Dopingaffäre: Armstrong verweigert Rückzahlung von Tour-Prämien

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Lance Armstrong (Archivbild): Geständig, aber nicht zahlungswillig

Geständig, aber nicht zahlungswillig: Lance Armstrong weigert sich, die Prämien für seine sieben Tour-Siege zurückzuzahlen. Laut seinem Anwalt sind die insgesamt rund vier Millionen Dollar damals nicht direkt an den 41-Jährigen geflossen.

Hamburg - Zwischen 1999 und 2005 gewann Lance Armstrong 7-mal in Folge die Tour de France - und war bei jedem seiner Triumphe gedopt. Dennoch will der 41-Jährige das dabei gewonnene Preisgeld nicht zurückzahlen, wie nun sein sein Anwalt Tim Herman bekannt gab.

"Nach meiner Ansicht hat noch nie ein Sportler seine Prämien zurückgegeben. Sie wurden gesperrt, aber niemand hat gesagt, gib das Geld zurück", so Herman. Das Preisgeld sei zudem an die Firma Tailwind Sports geflossen, die hinter den einstigen Armstrong-Team-Sponsoren US Postal und Discovery Channel stand. Daher gebe es keine berechtigten Ansprüche: "Ich bin sicher, dass das als Schlupfloch gesehen wird, aber es ist ein wichtiger Faktor", so Herman. Nach einer Berechnung der BBC vom Vorjahr könnte sich die Summe auf rund 3,9 Millionen Dollar belaufen.

Nachdem die US-Anti-Doping-Agentur Usada Armstrong Manipulationen nachgewiesen hatte, waren dem jetzt 41-jährigen Texaner seine sieben Toursiege aberkannt worden. Danach hatte der Ex-Radprofi im US-TV eine Beichte abgelegt und sich bereiterklärt, bei der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada weitergehend auszusagen, sich aber gegen eine Zusammenarbeit mit der Usada ausgesprochen.

Der einstige Seriensieger will die Reduzierung seiner lebenslange Sperre erreichen. Laut Wada-Code könnte sie im für Armstrong besten Fall in ein achtjähriges Fahrverbot umgewandelt werden.

Armstrongs Angebot, mit der Wada zu kooperieren, hätte eine mögliche Prämien-Rückzahlung nicht eingeschlossen, sagte Herman der US-Zeitung "USA Today".

luk/dpa/sid

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1.
moi1 05.02.2013
Zitat von sysopREUTERSGeständig, aber nicht zahlungswillig: Lance Armstrong weigert sich, die Prämien für seine sieben Tour-Siege zurückzuzahlen. Laut seines Anwalts seien die insgesamt rund vier Millionen Dollar damals nicht direkt an den 41-Jährigen geflossen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/radsport-armstrong-will-tour-praemien-nicht-zurueckzahlen-a-881612.html
Ahhh, lange kein Radsportbashing hier gelesen, Da kann man den Fußball-Betrug ja wieder in der Schublade verschwinden lassen.
2. wie der will die nicht zurückzahlen?
rummel666 05.02.2013
den würde ich bis auf die unterhose verklagen bis hin zur beugehauft irgendwie muss es doch möglich sein diesen betrügern das handwerk zu legen
3. Geld für alle
BSC 05.02.2013
hieß es doch damals auch bei Jan Ulrich, das war so usus, also gibt es auch kein Geld zurück, wenn die Siegprämie immer für das ganze Team war.
4.
anon11 05.02.2013
Zitat von sysopREUTERSGeständig, aber nicht zahlungswillig: Lance Armstrong weigert sich, die Prämien für seine sieben Tour-Siege zurückzuzahlen. Laut seines Anwalts seien die insgesamt rund vier Millionen Dollar damals nicht direkt an den 41-Jährigen geflossen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/radsport-armstrong-will-tour-praemien-nicht-zurueckzahlen-a-881612.html
Alle diese schmierigen Ganoven möchten natürlich nichts von ihrem ergaunertem Beutegut zurück geben. Irgedwem wurde das Geld schließlich für den Betrug überwiesen, dies wird jetzt halt rückabgewickelt. Der holt es sich dann von denen wieder an die er es weiter verteilt hat.
5.
mm71 05.02.2013
Zitat von BSChieß es doch damals auch bei Jan Ulrich, das war so usus, also gibt es auch kein Geld zurück, wenn die Siegprämie immer für das ganze Team war.
Was "Usus" ist oder war, dürfte ziemlich egal sein. Entweder hat Armstrong von der TdF die Prämien erhalten. Dann ist es egal, welche Abmachungen er mit seinem Team getroffen hat. Oder das Team hat die Prämien gewonnen und erhalten, dann müsste die TdF sich auch erstmal an das Team halten (das es allerdings wohl nicht mehr gibt...). Lässt sich aber alles klären, ist halt Arbeit für die Anwälte, die sich durch die Verträge wühlen müssen...
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