Zweiter Todesfall Rad-Profi Myngheer stirbt nach Herzattacke

Der Radsport trauert: Binnen weniger Stunden ist mit Daan Myngheer der zweite Profi gestorben. Der 22-Jährige hatte während einer Etappe einen Herzstillstand erlitten.

Daan Myngheer
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Daan Myngheer


Der Radsport beklagt den zweiten toten Profi binnen 24 Stunden. Am Tag nach dem Tod des 25 Jahre alten Antoine Demoitié nach einem Unfall mit einem Begleitmotorrad starb dessen belgischer Landsmann Daan Myngheer. Der 22-Jährige hatte am Samstag auf Korsika einen Herzstillstand erlitten. Am Montagabend starb er in einem Krankenhaus in Ajaccio. "Er hat sein letztes Rennen verloren, nachdem er gekämpft hat wie ein großer Champion", schrieb sein Rennstall, das französische Zweitliga-Team Roubaix ML.

Myngheer hatte etwa 25 Kilometer vor dem Ziel beim Critérium International auf Korsika über Unwohlsein geklagt und sich aus einem abgeschlagenen Fahrerfeld zurückfallen lassen. Das hatten seine Teamkollegen berichtet. Als er anhielt, brach er zusammen und musste vom medizinischen Dienst reanimiert werden. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Nach dem Rennen waren die Teamfahrzeuge und die Hotelzimmer von der Polizei durchsucht worden.

Myngheer sei um 19.08 Uhr am Ostermontag gestorben, teilte sein Rennstall mit. Seine Familie und seine Lebensgefährtin seien bei ihm gewesen. Myngheer fuhr im vergangenen Jahr noch für das Verandas Willems Cycling Team, ehe er zu Roubaix Lille Métropole wechselte.

"Wieder ein tragischer Verlust", schrieb der britische Sprinterstar Mark Cavendish bei Twitter.

bam/sid

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insgesamt 3 Beiträge
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ed_wood 29.03.2016
1. Hohes Sterberisiko
Kommt mir das nur so vor, oder haben die Profi-Radsportler ein erhöhtes Risiko, vorzeitig abzuleben? Nachdem diese als Leistungssportler ja sicher häufiger durchgecheckt werden als andere, müssten diese doch viel sicherer sein. Woran das wohl liegen mag? Vielleicht an der ernormen Zahl von Asthmatikern und Diabetikern im Hochleistungsbereich? Frage mich, ob Herzstillstand infolge von Epo oder ähnlichem als eine natürliche Todesursache für einen Radprofi gilt.
take5 29.03.2016
2.
Radsportler haben kein erhöhtes Risiko, oder wo ist bitte die Statistik dazu? Einfach mal vergleichen wieviell Fußballspieler in den letzten Jahren auf dem Platz mit Herzstillstand zusammengebrochen sind. Mal wieder die typische Polemek gegen den Radsport, langsam sollte klar sein, dass in allen anderen Bereichen genauso oder schlimmer gedopt wird es aber keine oder nicht so intensive Kontrollen gibt.
petruz 29.03.2016
3. #2
Im Fußballprofibereich sind mir seit 2003 4 Fälle bekannt, wovon 3 tödlich endeten (Puerta, Feher, Foe). Bei allen ist die Ursache bekannt, entweder angeborener Herzfehler oder verschleppte Grippe. Bei Radsportlern ist es eher selten der Fall, dass diese Ursachen genannt werden. Übrigens gibt es weitaus mehr Fußballer als Radsportler-
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