Hamburg - Der russische Radrennstall Katjuscha hat für die kommende Saison keine Lizenz für die World Tour erhalten, weil das Profiteam des sportlichen Leiters Erik Zabel in den vergangenen vier Jahren mit einer zu großen Zahl an Dopingfällen negativ aufgefallen war. Das erklärte Generalmanager Wjatscheslaw Jekimow bei der Teampräsentation in Italien. Gleichzeitig äußerte der dreimalige Olympiasieger sein Unverständnis über die Entscheidung des Radsport-Weltverbandes UCI und bestätigte, dass der Rennstall vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas gezogen sei.
"Uns wurde mitgeteilt, dass Katjuscha von 2009 bis 2012 die meisten Dopingfälle aller Pro-Tour-Teams hatte. Außerdem hat die UCI bemängelt, wir würden teamintern zu wenig Tests durchführen lassen", sagte Jekimow: "Uns wurden die Fälle von Alexander Kolobnew und Denis Galimsjanow zur Last gelegt, aber sie dürfen nicht zählen."
Kolobnew sei zwar positiv auf Diuretika getestet, dann aber von allen Dopingvorwürfen freigesprochen worden, sagte Jekimow. Galimsjanow habe für seinen Epo-Missbrauch die alleinige Verantwortung übernommen. Der Russe wurde am Donnerstag von seiner nationalen Anti-Doping-Agentur für zwei Jahre gesperrt.
Die UCI hatte Katjuscha überraschend nicht auf der neuen Liste der 18 Teams für die World Tour geführt und dem Team damit die Pro-Tour-Lizenz für die Saison 2013 verweigert. Dadurch ist Katjuscha im kommenden Jahr bei großen Rundfahrten wie der Tour de France und dem Giro d'Italia auf Einladungen der Veranstalter angewiesen.
Katjuscha wurde bis Oktober vom früheren Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer gemanagt und hat unter anderem den Weltranglistenersten Joaquim Rodriguez aus Spanien unter Vertrag.
psk/sid
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