Ryder Cup: Kaymer spielt stark, USA liegen vorn

Deutschlands Golf-Star Martin Kaymer ist beim Ryder Cup in Wales noch ungeschlagen, doch das amerikanische Team führt nach zehn beendeten Partien. Am Abend stoppte die Dunkelheit die Aufholjagd der Europäer. 

Golfprofi Kaymer: "Du denkst an jedem Loch, dass du ein Turnier gewinnst" Zur Großansicht
dpa

Golfprofi Kaymer: "Du denkst an jedem Loch, dass du ein Turnier gewinnst"

Hamburg - Martin Kaymer hat einen Fehlstart Europas beim 38. Ryder Cup in Wales gegen Titelverteidiger USA verhindert. Der deutsche Golfprofi sorgte am Samstag an der Seite des Engländers Lee Westwood in Newport dafür, dass das Europa-Team nicht zu weit hinter die US-Profis um Superstar Tiger Woods zurückfiel. Nach zehn von insgesamt 16 Vierer-Partien lagen die USA am Samstag 6:4 vorn.

Aber bei Abbruch wegen Dunkelheit hatte Europa nach einer Aufholjagd in den sechs Vierer-Hängepartien mit 5:1 die Nase in der Zwischenwertung vorn. Offiziell gewertet wird allerdings erst nach Abschluss der jeweiligen Partie. Woods droht gemeinsam mit Steve Stricker nach neuen Löchern bei vier down (vier Lochgewinne Rückstand) gegen Luke Donald/Westwood sogar eine Blamage. Dabei hatte er zuvor erstmals in seiner Karriere beim Ryder Cup zwei Auftakt-Punkte geholt.

Kaymer führte in seinem letzten von insgesamt vier Vierermatches zusammen mit Ian Poulter bis zum fünften Loch mit zwei auf (zwei Lochgewinne Vorsprung) im Fourballs gegen Phil Mickelson/Ricky Fowler. "Es ist unglaublich anstrengend. Ich bin im Kopf müde, aber physisch total fit. Ich habe jetzt eine Pause und kann mich erholen, weil ich erst im allerletzten Flight rausgehe", hatte Kaymer zuvor gesagt. "Ich bin so stolz und habe das Bad in der Menge genossen. Du denkst an jedem Loch, dass du ein Turnier gewinnst." Er spielte allein am Samstag 27 Löcher.

"Schade, da war mehr drin"

Nach dem Auftaktsieg am Vormittag gegen Mickelson/Johnson dominierten die zur Zeit besten Golfprofis Europas, Kaymer und Westwood, auch gegen Ricky Fowler und FedEx-Cup-Sieger Jim Furyk in dem Foursome-Match bis zum 17. Grün. Aber am letzten Loch gelang Fowler der Putt zum Lochgewinn. Das reichte noch zur Punkteteilung. "Schade, da war mehr drin. Leider habe ich drei wichtige Birdie-Putts daneben geschoben", sagte Kaymer.

Die Sonne war nach einem Unwetter am Vortag herausgekommen. Aber dann lief es für Europa nicht mehr: Das nordirische Paar Rory McIlroy/ Graeme McDowell konnte gegen Stewart Cink/Matt Kuchar zwar noch einen halben Punkt retten. Doch Woods/Stricker gegen Ian Poulter/Ross Fisher und das US-Debütanten-Duo Bubba Watson/Jeff Overton gewannen gegen Luke Donald/Padraig Harrington ihre Partien.

Europas Kapitän Colin Montgomerie zog seine Konsequenzen und mixte für die sechs folgenden Foursomes die Paarungen mit dem enttäuschenden zweimaligen Major-Sieger Harrington und Ross Fisher neu. Dafür versuchten Donald und Poulter ihr Glück. Harrington und Rookie Fisher ließen den US-Neulingen Overton/Watson keine Chance. Doch Stricker/Woods deklassierten den Schweden Peter Hanson mit Partner Miguel Angel Jimenez bis zum vorzeitigen Sieg am 15. Grün.

Auch die erstmals im Ryder Cup aufgebotenen Molinari-Brüder Edoardo und Francesco verpatzten ihr Debüt. Die Teamweltmeister von 2009 verloren ihr Match gegen Zach Johnson und Hunter Mahan mit zwei auf für die USA. Die nordirischen "Zwillinge" McDowell/McIlroy vergaben die Partie mit eins auf für Cink/Kuchar.

