Verurteilter Bruyneel Wada fordert längere Sperre gegen Armstrong-Teamchef

Für seine Rolle im Dopingskandal um Lance Armstrong wurde der ehemalige Teamchef Johan Bruyneel für zehn Jahre gesperrt. Der Welt-Anti-Doping-Agentur reicht das nicht - sie will vor dem internationalen Sportgericht gegen das Urteil vorgehen.

Ehemaliger Armstrong-Teamchef Bruyneel: Zehn Jahre gesperrt
DPA

Ehemaliger Armstrong-Teamchef Bruyneel: Zehn Jahre gesperrt


Hamburg - Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) wird die zehnjährige Sperre gegen Lance Armstrongs früheren Teamchef Johan Bruyneel vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas anfechten. Auch mit den achtjährigen Sanktionen gegen den US-Postal-Teamarzt Pedro Celaya und Trainer Jose Marti ist die Wada nach Durchsicht der Urteilsbegründung nicht einverstanden.

Bruyneel, Celaya und Marti waren im April von einem unabhängigen Schiedsgericht in den USA verurteilt worden. Die drei ehemaligen Radsport-Betreuer waren für ihre Rolle in der Dopingaffäre um Armstrong zur Verantwortung gezogen worden. Das Verfahren angestrengt hatte die US-Anti-Doping-Agentur Usada mit ihrem Boss Travis Tygart.

Die Wada fordert nun bei ihrem Einspruch längere Sperren für die beteiligten Akteure und erfährt dabei nach eigenen Angaben Unterstützung durch den Radsportweltverband UCI und die Usada. Bis zur Entscheidung durch den Cas wollen sich alle drei Institutionen nicht weiter zum Verfahren äußern.

Bruyneel hatte im Dezember bei einer Anhörung in London die Möglichkeit, zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung zu beziehen. Er verzichtete jedoch auf eine Aussage und konnte keinen glaubwürdigen Entlastungszeugen aufbieten. 2012 war Bruyneel von seinem Posten als Teamchef des Rennstalls RadioShack-Nissan zurückgetreten, mit dem Radsport will er schon länger abgeschlossen haben.

buc/sid



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nemensis_01 16.06.2014
1. Komisch,
wenn andere schon verurteilt haben, dann kann die WADA sich aufpusten. Von selber wäre in der Sache ja noch nicht einmal der Mannschaftswagen verurteilt worden. Armstrong und Konsorten wären ohne die Amis noch in Amt und Würden. Wie die WADA tickt, sieht man am neuen Skandal um Froome. Die gleichen Anfänge ( ...wehret den Anfängen....) mit Kortisonspray während des Wettkampfs usw. und was passiert? Nix. Sei Sache des Radverbandes. Ja genau, von dessen Seriösität weiss ja auch jedes Kind.
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