Reaktionen "Dopingakte DDR zugeklappt"


Friedhelm Julius Beucher

, Vorsitzender des Sportausschusses im Bundestag:
Als Abgeordneter soll man keine Urteilsschelte machen. Beide Verurteilten sind eben noch einmal davongekommen, denn das Vergehen war eindeutig. Vor schärferer Bestrafung in Anbetracht der nachgewiesenen Fälle hat sie nur gerettet, dass zwischen DDR und BRD eine unterschiedliche Rechtsprechung vorlag. Damit ist die strafrechtliche Seite der Dopingakte DDR zugeklappt. Ich erwarte jetzt eine Reihe von Zivilprozessen der Opfer."

Katrin Krabbe-Zimmermann, Doppel-Weltmeisterin von 1991 im Sprint:
Ich habe mir über den Prozess noch keine Gedanken gemacht. Es war auch nicht meine Zeit. Deshalb habe ich mit der Sache auch nicht mehr so viel zu tun.

Michael Borgis, CDU, Vorsitzender des Sportausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus:
Die Urteile gegen den langjährigen DDR-Sportchef Manfred Ewald und den Sportarzt Manfred Höppner sind gerecht. Setzt man die Urteile ins Verhältnis zu den Mauerschützenprozessen, dann ist das Strafmaß sogar erstaunlich hoch. Haftstrafen wären zu viel gewesen.

Klaus Kinkel, Sportpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion:
Das Urteil gegen Manfred Ewald und Manfred Höppner war notwendig. Das entscheidende Signal lautet: Die Hauptverantwortlichen werden für ihr skrupelloses Tun zur Rechenschaft gezogen. Der Sport und vor allem die Sportler wurden als Mittel des Klassenkampfes in unverantwortlicher Weise missbraucht. Das Urteil bietet keinen Anlass, sich nun beruhigt zurückzulehnen oder mit dem Finger auf die DDR zu zeigen. Jeder muss vor seiner eigenen Tür kehren. Doping ist immer noch ein ernstes Problem, leider nicht nur im Spitzensport.



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