Pferdesport Zur Reit-WM? Kostet 1,5 Millionen Euro

51 Pferde, 5500 Kilogramm Futter, Sportler, Ärzte, Pfleger: Die Teilnahme an der Reit-WM in den USA wird für den deutschen Verband zur logistischen Großaufgabe. Und sie wird teuer.

Ludger Beerbaum auf Pferd Casello
DPA

Ludger Beerbaum auf Pferd Casello


Eine Weltmeisterschaft auszurichten, ist kostspielig. Klar. Doch auch die Teilnahme daran kann einen Millionenbetrag kosten. Das weiß auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN). Um bei den Weltreiterspielen im September in den USA an den Start zu gehen, werden 1,5 Millionen Euro fällig. Das sagte FN-Sportchef Dennis Peiler.

"Wir fliegen mit 51 Pferden", sagte Peiler: "Das ist eine Mammutaufgabe für uns." 47 Sportler reisen in die USA. "Aber das sind nicht die einzigen. Es kommen Pfleger, Besitzer, Trainer, Hufschmiede, Tierärzte und andere dazu." Zum Material, das die FN in die USA bringen muss, gehören auch 5500 Kilogramm Futter und zwei Kutschen für die Fahrer.

"800.000 Euro muss der Verband aus eigenen Mitteln aufbringen", sagte Peiler. Das Bundesinnenministerium zahle nur für die drei olympischen Disziplinen Springen, Dressur und Vielseitigkeit. Vom 11. bis 23. September werden in Tryon/North Carolina aber außerdem die Weltmeisterschaften im Fahren, Voltigieren, Distanzreiten, Reining sowie in der Para-Dressur ausgetragen.

Die WM in den USA ist erst die zweite in der Geschichte, die nicht in Europa ausgetragen wird. 2010 war der US-Bundesstaat Kentucky Gastgeber. Schon damals kostete die Teilnahme die FN einen vergleichbaren Betrag. Der sportliche Erfolg konnte sich sehen lassen, mit unter anderem fünf Goldmedaillen landete Deutschland im Medaillenspiegel auf dem zweiten Platz hinter Großbritannien.

Hauptziel in Tryon sei die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Japan. "Dafür müssen die Mannschaften unter den Top sechs sein", sagte Peiler. "Zweites Ziel ist es, unter die Top drei im Medaillenspiegel zu kommen."

mon/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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sh.stefan.heitmann 24.04.2018
1. wirklich eine Frechheit...
...das die selbst für die Kosten aufkommen müssen... Ironie aus. Ne Frechheit ist da das was von meinen Steuern für verwendet wird
le.toubib 24.04.2018
2. wirklich eine Frechheit...
Zitat von sh.stefan.heitmann...das die selbst für die Kosten aufkommen müssen... Ironie aus. Ne Frechheit ist da das was von meinen Steuern für verwendet wird
Glauben Sie etwa, andere Sportler bekommen für eine WM kein Geld vom Staat? Wenigstens gibt es im Pferdesport - zumindest meines Wissens nach - nicht den berühmt-berüchtigten "Sport-"Soldaten ...
Lankoron 24.04.2018
3. Hm, ich glaube,
die meisten der Reiter arbeiten direkt oder indirekt für die Besitzer der Pferde oder sind es sogar selber. Sie haben damit oftmals einen finanziellen Hintergrund, von dem andere Sportler nur träumen können. Und es geht ja gar nicht um die Sportler, es um den Verband. Andere Verbände tragen im übrigen auch grosse Kosten für ihre Mitglieder, wenn diese zu internationalen Sportereignissen fahren oder fliegen...
JungUndFrei 24.04.2018
4.
Warum muss Spitzensport gefördert werden? Das Geld wäre im Breitensport deutlich besser aufgehoben. Viele Turnhallen hätten eine Renovierung bitter nötig. Leider hat der Breitensport keine Lobby.
jonina 24.04.2018
5. Jonina
Wofür kaum ein Bewusstsein besteht und was auch in den Medien wenig kritisiert wird ist, dass für diese Events Pferde nicht artgerecht gehalten werden und mit Zwang und Gewalt trainiert werden. Allein der Transport ist eine Tortour für die Tiere. Wenn ich entscheiden könnte, würden meine Steuern dafür keinesfalls verwendet werden. Der Reitsport braucht vielmehr Begrenzung durch entsprechende Gesetze zum Wohl der Pferde. Nur: dafür braucht's andere Werte als Profit und Popularität.
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