Radsport Evans gewinnt die Tour de France

Triumph in Grenoble: Der Australier Cadel Evans hat zum ersten Mal die Tour de France gewonnen. Beim Zeitfahren auf der vorletzten Etappe holte er sich das Gelbe Trikot vom Luxemburger Andy Schleck, der das Tempo des Australiers nicht kontern konnte. Den Tagessieg holte sich ein Deutscher.

AFP

Hamburg - Was für eine famose Leistung: Cadel Evans hat sich auf der vorletzten Etappe der Tour de France das Gelbe Trikot und damit auch den Gesamtsieg bei der 98. Auflage der Frankreich-Rundfahrt 2011 gesichert. Beim Zeitfahren in Grenoble wurde der 34 Jahre alte Australier in 55:40 Minuten Zweiter. Sein ärgster Konkurrent Andy Schleck hatte vor der Etappe 57 Sekunden Vorsprung auf Evans, verlor beim Zeitfahren jedoch 2:33 Minuten auf den Australier und kam in 58:13 Minuten nur als 17. ins Ziel. Der Luxemburger hatte erst am Tag zuvor bei der Etappe nach Alpe d'Huez das Gelbe Trikot erobert.

"Ich bin dem Plan gefolgt, den wir uns gemacht haben. Es haben ein paar Sekunden zum Etappensieg gefehlt - aber was soll's", sagte Evans, der mit einem Vorsprung von 1:34 Minuten auf den Klassement-Zweiten Andy Schleck auf die letzte Etappe geht. Den dritten Platz in der Gesamtwertung belegt Schlecks älterer Bruder und Teamkollege Fränk (+2:30).

Der 95 Kilometer lange Schlussabschnitt, der auf den Pariser Champs-Élysées endet, ist für den Gesamtführenden traditionell nur ein Schaufahren. Attacken auf den Träger des Gelben Trikots wird es nicht mehr geben. Nur noch ein schwerer Sturz kann Evans den Gesamtsieg kosten - doch das ist mehr als unwahrscheinlich. Andy Schleck hingegen wird zum dritten Mal nach 2009 und 2010 die Tour als Zweiter beenden, Fränk steht zum ersten Mal auf dem Podium.

Das 42,5 Kilometer lange Einzelzeitfahren gewann der Deutsche Tony Martin vom Team HTC-Highroad. Der 26-Jährige siegte in 55:33 Minuten knapp vor Evans, der sieben Sekunden langsamer war. Dritter wurde Titelverteidiger Alberto Contador aus Spanien (+1:06).

"Ich könnte die ganze Welt umarmen. Das ist die Erfüllung eines langgehegten Traums", sagte Martin, der den zweiten deutschen Etappenerfolg der diesjährigen Tour holte und den 61. insgesamt. Zuvor hatte André Greipel vom Team Omega Pharma-Lotto die zehnte Etappe gewonnen.

ham/sid/dpa

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Tyxaro, 23.07.2011
1. ziemlich gewagt
kurz vor Rennende einen Sieger zu küren, der noch garnicht feststeht. Was ist wenn Evans morgen einen Reifendefekt hat der an reperatur 3 min braucht (unwarscheinlich) aber andy Schleck dann richtig reinhämmert und dadurch die Tour gewinnt... Mache keine Sieger bevor sie nicht feststehen
gorgfan 23.07.2011
2. Re
Zitat von Tyxarokurz vor Rennende einen Sieger zu küren, der noch garnicht feststeht. Was ist wenn Evans morgen einen Reifendefekt hat der an reperatur 3 min braucht (unwarscheinlich) aber andy Schleck dann richtig reinhämmert und dadurch die Tour gewinnt... Mache keine Sieger bevor sie nicht feststehen
Evans wird morgen gewinnen. wenn er einen defekt hat, und man merkt dass die leoparden durchziehen, würde sicher ein teamkollege abspringen und ihm das rad geben oder das ganze team BMC ihn wieder ranfahren. außerdem wäre es grob unsportlich von den leoparden und das werden sie nicht machen. Das ding ist durch!
MiaMaus 23.07.2011
3. Es war doch abzusehen ;-)
Evans hat doch schon lange darauf hingearbeitet und sich auch in Deutschland bei Radrennen stark gezeigt im vergangenen Jahr (u.a.: http://www.autonews-123.de/cadel-evans-gewinnt-die-tour-de-france-2011/). Das war jetzt wohl nur für Leute, die sich wenig mit Radsport befassen, sehr überraschend. Jeder, der auch nur ein wenig Ahnung hat, musste Evans in diesem Jahr auf dem Zettel haben.
alfrededel, 23.07.2011
4. Kein Problem
Zitat von Tyxarokurz vor Rennende einen Sieger zu küren, der noch garnicht feststeht. Was ist wenn Evans morgen einen Reifendefekt hat der an reperatur 3 min braucht (unwarscheinlich) aber andy Schleck dann richtig reinhämmert und dadurch die Tour gewinnt... Mache keine Sieger bevor sie nicht feststehen
Auch wenn Evans morgen, mal angenommen, zwei bis drei Mal das Rad wechseln müsste, würde er trotzdem problemlos die Tour gewinnen. Sollte er aber z.B. so schwer stürzen, dass er nicht mehr weiterfahren könnte, dann, ja dann...
kospi 23.07.2011
5. .
Zitat von Tyxarokurz vor Rennende einen Sieger zu küren, der noch garnicht feststeht. Was ist wenn Evans morgen einen Reifendefekt hat der an reperatur 3 min braucht (unwarscheinlich) aber andy Schleck dann richtig reinhämmert und dadurch die Tour gewinnt... Mache keine Sieger bevor sie nicht feststehen
Der Sieger steht fest. Es sei denn Cadel Evans fällt morgen tot vom Rad. Es ist seid Jahren Sitte, dass am letzten Tag nicht mehr um's Gelbe Trikot gefahren wird. Bei eine Reifenpanne würde das ganze Feld so lange langsam fahren, bis Cadel wieder aufgeschlossen hätte. Die letzte Etappe heißt nicht umsonst "Tour d'Honneur".
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