Radsport Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schumacher

Erneuter Ärger für den Radprofi: Stefan Schumacher ist Gegenstand eines Verfahrens der Staatsanwaltschaft. Sein zukünftiges Team Quick Step erachtet den Vertrag mit ihm als gegenstandslos. Rudolf Scharping kritisiert die UCI für sein Vorgehen im Fall Armstrong.


Hamburg - Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat gegen den unter Doping-Verdacht stehenden Stefan Schumacher ein Betrugsverfahren eingeleitet. Es läge ein Anfangsverdacht gegen den Radprofi vor, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Bereits am Dienstag hätten Beamte das Privathaus des 27-Jährigen durchsucht und einige Beweismittel sichergestellt. Das Material werde derzeit ausgewertet. Schumachers Anwalt Michael Lehner bestätigte die Ermittlungen.

Radfahrer Schumacher: Im Mittelpunkt der Ermittlungen
DDP

Radfahrer Schumacher: Im Mittelpunkt der Ermittlungen

Während der Durchsuchung habe Schumacher keine Angaben gemacht, sich aber kooperativ gezeigt. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens werde er noch Gelegenheit für eine Stellungnahme erhalten. Ermittelt werde wegen des Verdachts der Täuschung seines bisherigen Arbeitgebers, des Gerolsteiner-Teams. Daher hatte die Staatsanwaltschaft auch Unterlagen von Teamchef Hans-Michael Holczer geprüft.

Gemeinsam mit Schumachers Manager Heinz Betz veröffentlichte Anwalt Lehner am Donnerstag eine schriftliche Stellungnahme. Lehner übte darin Kritik an der Vorgehensweise der französischen Dopingkontrolleure, die seinen Mandanten als letzten von den Vorwürfen in Kenntnis setzten. Außerdem habe ihm der Staatsanwalt einen an ihn persönlich gerichteten Brief der AFLD überreichte, der bereits geöffnet und ohne die deutsche Übersetzung gewesen sei, die der Umschlag angeblich enthalten sollte.

Zweifel an den Vorwürfen hat auch Manager Betz, aufgrund eines Briefs, in dem Schumacher in der ersten Tour-Woche angeblich gebeten wurde, seine Blutwerte mit dem Teamarzt zu diskutieren, den er aber nie erhalten habe. "Stefan ist am Boden zerstört und hat sich erst einmal zurückgezogen. Er wird sich zu gegebener Zeit zu Wort melden", so sein Manager.

Währendessen will der belgische Quick-Step-Rennstall den für 2009 geschlossenen Vertrag mit Schumacher aufkündigen. "Ich betrachte ihn als null und nichtig", sagte Teamchef Patrick Lefevere der belgischen Zeitung "Gazet van Antwerpen" am Donnerstag. Er sehe "keinen Weg" für eine Zusammenarbeit mit Schumacher, der sich mit Quick Step erst vor zwei Wochen über einen Wechsel verständigt hatte.

Kritik an Armstrong-Comeback

Rudolf Scharping hat den Radsport-Weltverband UCI für die Sonderbehandlung von Lance Armstrong kritisiert. Es sei "ein Fehler", dass die UCI für ihn eine Ausnahme von ihrem Reglement mache, sagte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) am Donnerstag. Die UCI hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass der siebenfache Tour-de-France-Sieger, entgegen der Vorschriften schon bei der Australien-Rundfahrt sein Comeback geben kann.

"In diesen Zeiten sollte sich jeder besonders strikt an die Regeln halten", sagte Scharping. Zugleich betrachtet er die Rückkehr von Armstrong und dem Kasachen Alexander Winokurow mit Skepsis. "Auch wenn in allen Bereichen des Lebens 'Resozialisierung' nach verbüßter Strafe gilt: Muss das unbedingt im Radsport sein?", fragte Scharping.

