Radsport Dopingsünder Hamilton tritt zurück

Zweites Vergehen innerhalb von fünf Jahren: Radprofi Tyler Hamilton ist bei einer Dopingprobe positiv getestet worden - als Konsequenz beendet der Goldmedaillengewinner von Athen seine Karriere. Dem Wiederholungstäter würden sonst bis zu acht Jahre Wettkampfsperre drohen.


Hamburg - US-Radprofi Tyler Hamilton ist erneut positiv auf ein Dopingpräparat getestet worden und wird seine Karriere beenden. Das erklärte der 38-jährige Zeitfahr-Olympiasieger von Athen am Freitag. Hamilton, der in Rudy Pevenages neuer US-Mannschaft Rock Racing fährt, wurde von der US-Anti-Doping-Agentur die Einnahme eines Steroids nachgewiesen.

Radprofi Hamilton: Zum zweiten Mal positiv getestet
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Radprofi Hamilton: Zum zweiten Mal positiv getestet

"Es gibt keinen Grund dagegen anzugehen", sagte der frühere Teamkollege von Lance Armstrong. Bei Hamilton wurde das verbotene Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA) gefunden, das der Sportler mit einem rezeptfreien Antidepressivum zu sich genommen hatte. 2003 waren bei ihm Depressionen diagnostiziert worden. "Ich wusste, dass DHEA auf der Liste der verbotenen Substanzen steht. Ich wusste auch, dass die amerikanische Anti-Doping-Agentur jeden Tag vorbeikommen und mich testen konnte", erklärte Hamilton.

Im Januar habe er die doppelte Dosis des Antidepressivums genommen, nachdem bei seiner Mutter Krebs diagnostiziert worden war: "Ich habe eine harte Zeit durchgemacht und war verzweifelt."

Schon 2004 war Hamilton nach den Olympischen Spielen des Dopings mit Fremdblut überführt worden. Er durfte seine Goldmedaille aber behalten, weil die B-Probe wegen falscher Lagerung nicht mehr geöffnet werden konnte. Nach dem Ablauf seiner Zwei-Jahres-Sperre 2007 soll Hamilton auch Kunde des mutmaßlichen Dopingarztes Eufemiano Fuentes gewesen sein.

In einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" hatte sein Teamchef Pevenage, früher enger Betreuer von Jan Ullrich, erklärt, seine früher mit Doping in Kontakt gekommenen Fahrer wie Hamilton würden inzwischen die Hände von verbotenen Präparaten lassen. "Sie haben so viel durchgemacht. Sie rühren Doping nie wieder an", sage Pevenage.

jok/sid/dpa

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