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Rugby-WM: Schottland zittert sich ins Viertelfinale

Schottisches Rugby-Team: Über die Linie geschleppt Zur Großansicht
REUTERS

Schottisches Rugby-Team: Über die Linie geschleppt

Gastgeber England ist raus, aber Schottland spielt weiter. Die Briten qualifizierten sich dank eines hauchdünnen Siegs gegen Samoa fürs Viertelfinale der Rugby-WM.

Im bisher vielleicht packendsten Spiel der Rugby-WM 2015 besiegte Schottland in Newcastle Samoa 36:33 und steht damit im Viertelfinale des Turniers in England. Dort treffen die Schotten am 18. Oktober in London auf den Sieger der Gruppe A, entweder Australien oder Wales.

Unter Anteilnahme von Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon und der in Schottland lebenden Bestseller-Autorin J. K. Rowling tat sich Schottland lange schwer. Ein Sieg reichte den Briten für Platz zwei in der Gruppe B hinter Südafrika. Gegen die Samoaner, die bisher in der Vorrunde enttäuscht hatten und nach einer Niederlage gegen Japan selbst keine Chance mehr auf die K.o.-Runde hatten, war Schottland leichter Favorit. Vor 51.982 Fans im St. James' Park, dem Fußball-Stadion von Newcastle United, waren es aber die Spieler aus dem Pazifikstaat mit nur 190.000 Einwohnern, die das Spiel furios begannen.

Zwischenzeitlich führte Samoa schon 23:16, als Versuche auf beiden Seiten in rasanter Folge gelegt wurden. Schottland hatte sogar noch Glück, dass Ryan Wilson nur die Gelbe Karte sah, als er dem am Boden liegenden Maurie Fa'asavalu ins Gesicht trat. Gelb kommt im Rugby einer zehnminütigen Zeitstrafe gleich, sodass die Schotten nur kurzzeitig in Unterzahl spielten. Zur Pause stand es 26:23 für Samoa. Noch nie hatte es in der ersten Hälfte eines Rugby-WM-Spiels mehr Punkte gegeben.

Nach der Pause ließen die Kräfte der Samoaner nach, das Spiel wurde ruppiger - und Schottland kam zurück. Der 29-jährige Greig Laidlaw wurde zum Mann des Tages mit 26 Punkten, seiner persönlichen Bestmarke in einem Länderspiel. Laidlaws Versuch in der 74. Minute brachte Schottland eine Zehn-Punkte-Führung sechs Minuten vor Schluss. Einmal kam Samoa jedoch noch zurück und sorgte beim Stand von 33:36 für nervenaufreibende Schlussminuten.

Schottland steht zum siebten Mal im Viertelfinale einer WM. Einzig vor vier Jahren in Neuseeland waren sie in der Vorrunde gescheitert. Besonders erfreulich war der Einzug in die KO-Runde für viele Schotten auch deshalb, weil Gastgeber und Erzrivale England erstmals in der Vorrunde gescheitert war.

