Radsport: Martin gewinnt WM-Gold im Zeitfahren

Es ist der bisher größte Triumph seiner Karriere: Tony Martin hat bei der Rad-WM in Dänemark die Goldmedaille im Zeitfahren gewonnen. Der Deutsche fuhr ein starkes Rennen und ließ seinen großen Konkurrenten Fabian Cancellara klar hinter sich.

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Radrennfahrer Martin: Erster WM-Titel der Karriere

Hamburg - Der deutsche Radprofi Tony Martin hat bei der Straßenrad-WM in Dänemark die Goldmedaille im Einzelzeitfahren gewonnen. Der 26-Jährige benötigte für die 46,4 Kilometer lange Strecke in Kopenhagen 53:43,85 Minuten und ließ damit den Briten Bradley Wiggins (+1:15,83 Minuten) und Titelverteidiger Fabian Cancellara aus der Schweiz klar hinter sich (+1:20,59 Minuten).

Martin, der 2009 und 2010 Dritter geworden war, feierte den bisher größten Triumph seiner Karriere. Bei der Tour de France gewann er in diesem Jahr ebenfalls das Zeitfahren, bei der Vuelta in Spanien holte er einen Tagessieg. "Ich habe in den vergangenen Tagen gefühlt, dass ich gut drauf bin. Für mich ist ein Traum wahr geworden, es ist unglaublich", sagte Martin nach der Zielankunft.

Zwei Mal hatte er zuletzt das WM-Duell mit Cancellara verloren, diesmal ließ Martin seinem Konkurrenten keine Chance. Martin suchte in jeder Kurve die Ideallinie und war schon bei der ersten Zwischenzeit zehn Sekunden schneller als der Schweizer, der gegen Ende sogar noch einen Fahrfehler beging. Bert Grabsch, 2008 letzter deutscher Zeitfahr-Weltmeister, komplettierte das starke Ergebnis des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) als Vierter.

Am Dienstag hatte sich Judith Arndt den Weltmeistertitel im Zeitfahren gesichert. Die 35-jährige fuhr in 37:07,38 Minuten die schnellste Zeit über 27,8 Kilometer. Arndt verwies die Neuseeländerin Linda-Melanie Villumsen (+21,73 Sekunden) und Titelverteidigerin Emma Pooley aus Großbritannien (+24,13) auf die Plätz zwei und drei.

chp/sid

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Yeapy Yeah
Das Auge des Betrachters 21.09.2011
und herzlichen Glückwunsch an Tony Martin.
2. Glückwunsch zum Titel und zu einer Supersaison
hypokrit 21.09.2011
Was für eine Weltmeisterschaft. Nach dem Sieg von Judith Arndt gestern bei den Damen hat Tony Martin heute seinerseits das Regenbogentrikot geholt. Nach einer Supersaison, die mit einem Sieg im Klassiker Paris-Nice begann, hat er beim Zeitfahren im Anschluss nichts mehr anbrennen lassen. Und wer aufgepasst hat, der sieht, wo Tony Martin heute Zeit auf die Konkurrenz gutgemacht hat. Allen (zuweilen etwas gezwungenen wirkenden) Unkenrufen zum Trotz, die reflexartig das D-Wort beinhalten: Der deutsche Radsport lebt. Auf Weltniveau!
3. Kirche im Dorf lassen
Steffmann40 21.09.2011
Zitat von sysopEs ist der bisher größte Triumph seiner Karriere: Tony Martin hat bei der Rad-WM in Dänemark*die Goldmedaille im Zeitfahren gewonnen. Der Deutsche fuhr ein starkes Rennen und ließ seinen großen Konkurrenten Fabian Cancellara klar hinter sich. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,787652,00.html
mag sein, dass hier einfach nur gut trainiert wurde. Mag auch sein, dass die guten Leistungen im Zeitfahren nicht auf den grossen Touren durchschlagen, weil eben im Dunstkreis des BDR nicht gedopt wird. Mag aber auch sein, dass hier gezielt auf solche Ereignisse (ohne Medienspektakel) hingearbeitet wird. Ich weiss es nicht und alle anderen auch nicht. Der fade Beigeschmack in diesem Sport bleibt dennoch erhalten. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass jemand 60 min höchste Anstrengung aushält (analog dem Zeitfahren). Aber äußerst unwahrscheinlich, dass ein Mensch so etwas wie die Tour de France durchsteht, es sei denn, er ist unter Drogen. Sorry, nur meine Meinung.
4. Grandiose Leistung!
bgötz 21.09.2011
Die Leistung von Tony Martin ist in der Tat grandios!! Hut ab und großes Kompliment. Interessant ist, dass seit dem Verdacht des "Motor-Doping" bei Fabian Cancellara und den dahingehenden UCI-Kontrollen an den Rädern der Profis Cancellaras Dominanz rapide gesunken ist. Ein Schelm, der Böses dabei denkt... ;-) (Mal nach "Gruber Assist" und "Cancellara" googlen.)
5. wie gesagt, reflexhaft
hypokrit 21.09.2011
Zitat von Steffmann40Es ist durchaus wahrscheinlich, dass jemand 60 min höchste Anstrengung aushält (analog dem Zeitfahren). Aber äußerst unwahrscheinlich, dass ein Mensch so etwas wie die Tour de France durchsteht, es sei denn, er ist unter Drogen. Sorry, nur meine Meinung.
Da spricht der Kenner. Soviel ich weiss, hat Tony Martin so ziemlich jedes Zeitfahren, an dem er dieser Saison teilgenommen hat, gewonnen. Es geht also eben nicht um eine Vorbereitung auf einen spezifischen Wettkampf, auf die man hindopen könnte, wie einst L. Armstrong. Er hat dieses Jahr zwei der drei grossen Rundfahrten durchgefahren (Tour und Vuelta), wenn auch nicht mit einem Riesenerfolg, wie das eben oft bei Zeitfahrspezialisten ist. Und er hat mit Paris - Nice einen echten Klassiker gewonnen. Es sei hier noch angemerkt, dass Tony Martin laut einiger seriöser Medien (SZ...) Angebote für einen Vertrag mit Saxo Bank und Astana für die nächste Saison ausgeschlagen, eben weil sonst Leute wie Sie sofort "Doping" geschrien hätten. Also, ab und zu mal den Sportteil lesen, und dann ein Urteil abgeben. Bei den Schwimmern wären die, wie man hört, wohl noch angebrachter. Sorry, nur meine Meinung.
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