Sperre gegen Leichtathletinnen: Russische Spitzenläuferinnen des Dopings überführt

Wegen unregelmäßiger Werte in ihren Blutpässen sind drei russische Leichtathletinnen für zwei Jahre gesperrt worden. Sie verpassen somit die Olympischen Spiele. Unter den Läuferinnen ist auch die Marathon-Europameisterin Natalia Julamanowa.

Läuferin Julamanowa: Gesperrt bis Februar 2014 Zur Großansicht
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Läuferin Julamanowa: Gesperrt bis Februar 2014

Hamburg - Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele sind drei russische Top-Läuferinnen des Dopings überführt worden. Marathon-Europameisterin Natalia Julamanowa, Swetlana Kljuka, EM-Zweite von 2006 über 800 Meter, und Hallen-Europameisterin Jewgenia Zinurowa (800 Meter) wurden für zwei Jahre gesperrt, wie der russische Verband am Dienstag mitteilte.

Kljuka und Zinurowa wurden aufgrund von abnormalen Werten im Blutpass suspendiert. Marathonläuferin Julamanowa war erst im vergangenen November nachträglich zur EM-Gewinnerin 2010 erklärt worden, nachdem die Litauerin Zivile Balciunaite wegen Anabolika-Dopings disqualifiziert wurde. Nun wurden alle Ergebnisse der 31-jährigen Julamanowa seit August 2010 gestrichen, sie wird bis Februar 2014 gesperrt.

Auch im Skiverband zwei Dopingfälle

Zinurowa darf bis September 2013 keine Rennen bestreiten, Kljuka bis Februar 2014. Alle drei hatten in diesem Jahr noch keinen Wettkampf absolviert. Bei der gerade zu Ende gegangenen Leichtathletik-Europameisterschaft in Helsinki gehörte der Marathonlauf nicht zum Programm.

Auch der russische Skiverband hat Dopingfälle zu beklagen. Die Snowboarderin Swetlana Winogradowa ist nach einem positiven Dopingtest ebenfalls für zwei Jahre gesperrt worden. Bei der 24-Jährigen waren in einer Dopingprobe vom 28. Februar Spuren der auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada stehenden Designerstimulans Carphedon nachgewiesen worden. Winogradowa wird die Olympischen "Heim"-Winterspiele 2014 in Sotschi verpassen.

Nach einem positiven Marihuana-Test wurde zudem der 21 Jahre alte alpine Skirennläufer Andrej Bystrow vom russischen Verband für fünf Monate gesperrt. Bystrow hatte die Probe während der nationalen Meisterschaften am 21. März in Sotschi abgegeben.

luk/dpa/sid

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Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)