Dopingbericht Rad-Verbandschef Cookson erwartet "Unangenehmes"

Das Thema Doping lässt den Radsport nicht los. Der Bericht einer Kommission im Auftrag des Weltverbands dürfte neue Enthüllungen an den Tag bringen. Das erwartet zumindest der Weltverbandsboss Cookson.

UCI-Boss Cookson: "Wenn man in ein Wespennest sticht"
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UCI-Boss Cookson: "Wenn man in ein Wespennest sticht"


Hamburg - Der mit Spannung erwartete Bericht zur Doping-Vergangenheit im Radsport wird laut Weltverbandschef Brian Cookson "viele unangenehme Dinge" beinhalten. Wenn man in ein Wespennest steche, werde man auch entsprechend fündig, sagte der UCI-Präsident der englischen Zeitung "Guardian" und ergänzte: "Wir sollten darauf vorbereitet sein. Ich denke aber nicht, dass es viele neue Enthüllungen geben wird, denn wir haben eine ziemlich genaue Vorstellung von dem, was passiert ist und wie weit verbreitet das Problem war."

In der kommenden Woche erhält die UCI den Report von der unabhängigen Kommission zur Doping-Aufarbeitung (Circ), die mehr als ein Jahr lang das dunkle Kapitel des Radsports durchleuchtet hatte. Anschließend soll der Bericht zügig und unzensiert veröffentlicht werden. "Wir wollen nicht in eine Fifa-ähnliche Situation kommen. Sofern es nicht rechtliche Hindernisse gibt, werden Namen genannt", sagte Cookson.

Die dreiköpfige Kommission, der auch der deutsche Cas-Richter Ulrich Haas angehörte, hatte die Doping-Vergangenheit zwischen 1998 und 2013 untersucht und viele Zeugen befragt. Auch der lebenslang gesperrte Ex-Radstar Lance Armstrong hatte ausgesagt. Die Circ hat die Möglichkeit, reduzierte Sperren bei entsprechenden Zeugenaussagen auszusprechen. Ob Armstrong davon profitieren kann, ist aber eher fraglich, da der Fall bereits rechtskräftig verhandelt ist.

aha/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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rolandjulius 22.02.2015
1. Ein Hoffnungsschimmer...
dass uns Reiner Wein eingeschenkt wird.
spon72 22.02.2015
2. Warum gibt es...
...so eine Aufarbeitung immer nur im Radsport? Jeder weiß doch, dass es in allen anderen Sportarten ähnlich zugeht. Die Antwort ist natürlich ganz einfach, es geht um Image und viel, viel Geld. Es ist dem geneigten Sportfan größtenteils egal, ob seine Helden leistungssteigernde Mittelchen zu sich nehmen, weil nicht nur bei den Vereins- und Verbandsbossen die Sensibilisierung für das Problem völlig fehlt, sofern es eine gute Show mit den richtigen Siegern gibt, ist alles okay. Es ist den Medien egal, ob die von ihnen übertragene Sportart dopingverseucht ist, solange es mithilfe von dilettantischen Tests unter dem Teppich bleibt, Hauptsache die Quote stimmt. Und es ist auch den Athleten egal, ob sie sich mit EPO, Amphetaminen, Kortison oder der Zuführung von Eigenblut mit angereicherten roten Blutkörperchen die Gesundheit ruinieren, solange die Medaillen in der Vitrine hängen. Es ist immer dieselbe Geschichte, dass lediglich der Radsport seine Vergangenheit und Gegenwart halbwegs glaubhaft aufarbeitet und jeder, der denkt, dass flächendeckendes Doping nur in dieser Sportart existierte und teilweise noch existiert, dem ist nicht mehr zu helfen.
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