rae

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Hmm
Flying Rain 10.10.2015
Ich habe gestern das erste mal ein ganzes Spiel Rugby mir angesehen (NZ gegen Tonga) und muss sagen dass man sich Rugby im vergleich zu z.B. Football super ansehen kann und es echt spannend ist...
2. all Blacks
thorsten.munder 10.10.2015
Go all Blacks Go !!!!!!!!!!!!!!!!
3.
bratwurst007 10.10.2015
Zitat von Flying RainIch habe gestern das erste mal ein ganzes Spiel Rugby mir angesehen (NZ gegen Tonga) und muss sagen dass man sich Rugby im vergleich zu z.B. Football super ansehen kann und es echt spannend ist...
Das war gestern allerdings auch ein tolles Spiel - vor allem die erste Halbzeit. Tonga hat Klasse mitgehalten und die Neuseeländer vor einige Probleme gestellt. Auch wenn sie am Ende einbrachen. Da ich aber selbst wenig Erfahrung habe, kann ich hier wohl nur viel nachplappern. Dieses Nachplappern gibt aber zumindest auch meinen Eindruck wieder. Als kleinen Tipp würde ich Ihnen aber das Ende des Spiels Neuseeland - Japan oder auch England - Wales empfehlen. Das war etwas für Fingernägel. Zum hier besprochenen Spiel kann ich leider (noch) nichts sagen, da ich es mir erst im Verlauf der Woche noch anschauen werde. Faszinierend finde ich aber, dass ich mir auch bei Kenntnis des Resultats das komplette Spiel noch anschauen werde. Etwas, was ich beim Fußball nicht tun würde - und das, obwohl ich diesen nun schon seit Jahrzehnten verfolge. Bleiben Sie bei der Rugby-WM! Mich hat das bisher Gesehene wirklich überzeugt. Ein toller Sport, nach ein paar Spielen kommt man langsam rein, auch wenn die ganzen Feinheiten wohl noch brauchen, um begriffen zu werden. Ich freu mich jedenfalls noch auf die nächsten drei Wochen und habe auch schon Mal geschaut, wo man sich in meiner Umgebung mal ein Rugby-Spiel live anschauen kann.
4. Echt toller Sport
f.j.meinemeinung 10.10.2015
Wir sind alle begeistert vom Rugby als wir das Spiel England gegen Wales gesehen haben ,war echt der Hammer.Seid dem haben wir fast alle Spiele auf Eurosport gesehen.Nach dem wir uns mit den Regeln vertraut gemacht haben wird das Spiel immer interessanter zum Anschauen und man fiebert richtig mit. Alles läuft wenn es auch auf den ersten Blick nicht so aussieht fair ab. Großer Respekt dem Gegner gegenüber keine Schauspieleinlagen wie beim Fußball wo die Schwalben und das Reklamieren beim Schiri nach meiner Ansicht fast unerträglich überhand genommen haben . Wenn man diese Rugbyspieler sieht und wie auch nach einem schweren Zweikampf wieder aufstehen und weiter spielen finde ich schon großartig da können sich unsere Fußballer mal zum Vorbild nehmen denn im Vergleich siehts schon teilweise echt albern aus. Kann nicht verstehen das Rugby in Deutschland so wenig Beachtung findet.Würde es toll finden wenn man es öfter Live sehen könnte am besten noch mit Deutscher Beteiligung.Freuen uns schon auf die bestimmt spannenden Finalspielen.
5. Ganz oder garnicht
funatiker 11.10.2015
Ich finde die Art und Weise wie SPON über die Rugby WM berichtet sehr schade. da gibt es immer mal wieder ein Häppchen, absolut ohne großen Zusammenhang, mal ein wenig All Blacks, dann dort etwas England aber sonst, ein nicht Rugbyinteressierter hat nicht die Möglichkeit das Turnier zu verfolgen. Für deutsche Verhältnisse wäre doch zumindest alle paar Tage eine Zusammenfassung aller Spiele, wie es ja für die zweite Fußball Bundesliga ja geht, schon mal ein Anfang. falls Australien Weltmeister werden sollte, wäre diese Mannschaft z.B. komplett bisher aus dem Fokus. Oder das Bryan Habana den Rekord von der Rugbylegende Jonah Lomu eingestellt hat, keinen Satz wert.
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Rugby-Glossar
Bei der populärsten Variante "Rugby Union" treten 15 Spieler pro Mannschaft gegeneinander an (beim "Rugby League" sind es 13, beim "7er-Rugby" 7 Spieler).
Die Rückennummern der Stammspieler zeigen ihre Position an. Die Nummern 1 bis 8 sind Stürmer ("Forwards"), die Nummern 9 bis 15 bilden die Hintermannschaft ("Backs"). Hauptaufgabe der bulligen Stürmer ist die Ballsicherung. Das Angriffsspiel dominieren die flinken, technisch beschlageneren Spieler der Hintermannschaft.
Gepunket wird auf verschiedene Weise: 5 Punkte bringt ein sogenanter Versuch, das Ablegen des Balls im Malfeld des Gegners (ähnlich dem "Touchdown" im American Football). Weitere 2 Punkte ist die darauffolgende Erhöhung wert, ein Schuss über die Latte des H-förmigen Tores. Je 3 Punkte gibt es für Strafkicks nach Regelverstößen und Dropkicks aus dem laufenden Spiel. Standardsituationen sind das Gedränge nach Regelverstößen und die Gasse bei Einwürfen.


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