Morddrohungen gegen Motorradpilot Fenati "Welle des Hasses ist nicht normal"

Der Täter sucht die Opferrolle: Skandalpilot Romano Fenati hat mit dem Motorsport abgeschlossen. Seine Social-Media-Accounts musste er deaktivieren, er fühlt sich unverstanden - und verkauft künftig Eisenwaren.

Romano Fenati
FABRIZIO PETRANGELI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Romano Fenati


Der italienische Skandalpilot Romano Fenati hat nach seiner lebensgefährlichen Aktion beim Großen Preis von San Marino Morddrohungen erhalten und will nie wieder Motorradrennen fahren. "Der Motorsport ist nicht mehr meine Welt. Es gibt zu viel Ungerechtigkeit", klagte der 22-Jährige in der italienischen Tageszeitung "La Repubblica". Künftig werde er im Eisenwarengeschäft seiner Familie im mittelitalienischen Ascoli arbeiten.

Am Sonntag hatte Fenati seinem Landsmann Stefano Manzi beim Moto2-Lauf in Misano während des Überholvorgangs bei über 200 Stundenkilometern in die Vorderradbremse gegriffen. Daraufhin wurde er für zwei WM-Rennen gesperrt, sein aktuelles Team (Marinelli Snipers) warf ihn raus, ein bereits unterzeichneter Vertrag für 2019 bei einem anderen Team wurde gekündigt.

Hier können Sie die Szene im Video sehen:

Konkurrent Manzi sagte dem Portal gpone.com, dass er mit Fenati abgeschlossen habe und ihm nicht verzeihen könne. "Eine Handlung, bei der ein Gegner versucht, einen Rivalen mit über 200 Stundenkilometern zu töten, indem er den Bremshebel betätigt, das ist unverzeihlich", sagte er.

Fenati entschuldigte sich für sein Verhalten, erhebt aber auch Vorwürfe gegen Manzi. "Er hat mich dreimal angegriffen, er hätte mich töten können", sagte Fenati. Auch der 19-jährige Manzi erhielt vom Motorrad-Weltverband FIM eine Strafe, er wird beim nächsten Rennen sechs Startpositionen zurückversetzt.

"Niemand interessiert sich für mich und mein Leid"

"Mein Ziel war immer, auf der Rennstrecke zu gewinnen. Ich habe jedoch festgestellt, dass sich niemand für mich und mein Leid interessiert", beschwerte sich Fenati und begab sich in die Opferrolle. Es sei deshalb besser, "sich für immer vom Motorsport zu trennen".

Wegen seiner Probleme, seine Wut zu kontrollieren, habe er mit einem Mentaltrainer zusammengearbeitet. Sein Instinkt habe ihn am Wochenende aber "verraten". Wegen der Drohungen musste Fenati seine Accounts bei Facebook und Instagram deaktivieren: "Diese Welle des Hasses gegen mich ist nicht normal."

chh/sid



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