Trauer um verunglückten Radprofi Scarponi "Ciao, Michele"

Der Tod von Michele Scarponi schockiert den Radsport. Nach dem Unfall des Italieners begann der Frühjahrsklassiker in Lüttich mit einer Schweigeminute. Seine Kollegen erinnern sich an Scarponi als "einen der nettesten Jungs".

Team Astana trauert um Kollegen Scarponi
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Team Astana trauert um Kollegen Scarponi


Der älteste Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich begann am Sonntag mit einer Schweigeminute. Der Radsport trauert um den früheren Giro-d'Italia-Sieger Michele Scarponi. "Ciao, Michele. Du warst für alle ein Vorbild und hattest für jeden ein Lächeln", twitterte Ex-Profi Ivan Basso nach dem tödlichen Trainingsunfall seines italienischen Landsmannes.

Der 37-Jährige war am Samstag in Filottrano nahe seiner Heimat auf einer Trainingsfahrt von einem Kleintransporter überfahren worden. Das hatte der italienische Radsportverband FCI mitgeteilt. Vor einer Woche hatte Scarponi in Innsbruck bei der Tour of the Alps zum letzten Mal gesiegt. "Das Leben ist so ungerecht. Einen Tag bist du da, am nächsten Tag ist alles vorbei", sagte Top-Favorit Alessandro Valverde aus Spanien vor dem Start in Lüttich. Scarponis Astana-Mannschaft startete aus der ersten Reihe, alle Teamkollegen trugen einen Trauerflor.

Der Kletterspezialist sollte sein Team nach dem Ausfall Fabio Arus dieses Jahr bei der am 5. Mai startenden Italien-Rundfahrt als Kapitän anführen. "Wir haben einen großartigen Champion und einen besonderen Typen verloren, der in jeder Situation gelächelt hat", teilte Scarponis Rennstall mit. Er hinterlässt seine Frau und die Zwillinge Giacomo und Tommaso. "Einer der nettesten Jungs, den man treffen konnte", twitterte der britische Ex-Weltmeister Mark Cavendish.

Immer freundlich, immer lächelnd

"Mir fehlen die Worte für diese Tragödie", sagte Tour-Etappensieger Simon Geschke. "Nachrichten wie diese treffen dich, wenn du es nicht kommst siehst. Das Leben kann so schnell und unerwartet zu Ende sein. Es ist schockierend", schrieb Top-Sprinter Marcel Kittel. Tony Martin twitterte: "Es ist unmöglich, die richtigen Worte zu finden. Ich werde dich vermissen, Michele Scarponi. Immer freundlich, lächelnd und ein echter Gentleman."

Scarponi, der 2014 als loyaler Helfer maßgeblichen Anteil am Tour-de-France-Sieg seines Kapitäns Vincenzo Nibali hatte, war nach der Dopingdisqualifikation von Alberto Contador nachträglich zum Sieger des Giro 2011 gekürt worden. Bei der nachträglichen Überreichung des Rosa Trikots hatte er Contador bedauert: "Sorry, Alberto."

Scarponi war auch selbst in Dopingskandale verwickelt. 2012 wurde er zu einer Sperre von drei Monaten verurteilt, nachdem er zugegeben hatte, zwei Jahre zuvor zwei Fahrtests unter dem Dopingarzt Michele Ferrari absolviert zu haben. Zum damaligen Zeitpunkt war Sportlern der Kontakt zu dem gesperrten Mediziner verboten gewesen.

Zudem arbeite Sacarponi wie Jan Ullrich und Basso mit dem spanischen Frauenarzt und Dopingversorger Eufemiano Fuentes zusammen. Er war deshalb 2007 für 15 Monate gesperrt worden.

luk/dpa



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