Deutschland-Achter bei Ruder-WM Mit vier Neuen zur Titelverteidigung

Mit veränderter Besetzung tritt der Deutschland-Achter bei der WM in Südkorea an. Trotz der Umbaumaßnahmen nach den Olympischen Spielen scheint die Form zu stimmen. Den Vorlauf hat das deutsche Vorzeigeboot gewonnen, für Bundestrainer Ralf Holtmeyer ist aber eine andere Nation der Favorit.

DPA

Temperaturen um die 30 Grad, warmes Wasser und eine Luftfeuchtigkeit von rund hundert Prozent - das Klima im südkoreanischen Chungju, Austragungsort der Ruder-Weltmeisterschaften, ist für europäische Athleten nicht gerade ideal. Deshalb ist das Team des Deutschland-Achters bereits vergangene Woche nach Chungju gereist, um sich an die Verhältnisse zu gewöhnen. "Wir nehmen uns vor, auf dem Podest ganz oben zu stehen", sagt Bundestrainer Ralf Holtmeyer SPIEGEL ONLINE.

Die Zielsetzung verwundert angesichts der Erfolge in der Vergangenheit nicht: Der Deutschland-Achter ist der amtierende Welt- und Europameister und Olympiasieger. Allerdings hat sich die Besetzung seit den Sommerspielen im vergangenen Jahr verändert: Vier der acht Ruderer sind neu im Team. Bei einer Sportart, in der es auf feinste Abstimmung mit den Kollegen ankommt, ein großer Schnitt.

Neue Besetzung im Deutschland-Achter

Nach anfänglichen Problemen mit teils herben Niederlagen haben sich Felix Drahotta, Anton Braun, Maximilian Munski und Hannes Ocik mittlerweile gut in die Mannschaft eingefügt, wie der EM-Titel von Sevilla im Juni dieses Jahres bewiesen hat: Mit einer Zeit von 5:59 Minuten sicherte sich das neuformierte Team vor Polen und den Niederlanden die Goldmedaille.

Auch beim darauffolgenden Weltcup im Juli in Luzern bot der Achter eine starke Leistung, musste sich am Ende aber mit Platz zwei hinter den USA zufriedengeben - die erste Niederlage nach 36 Siegen in Folge. "Für ein nacholympisches Jahr bin ich sehr zufrieden", sagt Holtmeyer und schiebt hinterher: "Da wollen wir jetzt noch einen draufsetzen."

Im Vergleich zu den Rennen in Sevilla und Luzern gibt es in Chungju jedoch einen Positionswechsel: Schlagmann ist, wie auch bei den Olympischen Spielen in London, Kristof Wilke. Der Hamburger Eric Johannesen rückt im Boot auf Position drei. "Kristof ist technisch etwas besser und hat mehr Erfahrung, während Eric kraftbetonter fährt. Generell ist es aber eine angenehme Situation, wenn man aus zwei guten Schlagmännern auswählen kann", sagt Holtmeyer.

Bundestrainer Holtmeyer sieht anderen Favoriten

Da das Wasser in dem gestauten Fluss Tangeum wärmer und damit schneller ist als es die Athleten aus Europa gewohnt sind, kommt es laut Trainer Holtmeyer bei der WM besonders auf die Technik an: "Wir mussten uns ein bisschen auf das Wasser einstellen. Es ist schneller, das ist dann ein anderes Gefühl."

Die erste Hürde haben Wilke und Co. schon genommen: Den Vorlauf gewann der Achter mit einer dreiviertel Länge Vorsprung vor Polen in einer Zeit von 5:30,91 Minuten.

Zu den größten Konkurrenten um den Titel zählt Holtmeyer, der seit 2008 Bundestrainer ist, Polen, die USA und vor allem Großbritannien, das bei der EM fehlte: "Die Briten sind aufgrund unseres Umbruchs derzeit favorisiert." Im britischen Achter fahren ausschließlich Olympiateilnehmer, die sich in London 2012 den Deutschen nur knapp geschlagen geben mussten.



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