Radsport Früherer Bora-Fahrer Matzka positiv getestet

Dopingfall im deutschen Radsport: Bereits im vergangenen Jahr wurde der frühere Bora-Profi Ralf Matzka positiv getestet. Der Fahrer beteuert seine Unschuld, für den Radsport-Weltverband ist der Fall aber noch nicht abgeschlossen.

Proben im Dopinglabor
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Proben im Dopinglabor


Der frühere Bora-Radprofi Ralf Matzka ist bereits im vergangenen Jahr positiv getestet worden. Das teilte nun sein früherer Teamchef Ralph Denk mit. Demnach wurde bei Matzka am 3. März 2016 die Substanz Tamoxifen nachgewiesen, ein Hormon- und Stoffwechselmodulator. Matzka fuhr von 2013 bis 2016 für den Bora-Radrennstall, danach gehörte er nicht mehr dem jetzigen World-Tour-Team an, das unter dem Namen Bora-hansgrohe derzeit an der Tour de France teilnimmt.

Matzka wurde bislang aber weder suspendiert noch gesperrt. Der Radsport-Weltverband UCI habe aber ein verbandsinternes Verfahren eingeleitet und Klage erhoben, teilte Denk mit, der eine Wasserverunreinigung als mögliche Ursache für den Positivtest nennt. Das Team rechne mit einem Freispruch. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt sei mangels Tatverdacht im September 2016 eingestellt worden.

Der Radsport-Weltverband UCI, der für das sportrechtliche Verfahren zuständig ist, teilte mit, dass der Fall noch nicht abgeschlossen sei und das Anti-Doping-Tribunal der UCI sich damit beschäftige. Laut Artikel 7.9.1. des Anti-Doping-Reglements bedürfe es im Fall von Tamoxifen nicht einer provisorischen Suspendierung. Daher sei das Verfahren auch nicht öffentlich gemacht worden. Die UCI wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht weitergehend äußern.

"Die Verantwortung für den Fall liegt bei der UCI"

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) erklärte, dass eine Veröffentlichung aus "formal-juristischen Gründen" nicht erfolgen könne. "Uns liegen zum noch laufenden Verfahren in der Sache Ralf Matzka bis heute keine Detailinformationen vor. Der Sportler ist bisher nicht vorläufig suspendiert worden und die Verantwortung für den Fall liegt bei der UCI. Der BDR hat gar keine Berechtigung, hier vor Abschluss des Verfahrens eine Veröffentlichung vorzunehmen", sagte BDR-Generalsekretär Martin Wolf.

Die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada teilte mit: "Der Nada ist der Fall Matzka bekannt. Die Nada hat diesen umgehend zur Anzeige gebracht. Das strafrechtliche Verfahren ist seitens der Staatsanwaltschaft nach Ermittlungen eingestellt worden. Das sportrechtliche Verfahren in diesem Fall übernimmt die UCI. Das Verfahren ist anhängig. Der Athlet ist nicht suspendiert, so dass eine Veröffentlichung des Falles vor Abschluss des Verfahrens nicht zwingend ist."

Matzka hatte seinen letzten Einsatz bei der Flandern-Rundfahrt am 3. April 2016.

luk/dpa/sid



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