Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut zu hohe Werte an. Das Risiko von Blutgerinnseln steigt, Herzinfarkt, Lungenembolie oder ein Hirnschlag können die Folge sein.
Epo-Mimetika
Statt des Originalmoleküls oder den chemisch leicht abgewandelten Formen gibt es auch sogenannte Epo-Mimetika - Präparate, die sich chemisch vom Erythropoetin-Molekül unterscheiden, im Körper aber dieselbe oder eine sehr ähnliche Wirkung entfalten.
Epo-Doping und Nachweis
Seit Beginn der industriellen Produktion von Epo Ende der achtziger Jahre wird es zur Leistungssteigerung genutzt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet seit vielen Jahren den Gebrauch von Epo. Unerlaubt zugeführtes Epo kann mit speziellen Methoden im Urin nachgewiesen werden. Allerdings wird der Nachweis aufgrund der mittlerweile riesigen Anzahl an Epo-Präparaten, die abgewandelte Epo-Moleküle oder Epo-Mimetika enthalten, immer schwieriger.