IAAF-Entscheidung Russlands Leichtathleten bleiben nach Doping-Skandal gesperrt

Der Weltverband beharrt auf der Suspendierung: Russlands Leichtathleten dürfen weiterhin nicht an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Zwei wesentliche Bedingungen sind noch nicht erfüllt.

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Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hält an der Suspendierung Russlands fest. Das IAAF-Council sieht nach der Aufdeckung des Doping-Skandals weiterhin nicht alle Bedingungen für eine Rückkehr der russischen Leichtathleten in den Weltsport erfüllt.

Die IAAF setzt damit ihren Kurs gegenüber Russland trotz der Wiederaufnahme der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) fort. Dies war nur eine Voraussetzung der IAAF, um Russland wieder einzugliedern.

Zwei weitere Forderungen sind dagegen nicht erfüllt worden: Russland muss der unabhängigen Integritätskommission Zugriff auf die Dopingtests russischer Leichtathleten aus den Jahren 2011 bis 2015 ermöglichen. Dies ist bisher noch nicht geschehen. Außerdem muss der russische Verband die Kosten der Untersuchung übernehmen, die die IAAF wegen des Skandals zu tragen hat.

Deutscher Leichtathletik-Verband begrüßt die Entscheidung

Die IAAF hatte die Rusada am 13. November 2015 gesperrt und damit auf den Skandal um staatlich unterstütztes Doping reagiert. Damals war auch die Rusada für nicht mehr konform mit den Richtlinien der Wada erklärt worden.

Das bisher letzte russische Team war bei der WM 2015 in Peking an einem internationalen Großereignis gestartet. Danach nahm Weitspringerin Darja Klischina als einzige Russin unter neutraler Flagge 2016 an den Olympischen Spielen in Rio teil.

Ein Jahr später starteten bei der WM in London 19 Russen als neutrale Athleten, bei der EM zuletzt in Berlin waren es 72. Russische Athleten, die international starten wollen, müssen bestimmte IAAF-Kriterien erfüllen.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband begrüßte die Entscheidung der IAAF. Sie sei "konsequent, denn gravierende Veränderungen hat es in Bezug auf die Haltung Russlands zur Anti-Doping-Politik seit dem letzten Beschluss nicht gegeben", sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing.

jan/sid



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