Möglicher IOC-Bann: Präsident des Ringer-Weltverbandes tritt zurück

Am Boden: Wegen der drohenden Streichung seines Sports aus dem Olympia-Programm hat Ringer-Weltverbandspräsident Raphaël Martinetti seinen Rücktritt erklärt. Der Druck der nationalen Verbände war zu groß geworden.

Am Boden: Wegen der drohenden Streichung seines Sports aus dem Olympia-Programm hat der Ringer-Weltverbandspräsident seinen Rücktritt erklärt. Der Druck der nationalen Verbände war zu groß geworden.

Ringer (bei den Olympischen Spielen in London 2012): Verbandschef tritt zurück Zur Großansicht
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Ringer (bei den Olympischen Spielen in London 2012): Verbandschef tritt zurück

Hamburg - Raphaël Martinetti ist nicht mehr Präsident des Ringer-Weltverbandes Fila. Bei der Tagung am Samstag im thailändischen Phuket zog der Schweizer die Konsequenzen aus der drohenden Streichung der Sportart aus dem olympischen Programm. "Diese Entscheidung gibt dem internationalen Ringen die Gelegenheit, sich zu verändern und zu verbessern", sagte der Chef des amerikanischen Verbandes, Rich Bender. Am vergangenen Dienstag hatte die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) empfohlen, Ringen ab 2020 aus dem olympischen Programm zu streichen.

Ende April, Anfang Mai soll es nach Angaben des russischen Verbandes vom Samstag auf einem Kongress in Moskau Neuwahlen geben. Zudem wurde eine Krisengruppe gebildet. Diese soll mit Hilfe von Marketingagenturen eine Strategie erarbeiten, wie Ringen als Sportart weiter entwickelt werden kann. Eine Pressekonferenz des Exekutivkomitees stand am Samstag noch bevor.

Die IOC-Vollversammlung muss im September in Buenos Aires endgültig beschließen, welcher der sieben olympischen Ersatzkandidaten (Baseball/Softball, Klettern, Karate, Rollschuhsport, Squash, Wakeboarden, Wushu) nachrückt oder ob Ringen seinen Olympia-Status doch behalten darf. Für die Ringer ist die Versammlung die Chance, der IOC-Exekutive Ende Mai bei deren Sitzung in St. Petersburg zu zeigen, wie die versprochenen Sofortmaßnahmen aussehen.

Misstrauensvotum endet 11:10

Schon vor der Tagung in Phuket war der Druck auf Martinetti gewachsen, auch weil viele Präsidiumsmitglieder nichts von den Änderungswünschen des IOC gewusst hatten. Vor allem der Chef der russischen Ringervereinigung, Michail Mamiaschwili, forderte vehement einen Rücktritt des bisherigen Weltverbandspräsidenten.

Nach russischen Angaben war Martinetti in Phuket gefragt worden, was zu der IOC-Entscheidung geführt habe. Daraufhin sei der Schweizer aufgestanden und gegangen. Ein anschließendes Misstrauensvotum samt Abwahl auf Antrag Mamiaschwilis sei 11:10 ausgegangen. Martinetti war seit 2002 Fila-Chef. "Unser Sport kann jetzt wieder ein unbelastetes Verhältnis zum IOC aufbauen und sich mit einigen dringenden Herausforderungen und Chancen des Ringens befassen", sagte US-Verbandschef Bender.

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