Rassismus-Skandal in der NBA "Ich hätte sie einfach auszahlen sollen"

Mit rassistischen Äußerungen sorgte Donald Sterling für einen Skandal im US-Basketball - nun meldet er sich erstmals öffentlich zu Wort. Und macht alles nur noch schlimmer.

Noch-Clippers-Besitzer Sterling: Erste öffentliche Äußerung
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Noch-Clippers-Besitzer Sterling: Erste öffentliche Äußerung


Hamburg - Donald Sterling hat sich seit Bekanntwerden seiner rassistischen Äußerungen erstmals öffentlich geäußert und sein Bedauern ausgedrückt - allerdings nicht über seine diskriminierenden Bemerkungen gegenüber Schwarzen. Stattdessen bedauerte er, dass er seine Freundin V. Stiviano, die den Skandal bekanntgemacht hatte, nicht mit Geld zum Schweigen gebracht habe. "Ich hätte sie einfach auszahlen sollen", wird der Noch-Besitzer des NBA-Clubs Los Angeles Clippers vom amerikanischen Magazin "DuJour" zitiert.

Bislang hat der in Los Angeles ansässige Verlag nur diese eine Passage aus dem "exklusiven Gespräch" veröffentlicht. "DuJour" spricht vor allem die reiche amerikanische Oberschicht an.

Der 80-Jährige hatte sich in einem Gespräch mit der fast 50 Jahr jüngeren Staviano rassistisch geäußert . Ein Mitschnitt war US-Medien zugespielt worden, daraufhin hatte ein Internetportal die Aufnahme am vergangenen Wochenende öffentlich gemacht.

Über Schwarze soll Sterling demnach zu Stiviano gesagt haben: "Du kannst mit ihnen schlafen, du kannst machen, was du willst. Ich bitte dich nur, das nicht zur Schau zu stellen und sie nicht mit zu meinen Spielen zu bringen." Die amerikanische Basketball-Liga NBA sperrte ihn anschließend auf Lebenszeit und erlegte ihm die höchstmögliche Geldstrafe von 2,5 Millionen Dollar auf.

Stiviano verteidigte den Geschäftsmann unterdessen etwas überraschend in der Talkshow "20/20" des TV-Senders ABC. Sie glaube "tief in ihrem Herzen" nicht, dass Sterling ein Rassist sei: "Das, was er sagt, ist meiner Meinung nach nicht das, was er fühlt. Jeder kann so was in der Hitze des Gefechts äußern."

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Derweil ist noch immer unklar, was mit den Clippers passiert. Zuletzt hatte eine prominente Gruppe um US-Moderatorin Oprah Winfrey Interesse an der Basketball-Mannschaft angemeldet. Sollte Sterling von der NBA zum Verkauf gedrängt werden, dann stehe man bereit, sagte der US-amerikanische Unterhaltungsmogul David Geffen dem TV-Sender ESPN. Geführt werden solle der Club von Oracle-Chef Larry Ellison, Winfrey sei eine Investorin.

Als an den Clippers interessiert gelten neben dem Trio um Winfrey auch eine Investorengruppe um Earvin "Magic" Johnson sowie Box-Weltmeister Floyd Mayweather.

psk/sid

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