Am Sonntag stehen neben den sechs Vierer-Hängepartien zwölf Einzel an, die eventuell erst am Montag beendet werden könnten, sollte das Wetter wieder nicht mitspielen. Den USA genügen 14 Punkte zur Titelverteidigung, das europäische Team braucht 14,5 Zähler zum Sieg.

wit/dpa/sid

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Forum - Ryder Cup - können die Europäer Titelverteidiger USA bezwingen?
insgesamt 33 Beiträge
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1. ....
tylerdurdenvolland 03.10.2010
Zitat von sysopIm walisischen Newport wird der 38. Ryder Cup ausgetragen. Unter den zwölf europäischen Golfprofis ist auch der deutsche Martin Kaymer. Können die Gastgeber den USA den Pokal entreißen?
Es wäre vielleicht ganz angebracht, wenn sie diese Frage mal diesem Schlaumeier von "Autor" des Beitrages stellen würden? In seinem Artikel hat er uns zwar lang und breit über all das, was ihm daran nicht gefallen hat berichtet, aber kaum irgendwas über das Golfturnier selbst... Ein selten überflüssiger Artikel, was ja wenn er im Spiegel steht durchaus etwas aussagt.
2.
derpolokolop 04.10.2010
Man es sieht gerade schlecht aus... Ich spiel gerne Golf aber leider viel zu selten. Ich schaue auch Golf ungern in Fernsehen an ausser der Ryder Cup. Für mich ist es immer das spannendste Sport Event die es gibt. Hoffentlich kommt es auch 2018 nach Deutschland!
3. Die Antwort
brux 04.10.2010
Zitat von sysopKönnen die Gastgeber den USA den Pokal entreißen?
Nun liegt die Antwort ja vor. Das macht aber die Frage nicht intelligenter. Offenbar sind solche Turniere per defintionem ergebnisoffen. Mit 8 Siegen der Europäer in vergangenen Jahren waren diese wohl kaum ein Aussenseiter.
4. Ryder Cup
srimurni 04.10.2010
Zitat von sysopIm walisischen Newport wird der 38. Ryder Cup ausgetragen. Unter den zwölf europäischen Golfprofis ist auch der deutsche Martin Kaymer. Können die Gastgeber den USA den Pokal entreißen?
Hallo, hatte das Glück, die letzten 90 Minuten am Bildschirm mitverfogen zu können - Spannung pur. Super !
5. .
diet05 04.10.2010
Erstmal Glückwunsch zu dem tollen Sieg! Vor etwa 2 Jahren hatte ich mal in der Mittagspause gesagt: Da ist ein Golfspieler Anfang 20, der ist von der Landesliga zur PGA-Tour gewechselt, von dem werden wir noch etwas hören. Und jetzt Weltranglistensechster.
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Ryder-Cup-Teams: 24 Golfer von zwei Kontinenten

Ryder Cup
Geschichte
Namensgeber des Ryder Cups und Stifter des Pokals war der Engländer Samuel Ryder. Erstmals fand der Wettbewerb 1927 im amerikanischen Worcester statt, damals spielten die USA und Großbritannien gegeneinander. Seitdem wechselt der Austragungsort immer zwischen den Kontinenten. In den ersten Jahrzehnten allerdings dominierten die USA den Cup. Um die Chancengleichheit zu fördern, durften ab 1973 auch Golfer aus Irland, seit 1979 aus ganz Europa teilnehmen. Beim Ryder Cup gibt es kein Preisgeld zu gewinnen, es geht ausschließlich um den Sieg und die Ehre.
Spieler
Jedes Team tritt mit zwölf Spielern an, die von einem Kapitän geführt werden. In den USA werden acht Plätze automatisch über die Weltrangliste vergeben, dazu kommen vier weitere Wild-Cards, sogenannte "Captain's picks". Das Team Europa setzt sich aus den jeweils fünf besten Spielern der europäischen Geldrangliste und der Weltrangliste zusammen. Nur noch zwei Plätze kann der neue Ryder-Cup-Kapitän José Maria Olazábal per Wildcard vergeben.
Modus
Der Cup wird im sogenannten Matchplay-Verfahren gespielt - also Mann gegen Mann. Bei je vier Fourball- und vier Foursomes-Matches am Freitag sowie Samstag treten jeweils zwei Spieler pro Team gegeneinander an - insgesamt werden also 16 Partien absolviert. Im Fourball spielt jeder Akteur seinen Ball bis ins Loch. Dabei wird das niedrigste Schlagergebnis aller vier Beteiligten als Lochgewinn für das erfolgreiche Team gewertet, die Mannschaft erhält einen Punkt. Erzielen zwei Spieler unterschiedlicher Teams dasselbe Ergebnis, wird das Loch als Remis gewertet, jede Mannschaft erhält einen halben Punkt. Das gilt genauso für die Foursomes, bei denen die Team-Spieler abwechselnd je einen Ball bis ins Loch schlagen.

