Hamburg - Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt seien, werde er weitermachen, kündigte Rudolf Scharping an. Erst vor rund zwei Wochen hatte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) ausgeschlossen, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Sollte sich bis zur Mitgliederversammlung in Gelsenkirchen am 23. März eine Mannschaft finden, "die funktioniert und die ein gemeinsames, klares Konzept verfolgt", werde er weitermachen, sagte Scharping nun.
Zudem müssten seine privaten und geschäftlichen Belange mit dem Amt in Einklang gebracht werden, sagte der SPD-Politiker. Der ehemalige SPD-Vorsitzende und Verteidigungsminister, der inzwischen als Firmenberater unter anderem in China aktiv ist, steht seit März 2005 an der Spitze des BDR.
Als mögliche Herausforderer gelten Toni Kirsch, der Präsident des Landesverbands Nordrhein-Westfalen und Bundesjugendleiter, und Sylvia Schenk, die den Verband schon einmal zwischen 2001 und 2004 geleitet hatte. Dass sich seine Vorgängerin als Gegenkandidatin in Stellung gebracht hat, mache ihm keine Sorgen, so Scharping: "Frau Schenk ist nicht der Gegenstand meiner Überlegungen." Kenner der Szene gehen jedoch davon aus, dass Schenks mögliche Kandidatur einer der Hauptgründe für Scharpings Sinneswandel ist.
Ende Februar hatte Scharping dem BDR-Präsidium mitgeteilt, nicht erneut für das Präsidentenamt zur Verfügung zu stehen. Es wäre ein guter Zeitpunkt für einen Rückzug, so der 65-Jährige damals. Die sportliche Bilanz sei seiner Meinung nach "sehr gut, und die Perspektiven versprechen weiteren Erfolg". Zudem habe der BDR "eine ausgezeichnete Mitgliederentwicklung und stabilisierte Finanzen".
Zuletzt war der Verband nach den zahlreichen Dopingenthüllungen im internationalen Radsport aber massiv in die Kritik geraten. Der BDR habe sich in der Problematik nicht entscheidend positioniert, so der Vorwurf. Auch intern wurde Scharping dafür heftig kritisiert.
max/dpa
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