Nach SPIEGEL-Bericht Reiterpräsident Graf zu Rantzau verurteilt Alkoholexzesse

Nach einem Bericht des SPIEGEL über Exzesse im Nachwuchsbereich der deutschen Springreiter hat sich der Verbandspräsident betroffen geäußert. Er sagte zudem, Alkohol sei kein generelles Problem unter den Athleten.

Breido Graf zu Rantzau
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Breido Graf zu Rantzau


Reiterpräsident Breido Graf zu Rantzau hat sich nach einem Bericht des SPIEGEL bestürzt über Alkoholexzesse und sexuelle Übergriffe im deutschen Reitsport gezeigt. "Es macht mich persönlich sehr betroffen und es geht uns allen im Verband an die Nieren, dass wir uns mit dem Thema sexualisierter Gewalt beschäftigen müssen", sagte der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN der "Rheinischen Post".

Graf zu Rantzau sagte, dass es sich um Einzelfälle handele. "Die überwiegende Mehrheit unserer Kader-Athleten aller Altersstufen benimmt sich gut und nimmt an solch grenzübergreifenden Aktionen nicht teil", so der 68-Jährige. In den bekannt gewordenen Fällen habe der Verband Abmahnungen, Verwarnungen, Kader-Suspendierungen und Geldstrafen ausgesprochen.

Der SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über junge Springreiter aus dem Nationalkader, die unter Alkoholeinfluss auf Turnieren junge Mädchen gefügig gemacht und sexuell missbraucht haben sollen. Im Zuge dessen hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Ermittlungen gegen einen 20 Jahre alten Springreiter eingeleitet. Der Mann stamme aus dem Landkreis Neuwied, teilte die Behörde mit.

Kritik kommt auch von Ludger Beerbaum

"Wir stellen uns bereits seit geraumer Zeit der Herausforderung, dass einige junge Springreiter dem Alkohol übermäßig zusprechen", sagte Graf zu Rantzau: "Für uns gehören Alkoholkonsum und Spitzensport nicht zusammen, deshalb lehnen wir übermäßigen Alkoholkonsum kategorisch ab."

Springreiter Ludger Beerbaum hatte nach dem Bericht des SPIEGEL ein hartes Durchgreifen gefordert. "Es wurde viel zu lange weggeschaut," sagte der viermalige Olympiasieger. Beerbaum selbst habe schon alkoholisierte Jungreiter vom Turniergelände verwiesen. Wer mit zu viel Alkohol erwischt wird, solle vom Turnier ausgeschlossen werden, beim zweiten Mal müssten längere Sperren ausgesprochen werden, sagte Beerbaum.

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jan/sid

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