Rallye Dakar Deutsche Titelhoffnungen auf dem Beifahrersitz

Ab in die Wüste: Am Samstag geht die Rallye Dakar in ihre 33. Runde. Insgesamt 430 Fahrerteams jagen im Auto, auf dem Motorrad oder auf dem Quad durch Südamerika. Titelchancen haben auch zwei Deutsche - allerdings nicht am Steuer.

dpa

Hamburg - Von Buenos Aires bis an die Grenze von Peru und wieder zurück: Zum dritten Mal startet die Rallye Dakar in Südamerika. Vom 1. bis zum 15. Januar fahren die Autos, Quads, Buggys und Motorräder quer über den südamerikanischen Kontinent. Auf 13 Etappen durchqueren 430 Fahrerteams die argentinische Pampa, die Anden und die chilenische Atacama-Wüste. Insgesamt müssen sie eine Strecke von über 9618 Kilometern hinter sich bringen.

Zu den größten Favoriten gehören in diesem Jahr wieder die VW-Fahrerteams. "Unser Ziel bei der Dakar 2011 ist es ganz klar, den Siegen von 2009 und 2010 einen weiteren folgen zu lassen", sagt VW-Motorsportdirektor Kris Nissen. Und sein Fahreraufgebot kann sich sehen lassen: Vorjahresgewinner Carlos Sainz und sein Beifahrer Lucas Cruz aus Spanien sind ebenso dabei wie der Sieger von 2009, Giniel de Villiers. Der Südafrikaner wird erneut mit dem Deutschen Dirk von Zitzewitz als Co-Pilot an den Start gehen.

Ebenfalls um den Titel mitfahren wollen Nasser Al-Attiyah und Timo Gottschalk. Das Multitalent aus Katar, das 2004 Olympiavierter im Tontaubenschießen wurde, und sein Deutscher Co-Pilot hatten sich Anfang dieses Jahres Sainz nur knapp geschlagen geben müssen. Der Rückstand betrug lediglich 2:12 Minuten - der knappste in der Geschichte der Rallye. "Wir wollen die Dakar gewinnen", sagt der 36-jährige Gottschalk, und auch sein Partner Al-Attiyah gibt sich kampfeslustig: "Nach der knappen Niederlage im Vorjahr wollen Timo und ich beweisen, dass wir Siegertypen sind." Auch das vierte VW-Team mit Mark Miller und Ralph Pitchford ist nach ihrem zweiten und dritten Platz in den Vorjahren Anwärter auf den Titel.

Deutsche Piloten haben kaum Titelchancen

Härtester Konkurrent für den deutschen Hersteller wird wohl Rekordgewinner Stephane Peterhansel sein. Der Franzose gewann die Rallye bereits neunmal, sechsmal auf dem Motorrad, dreimal im Auto. Sein letzter Sieg liegt allerdings schon knapp vier Jahre zurück. Peterhansel tritt wie im Vorjahr für BMWs X-raid-Team an. Als Beifahrer unterstützt ihn Landsmann Jean Paul Cottret.

Kaum Titelchancen haben die deutschen Piloten im Feld: Matthias Kahle mit seinem Beifahrer Thomas Schünemann sowie Stephan Schott mit Holm Schmidt gelten nicht unbedingt als Top-Favoriten. Christina Meier auf dem Motorrad komplettiert das deutsche Fahrerfeld.

In diesem Jahr werden die Navigationskünste der Beifahrer in besonderer Weise gefordert sein. Weder Straßenschilder noch andere optische Signale weisen den Piloten auf ihrer Rundreise den Weg. Stattdessen gibt es die sogenannten versteckten Wegpunkte. Bisher bekamen die Rallye-Crews Signale, wenn sie sich in einem Radius von drei Kilometern um diese Kursmarken befanden.

Nun hat die Rennleitung die Bedingungen verschärft: Der Radius wurde auf 800 Meter reduziert. "Es wird schwieriger, aber auch interessanter", sagt Zitzewitz. Gerade Amateure und Motorradfahrer müssen sich nun noch mehr konzentrieren, damit sie nicht umkehren müssen. Zudem wird den Crews die Planung der Tour schwieriger gemacht. Denn detaillierte Informationen zur Strecke bekommen die Teams diesmal erst bei der Technischen Abnahme am Freitag. "Ich persönlich freue mich auf diese neue Aufgabe", sagt Zitzewitz.

Die ursprüngliche Route zwischen Europa und Afrika wird seit einer Terrorwarnung 2008 nicht mehr gefahren. Stattdessen findet die Rallye seit 2009 Südamerika statt. Sie birgt neben dem Abenteuer auch allerlei Gefahren. Seit der erstmaligen Austragung 1978 hat es einer inoffiziellen Statistik zufolge 59 Todesopfer im Zusammenhang mit der Tour gegeben. Zum Auftakt des vergangenen Rennens war eine Zuschauerin aus Argentinien vom Fahrzeug des Deutschen Mirco Schultis erfasst und tödlich verletzt worden.

bka/sid/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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drsindelfaenger 01.01.2011
1. ... noch mehr deutsche Team unterwegs!
Oder wird mal wieder nur über die Vollprofis berichtet? Ich finde die Amateur-Teams da doch viel interessanter! Wenn ich so in die Starterliste schaue, finde ich z.B. bei den LKWs mit Startnummer 507 das Team um Franz Echter, mit der Nummer 528 Mathias Behringer und last but not least mit der Nummer 549 das Walcher-Team. Wäre schön wenn man von diesen Teilnehmern auch mal berichten würde - oder sie zumindest der Vollständigkeit halber ebenfalls nennen würde!
tschierva 02.01.2011
2. Bitte nicht übertreiben ...
Eindrucksvolle Bilder - allerdings ist das erste offensichtlich manipuliert. Lockerer Sand (Düne, Leeseite) hat einen kritischen Böschungswinkel von max. 40-45°. Bei Überschreitung dieses Wertebereichs treten "grain flows" (Sandlawinen) auf. Böschungswinkel, wie der hier gezeigte sind unmöglich - vor allem bei Tag, wenn andere Faktoren (Stabilisierung durch Feuchtigkeit) ausfallen. Das Bild ist offensichtlich im Uhrzeigersinn rotiert (auf ca. 60°), um noch eindrucksvoller zu wirken. Überflüssig ...
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