Am Sonntag werden abschließend zwölf Einzel gespielt, jeder Lochgewinn im Spiel Mann gegen Mann gibt einen Punkt für den jeweiligen Golfer. Liegt der Spieler zum Beispiel nach dem 16. Grün mit drei mehr gewonnenen Löchern vorn, ist das Match vorzeitig beendet - seine Mannschaft erhält einen Punkt.

Dem Titelverteidiger (in diesem Fall Europa) reicht bei insgesamt 28 Punkten, die an drei Tagen (16 bei den Vierern, zwölf bei den Einzeln) vergeben werden, schon ein Remis zum Sieg. Der Herausforderer muss mindestens ein 14,5:13,5 erreichen.
Bisherige Ergebnisse
2010 Europa - USA 14,5:13,5
2008 USA - Europa 16,5:11,5
2006 Europa - USA 18,5:9,5
2004 Europa - USA 18,5:9,5
2002 Europa - USA 15,5:12,5
1999 USA - Europa 14,5:13,5
1997 Europa - USA 14,5:13,5
1995 Europa - USA 14,5:13,5
1993 USA - Europa 15:13
1991 USA - Europa 14,5:13,5
1989 Europa - USA 14:14
1987 Europa - USA 15:13
1985 Europa - USA 16,5:11,5
1983 USA - Europa 14,5:13,5
1981 USA - Europa 18,5:9,5
1979 USA - Europa 17:11
1977 USA - Großbritannien/Irland 12,5:7,5
1975 USA - Großbritannien/Irland 21:11
1973 USA - Großbritannien/Irland 19:13
1971 USA - Großbritannien 18,5:13,5
1969 USA - Großbritannien 16:16
1967 USA - Großbritannien 23,5:8,5
1965 USA - Großbritannien 19,5:12,5
1963 USA - Großbritannien 23:9
1961 USA - Großbritannien 14,5:9,5
1959 USA - Großbritannien 8,5:3,5
1957 Großbritannien - USA 7,5:4,5
1955 USA - Großbritannien 8:4
1953 USA - Großbritannien 6,5:5,5
1951 USA - Großbritannien 9,5:2,5
1949 USA - Großbritannien 7:5
1947 USA - Großbritannien 11:1
1937 USA - Großbritannien 8:4
1935 USA - Großbritannien 9:3
1933 Großbritannien - USA 6,5:5,5
1931 USA - Großbritannien 9:3
1929 Großbritannien - USA 7:5
1927 USA - Großbritannien 9,5:2,5

2001 wurde der Cup wegen der Terroranschläge vom 11. September um ein Jahr verschoben. Seitdem findet er in den geraden Jahren statt.
Fotostrecke
Martin Kaymer: Aufstieg in die Weltspitze

Kleines Golf-Lexikon
Par: Für jedes einzelne Loch und jeden Golfkurs ist ein Par definiert. Dieser Wert steht für die Anzahl der Schläge, die der Spieler brauchen sollte, um das Loch, respektive den Kurs zu bewältigen. Hierbei handelt es sich natürlich um Werte für Spitzenspieler. Spielt man also auf einem Kurs, der als Par 72 ausgewiesen ist, eine 70er-Runde, spielt man zwei unter Par.

Hole-in-one: Bezeichnung für das Kunststück, den Ball direkt vom Abschlag ins Loch zu befördern.

Eagle: Zwei Schläge unter Par bei einem Loch

Birdie: Ein Schlag unter Par

Bogey: Ein Schlag über Par

Double Bogey: Zwei Schläge über Par

Triple Bogey: Drei Schläge über Par

Grün: Das Grün ist die kurzgeschnittene Rasenfläche am Ende einer jeden Bahn. Auf dieser befindet sich das Loch.

Fairway: Die Spielbahn zwischen Abschlag und Grün.

Handicap: Gibt die Spielstärke eines Golfers wieder. Je niedriger das Handicap, desto besser der Spieler. Die Zahl gibt die Differenz an, die der Golfer auf dem Platz über Par spielt.