Doping im Radsport Ullrich fordert Nachsicht für Armstrong

Neues vom Doper Jan Ullrich: Der frühere Radsport-Profi würde Lance Armstrong die sieben Tour-de-France-Titel zurückgeben, die der US-Amerikaner wegen Dopings aberkannt bekommen hatte. Begründung: "Die Zeit damals war eben so."

Radprofis Armstrong (l.), Ullrich (2001): Duell mit verbotenen Mitteln
REUTERS

Radprofis Armstrong (l.), Ullrich (2001): Duell mit verbotenen Mitteln


Hamburg - Radsport und Doping, das war in der Profizeit von Jan Ullrich untrennbar miteinander verbunden. Der frühere Star des Team Telekom überrascht regelmäßig mit etwas kruden Ansichten zu dieser Zeit, nun ist es mal wieder so weit. Der "Sport Bild" sagte Ullrich: "Ich würde Lance Armstrong die Tour-Siege zurückgeben."

Ullrichs Begründung, warum der US-Amerikaner seine sieben Titel wiederbekommen sollte: "Bjarne Riis hat man ja auch seinen Sieg von 1996 zurückgegeben. Die Zeit damals war eben so. Es ist niemandem geholfen, wenn in den Siegerlisten Striche stehen."

Lance Armstrong hatte die Tour von 1999 bis 2005 siebenmal in Folge gewonnen. Im Januar dieses Jahres gab er zu, dass er dabei im großen Stil gedopt hatte. Die Titel wurden ihm allesamt aberkannt. Ullrich war damals sein großer Kontrahent, wurde 2000, 2001 und 2003 Zweiter hinter dem US-Amerikaner. Auf die Titel erhebt er jedoch keine Ansprüche: "Ich will nur Siege, die ich auf dem Rad erfahren habe. Am grünen Tisch möchte ich nichts gewinnen", sagte Ullrich.

Ullrich als Epo-Doper enttarnt

Der 39-Jährige, der 1997 die Tour gewonnen hatte, steigerte seine Leistung ebenfalls mit verbotenen Mitteln. So wurde Ullrich jüngst bei Nachtests der Tour 1998 als Epo-Doper enttarnt und hatte zuvor bereits Blutdoping gestanden.

Auf die Frage, warum er nicht von Anfang an Doping zugegeben habe, antwortete Ullrich: "Ich habe mich eben anders entschieden. Im Nachhinein hätte ich vielleicht einiges anders gemacht. Aber ich bin nun mal kein Gott, der alles sieht und richtig macht."

ham/sid



insgesamt 171 Beiträge
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Seite 1
janne2109 31.07.2013
1. ....
ah verstehe - die Zeit war so. Prima wie leicht der Mann sich das macht, man sollte ihn zu Regresszahlungen verdonnern. Er hat alle Radsportfreunde beschi....., bin keiner aber diese Aussage würde mich sehr treffen. Was ist wenn jeder beschei... und damit sein Geld verdient, sooo sind die Zeiten nicht. Jedenfalls nicht für die Mehrheit der Bürger.
mr.denali 31.07.2013
2. Lustig
Die Auswirkungen des Dopings scheinen auch die Leistung des Gehirns zu beeinträchtigen. Was Herr Ullrich von sich gibt, ist schon seit einiger Zeit nicht mehr rational erklärbar. Am Besten, er gerät in Vergessenheit in seinen Schweizer Exil. Genug Geld wird er ja wohl verdient haben durch seinen Betrug.
klaus64 31.07.2013
3. Siege der Pharmaunternehmen
Mehr und mehr verfestigt sich der Eindruck, dass keine wirklichen Siege von Sportlern mehr gibt, sondern nur die Pharmaunternehmen, die Ärzte und die trickreichsten Teams einen Preis gewinnen können. Mit Apfelsaft und Kaffee gewinnt heute kein Sportler mehr. Alle brauchen Betreuer für alle möglichen körperlichen und seelischen Probleme. Man muss sich fragen, ob eine weitere Kommerzialisierung des Spitzensports oder des Sports überhaupt geduldet werden soll.
fatherted98 31.07.2013
4. Jedes Wort...
...das Ulrich sagt, ist eines zu viel. Was bezweckt der Mann eigentlich? Sein Name ist bei allen verbrannt...warum drängt er so in die Medien...soll er doch seine Knete in der Schweiz verbraten und die Klappe halten...alles was er erreicht hat, hat er seinen Fans zu verdanken....und die hat er belogen und betrogen.
l.augenstein 31.07.2013
5.
Zitat von sysopREUTERSNeues vom Doper Jan Ullrich: Der frühere Radsport-Profi würde Lance Armstrong die sieben Tour-de-France-Titel zurückgeben, die der US-Amerikaner wegen Dopings aberkannt bekommen hatte. Begründung: "Die Zeit damals war eben so." http://www.spiegel.de/sport/sonst/radsport-ullrich-wuerde-armstrong-tour-siege-zurueckgeben-a-914019.html
Die Siege kann Armstrong eh keiner nehmen. Aber Ullrich hat recht, es ist ein Witz und an Dummheit nicht zu überbieten, ihn aus den Listen zu streichen, während man die ebenfalls gedopten Zweit- und Drittplazierten und alle anderen stehen läßt!
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