Verstorbener belgischer Radprofi Goolaerts erlitt Herzinfarkt vor Sturz

Zuletzt war unklar, ob der verstorbene Radprofi Michael Goolaerts wegen des Herzstillstands gestürzt war oder ob der Unfall der Auslöser war. Nun herrscht Gewissheit.

Michael Goolaerts
DPA

Michael Goolaerts


Der verstorbene belgische Radprofi Michael Goolaerts hat einen Herzinfarkt erlitten, bevor er beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix schwer gestürzt war. Das bestätigte der Autopsiebericht. Der 23-Jährige war mit einem Herzstillstand ins Krankenhaus von Lille geflogen worden und starb dort gegen 22.40 Uhr im Beisein seiner Familie und engsten Freunde.

"Die Autopsie bestätigt die Hypothese, dass der Tod durch einen Herzinfarkt eingetreten ist", sagte Remy Schwartz, Staatsanwalt der französischen Gemeinde Cambrai, der Nachrichtenagentur AFP: "Er hatte eine Herzattacke während des Rennens. Sein Herz blieb stehen, deswegen hatte er einen Unfall."

Experten werden nun eine forensische Toxikologie durchführen, um die genaue Ursache für den Herzinfarkt zu ermitteln. Das kann nach Angaben der Staatsanwaltschaft einige Wochen in Anspruch nehmen.

Goolaerts war nach gut 100 der insgesamt 256,3 Rennkilometer auf dem zweiten Kopfsteinpflaster-Sektor Briastre zu Fall gekommen.

bam/sid



insgesamt 8 Beiträge
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carlitom 11.04.2018
1.
Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung kann sich jeder denken. Wer hätte nicht sofort Doping im Kopf, wenn ein Leistungssportlern so jung an einem Herzinfarkt stirbt?
alternativlos 11.04.2018
2. Radfahrer unter sich
Die gruppendynamischen Prozesse sind scheinbar unkontrollierbar im Radsport. Hier bräuchte es schon eine stärkere Ordnungsmacht als der Gesetzgeber und seine Vollzugsbeamte. Wenn es doch nur ein Narrativ gäbe, das hier die Dämonen unter Kontrolle zu bringen vermag.
Jota.Nu 11.04.2018
3. Ein bisschen mehr Zurückhaltung...
... und weniger Aufgereigtheit in Sachen Doping wenn ein junger Radprofi mit Herzinfarkt vom Rad fällt. Es ist doch noch garnicht bewiesen, dass es Doping war. Ich möchte daran erinnern, dass wir eine extreme Grippewelle dieses Jahr hatten und so mancher Leistungssportler eine solch intensive Krankheit wegen des Trainingsrückstandes nicht richtig auskuriert. Das Ergebnis sind dann Herzstillstände auch bei sehr jungen Sportlern. Im Fußball fällt jedes Jahr ein junger Spieler genau diesem Umstand zum Opfer. 10% davon fallen einfach beim Spiel tot um.
chalchiuhtlicue 11.04.2018
4. War es wirklich ein Herzinfarkt oder ...
... wirft hier ein medizinisch völlig unbedarfter Schreiber diverse Begriffe durcheinander? Alleine schon die Tatsache, dass neben dem Wort Herzinfarkt auch noch der laienhafte Begriff "Herzattacke" genutzt wird und dann auch noch das Wort "Herzstillstand" fällt, lässt mich vermuten, dass diese Meldung nicht so ganz korrekt ist. ----- Das Wort "Herzattacke" ist komplett unmedizinisch und laienhaft und sagt nichts aus, außer dass ein Laie einen Bezug des Ereignisses zum Herzen sieht - wie auch immer dieser Bezug aussieht. Das bedeutet, dass Laien diesen Begriff gerne synonym für Herzrhythmusstörung, Angina pectoris, Herzinfarkt und Herz-Kreislaufstillstand nutzen. Herzinfarkt hingegen ist spezifisch und bezeichnet das akute Absterben von einer bedeutenden Menge an Herzmuskelzellen aufgrund eines Missverhältnisses von Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot, meistens durch eine hochgradige Verengung oder durch einen kompletten Verschluss eines Herzkranzgefäßes verursacht. Dies wäre bei einem 23-jährigen zwar nicht ausgeschlossen, aber sehr selten, selbst unter Doping. Wahrscheinlicher ist eher, dass hier eine maligne Herzrhythmusstörung wie pulslose ventrikuläre Tachykardie oder Kammerflimmern aufgrund angeborener, bislang unerkannter Probleme oder aber durch strukturelle Veränderungen des Herzmuskels auftrat. Doping könnte da mit reinspielen, aber es könnte auch natürliche Ursachen wie Herzmuskelentzündungen haben. Oder angeborene Störungen von Ionenkanälen am Herzmuskel, oder ....
fundador 11.04.2018
5. Auch nicht weniger verantwortungslos ist es, wenn
Zitat von Jota.Nu... und weniger Aufgereigtheit in Sachen Doping wenn ein junger Radprofi mit Herzinfarkt vom Rad fällt. Es ist doch noch garnicht bewiesen, dass es Doping war. Ich möchte daran erinnern, dass wir eine extreme Grippewelle dieses Jahr hatten und so mancher Leistungssportler eine solch intensive Krankheit wegen des Trainingsrückstandes nicht richtig auskuriert. Das Ergebnis sind dann Herzstillstände auch bei sehr jungen Sportlern. Im Fußball fällt jedes Jahr ein junger Spieler genau diesem Umstand zum Opfer. 10% davon fallen einfach beim Spiel tot um.
Das darf bei der intensiven medizinischen Betreuung, die man bei Leistungssport-Profis wohl voraussetzen darf, einfach nicht vorkommen. Es ist schon menschenverachtend, wie da mit jungen Sportlern umgegangen wird, schon allein wenn man sich z.B. die halsbrecherischen Abfahrten ansieht, die den Profis da zugemutet werden, nur um die Sensationsgier des Publikums zu bedienen.
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