Radsport Ullrich ätzt gegen Ex-Rivalen Armstrong

"Der liebe Gott richtet alles": Mit großen Worten hat sich Jan Ullrich zur Dopingaffäre um Lance Armstrong geäußert. Der Deutsche will schon immer gewusst haben, dass sein einstiger Kontrahent nicht davonkommen würde. Ein eigenes Dopinggeständnis legt Ullrich aber nach wie vor nicht ab.

Radsport-Kontrahenten Ullrich (r.), Armstrong (2005): "Das war schon extrem"
REUTERS

Radsport-Kontrahenten Ullrich (r.), Armstrong (2005): "Das war schon extrem"


Hamburg - Ausgerechnet Jan Ullrich. Der frühere deutsche Radstar hat seinen einstigen Dauerrivalen Lance Armstrong massiv attackiert. Der tiefe Fall des US-amerikanischen Dopingsünders habe dem Radsport einen "Riesenschaden" zugefügt, aber überrascht habe ihn die Causa nicht, sagte der 39-Jährige der "Sport Bild".

"Ich gönne niemandem etwas Schlechtes, auch Lance nicht. Aber ich habe immer gesagt: Lance wird nicht davonkommen. Der liebe Gott richtet alles", sagte Ullrich, selbst umstrittener Tour-Sieger von 1997. "Lance hat sich zu viele Feinde gemacht. Er wollte immer der Boss sein und hat seine Untergebenen teilweise gnadenlos geführt. Das war schon extrem."

Armstrong hatte Anfang dieses Jahres gestanden, bei seinen sieben Tour-de-France-Siegen gedopt zu haben. Die Titel wurden ihm nachträglich aberkannt. Auch Ullrich wurde mittlerweile als Dopingsünder verurteilt. Er steht im Verdacht, unter anderem bei seinem Tour-Sieg 1997 verbotene Mittel benutzt zu haben.

"Ich war auch Teil des Systems"

Eine eigene Dopingbeichte lehnt Ullrich erneut ab: "Der Radsport hat sich selbst aufgeklärt. Ich war auch Teil des Systems. Je mehr herauskam, umso besser haben die Leute meine Aussagen von damals verstanden." Er hatte stets betont, niemanden betrogen zu haben. Auf die Frage "Weil eben alle das gleiche gemacht haben?" antwortete er: "Genau."

Im vergangenen Jahr wurde Ullrich vom Internationalen Sportgerichtshof Cas wegen seiner Verwicklung in den Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes zu einer zweijährigen Sperre verurteilt, die rückwirkend vom 22. August 2011 an ausgesprochen wurde. Außerdem wurden ihm alle Resultate vom 1. Mai 2005 an gestrichen. Sein Tour-Sieg von vor 16 Jahren hat allerdings weiter Bestand. Einer drohenden Anklage wegen Sportbetrugs durch die Staatsanwaltschaft in Bonn war Ullrich im April 2008 durch eine Zahlung in Höhe von 250.000 Euro entgangen.

ham/sid/dpa



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Seite 1
jujo 12.06.2013
1. ....
Zitat von sysopREUTERS"Der liebe Gott richtet alles": Mit großen Worten hat sich Jan Ullrich zur Dopingaffäre um Lance Armstrong geäußert. Der Deutsche will schon immer gewusst haben, dass sein einstiger Kontrahent nicht davonkommen würde. Ein eigenes Doping-Geständnis legt Ullrich aber nach wie vor nicht ab. http://www.spiegel.de/sport/sonst/radsport-ullrich-aetzt-gegen-ex-rivale-armstrong-a-905291.html
Wer braucht denn bei dieser überwältigenden Indizienlage noch ein Geständnis von Ulrich? Ich gebe zu, ich habe auch lange Jahre Radsport im TV geschaut, seit 4 oder 5 Jahren aber nicht mehr!
diepresselügt 12.06.2013
2. "ich hab niemanden betrogen"
Zitat von sysopREUTERS"Der liebe Gott richtet alles": Mit großen Worten hat sich Jan Ullrich zur Dopingaffäre um Lance Armstrong geäußert. Der Deutsche will schon immer gewusst haben, dass sein einstiger Kontrahent nicht davonkommen würde. Ein eigenes Doping-Geständnis legt Ullrich aber nach wie vor nicht ab. http://www.spiegel.de/sport/sonst/radsport-ullrich-aetzt-gegen-ex-rivale-armstrong-a-905291.html
so siehts aus... Recht hat der Mann, sie haben alle gedopt ! Der satz hat doch damals alles ausgesagt... nur wenige haben es aber kapiert!
dadanchali 12.06.2013
3. nee
Zitat von sysopREUTERS"Der liebe Gott richtet alles": Mit großen Worten hat sich Jan Ullrich zur Dopingaffäre um Lance Armstrong geäußert. Der Deutsche will schon immer gewusst haben, dass sein einstiger Kontrahent nicht davonkommen würde. Ein eigenes Doping-Geständnis legt Ullrich aber nach wie vor nicht ab. http://www.spiegel.de/sport/sonst/radsport-ullrich-aetzt-gegen-ex-rivale-armstrong-a-905291.html
Schon klar die größten Lügenbolde berufen sich auf lächerlichen Aberglauben. Ein erfundener Götze richtet also die Lügner hier unten. Dann wohl auch den Herrn Ullrich selbst. Manchmal wünscht man sich dann doch, dass dieser alberne Aberglaube real sei, denn dann würde solchen Typen wie Ullrich irgendwann alles um die Ohren gehauen. Vielleicht hatten sie ja den gleichen Dealer. Das zu sagen, Herr Ullrich, wäre ne richtige Anekdote für die Ewigkeit.
gegenpressing 12.06.2013
4.
Zitat von diepresselügtso siehts aus... Recht hat der Mann, sie haben alle gedopt ! Der satz hat doch damals alles ausgesagt... nur wenige haben es aber kapiert!
Na ja. Wer den Satz nicht kapiert hat, dem war auch nicht mehr zu helfen! Wann fiel der Satz, 2006? 2007? Da war Festina längst durch. Armstrongs Lügen schon längst Thema. Dann kam ja mit Fuentes raus, dass er dutzende Fahrer betreut hatte. Also wer da noch nicht wusste, dass bei den Pros Doping dazu gehört wie die Frühstückssemmel, dem kann man getrost Ignoranz attestieren. In den Medien wurde der Satz ja auch damals schon lang und breit in diese Richtung interpretiert. Aber gut, es gibt ja heute auch noch genug Leute, die an mysteriöse Blutkrankheiten und an verseuchtes Kalbfleisch aus Spanien glauben.
parsimony 12.06.2013
5. Durchhalteparolen
Naja, irgendetwas musste Ulrich ja auch als Durchhalteparole dienen, als schon auf ihn medial eingeprügelt wurde, während Armstrong noch der strahlende Held war. Wäre Armstrongs Doping als erstes öffentlich behandelt worden, wäre die Wahrnehmung doch komplett andersrum gewesen. Die Reichweite der Aussage: "Ich habe niemanden betrogen", dürfte wohl immernoch unterschätzt werden; immerhin impliziert es, dass alle (Fahrer, Betreuer, Offizielle, Sponsoren, etc.) vom Dompingsystem gewusst haben. Was nahelegt, dass es heute nicht anders sein wird.
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