met/dpa/sid



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Umberto, 05.09.2008
1.
Zitat von sysopMit Linus Gerdemann wächst ein neuer, noch unbelasteter Star im deutschen Radsport heran. Kann er der Sportart wieder zu mehr Glanz verhelfen? Oder überfordert ihn die Rolle? Und - hat der Radsport hierzulande überhaupt noch eine Zukunft?
Wenn er die Deutschland-Tour gewinnt, ist er noch lange kein Nachfolger für den gestürzten Jan Ullrich. Und, solange er den nicht in den Schatten stellt, auch kein Star. Hat er, einstweilen noch ohne jeden vernünftigen Zweifel.
dehnübung 06.09.2008
2. Radsport
Der Radsport ist körperlich für den Menschen eine der sinnvollsten Betätigungen, nicht zu vergleichen mit dem fahren von "Sportwagen". Deshalb hat der Radsport immer Zukunft, weil Menschen immer interressiert was sie selbst tun. Das Gerdemann bis 17 ein Mountainbiker war, glauben nur Journalisten die zwar viel schreiben, aber wenig verstehen vom Rad fahren. Mountainbiker trainieren 90% ihrer Zeit auf der Strasse, mit was wohl? Dem Rennrad.
DoktorMS, 06.09.2008
3. Der Radsport in Deutschland lebt!
Millionen begeisterte Radfahrer, darunter auch hunderttausende Radsportler, können nicht irren. Radfahren macht Spaß, egal bei welchem Tempo. Und - wenn es einen "gepackt" hat - auch bei jedem Wetter! Wenn die jetzigen Profi-Radfahrer nicht merklich langsamer fahren als die nachweislich gedopten früheren "Helden", wie soll man da als Radsport-Fan an einen wirklichen Neuanfang glauben können? Der Profi-Radsport ist für mich bis zum Nachweis der Sauberkeit erledigt. Früher habe ich mir sogar Tage frei genommen, um die Tour live im Fernsehen verfolgen zu können. Heute schaue ich mir keinen Radsport im Fernsehen mehr an.
Pinarello, 06.09.2008
4.
Zitat von dehnübungDer Radsport ist körperlich für den Menschen eine der sinnvollsten Betätigungen, nicht zu vergleichen mit dem fahren von "Sportwagen". Deshalb hat der Radsport immer Zukunft, weil Menschen immer interressiert was sie selbst tun. Das Gerdemann bis 17 ein Mountainbiker war, glauben nur Journalisten die zwar viel schreiben, aber wenig verstehen vom Rad fahren. Mountainbiker trainieren 90% ihrer Zeit auf der Strasse, mit was wohl? Dem Rennrad.
Psst, nicht so laut, Sie können doch hier nicht so einfach Insiderwissen preisgeben:). Ansonsten volle Zustimmung, einer der wohl schönsten und gesündesten Sportarten die es gibt, auch noch in freier Natur auszuüben und es geht auch bestens alleine, wenn es sein muß. Aber gut, woher sollen Journalisten denn das wissen, es muß ja immer einen geben, der denen das sagt und auch fleißig bezahlt, sonst wird es nix mit positiver Berichterstattung, oder Berichterstattung überhaupt. Wenn man sich heuer den Giro und die Tour angeschaut hat, allerdings nicht auf den beiden Öffentlich-Rechtlichen Oberbedenkenträgeranstalten, dann weiß man, daß auch der Profi-Radsport eine Chance hat, denn fast jeder Hobbyrennradler ist automatisch auch ein Anhänger der Sportart. Da können SPON, ARD und ZDF, sowie die übrige deutsche Medienlandschaft eine Hetzkampagne fahren nach der anderen.
dehnübung 06.09.2008
5. Radsport
Zitat von DoktorMSMillionen begeisterte Radfahrer, darunter auch hunderttausende Radsportler, können nicht irren. Radfahren macht Spaß, egal bei welchem Tempo. Und - wenn es einen "gepackt" hat - auch bei jedem Wetter! Wenn die jetzigen Profi-Radfahrer nicht merklich langsamer fahren als die nachweislich gedopten früheren "Helden", wie soll man da als Radsport-Fan an einen wirklichen Neuanfang glauben können? Der Profi-Radsport ist für mich bis zum Nachweis der Sauberkeit erledigt. Früher habe ich mir sogar Tage frei genommen, um die Tour live im Fernsehen verfolgen zu können. Heute schaue ich mir keinen Radsport im Fernsehen mehr an.
Mir geht es ähnlich. Aber das hat nichts mit dem Ende des Radsports zu tun. Vor 14 Tagen hättest Du mal am Nürburgring sein sollen, da kamen an einem Wochenende über 10.000 Menschen um Sport zu treiben. Wohlgemerkt in der verregneten Eifel, nicht etwa einer Millionen-Metropole wie Hamburg. Mit dem Rennrad auf der Nordschleife mit fast 100km/h, das prickelt. Mir fällt gar keine Sportart ein die nicht betroffen ist, sogar die Pferde waren bei Olympia gedopt. Die öffentlich rechtlichen Medien sollten deshalb mal so langsam ihrem wahren Auftrag nachkommen und einer Veranstaltung wie die am Ring ordentlich Sendezeit widmen, das sind die wahren Sportler und dann kommen nächstes Jahr doppelt soviele. Johannes "Be" Kerner könnte sogar selbst mal eine Runde drehen, damit er weiß wovon er redet. Das gilt für alle sogenannten "Jedermann-Sportveranstaltungen", darüber gehört viel mehr berichtet, anstatt Millionen zu verschwenden für 2 komplette Teams von ARD und ZDF in Peking. Na ja, ich hab den Fernseher ohnehin vor Jahren schon verschenkt, was rege ich mich noch auf.
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