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Bewerber Bad Saarow: Schäuble verweigert Ryder Cup Steuerprivileg

Profigolfer Kaymer (beim Ryder Cup 2014): Rückschlag für Brandenburg Zur Großansicht
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Profigolfer Kaymer (beim Ryder Cup 2014): Rückschlag für Brandenburg

Schwerer Rückschlag für die deutsche Bewerbung um den Ryder Cup 2022: Wie der SPIEGEL berichtet, verweigert Finanzminister Wolfgang Schäuble der Gemeinde Bad Saarow das Steuerprivileg. Golf, so das Argument, sei eine Randsportart.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verweigert der brandenburgischen Gemeinde Bad Saarow, die sich um die Ausrichtung des Ryder Cups bewirbt, das Steuerprivileg. Dies berichtet der SPIEGEL. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Die Linke) hatte den Antrag gestellt, das größte Ereignis im internationalen Golfsport ähnlich zu behandeln wie Olympische Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften und die Veranstaltung von der Steuer freizustellen. Bereits für die deutsche Bewerbung um den Kontinentalvergleich zwischen den besten zwölf Golfern Europas und der USA 2018 hatte das Finanzministerium ein Steuerprivileg verwehrt. Die Veranstaltung ging an Frankreich.

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Soll man Großveranstaltungen wie den Ryder Cup mit Steuervorteilen nach Deutschland holen?

Görke stieß mit seinem Antrag bei Schäuble auf taube Ohren. Denn CDU-Politiker Schäuble bezweifelt, dass für die Ausrichtung des Wettbewerbs in Bad Saarow ein besonderes öffentliches Interesse bestehe, was Voraussetzung für die Befreiung sei. Dazu müsse das Ereignis aber nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland "massenhaft wahrgenommen werden und eine gewisse Publikums- und Breitenwirkung entfalten", heißt es laut SPIEGEL in einer internen Vorlage des Bundesfinanzministeriums. "Dies ist grundsätzlich bei Volkssportarten, nicht jedoch bei Randsportarten anzunehmen, die lediglich von einer Minderheit betrieben werden."

55.000 Besucher pro Tag

Die Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. Der Deutsche Golf-Verband (DGV) war 2014 mit 637.735 Mitgliedern der zehntgrößte deutsche Sportverband, beispielweise vor Tischtennis (12.), den Schwimmern (13.) und dem Skiverband (14.). In den Top 50 lagen insgesamt 22 olympische Fachverbände hinter dem DGV. Der Verband muss bei einer weiteren harten Haltung der Politik fürchten, dass die Kandidatur von Bad Saarow scheitert, wenn die PGA of America und Ryder Cup Europe als gemeinsame Veranstalter Steuern zahlen müssen.

Beim legendären Kontinental-Wettkampf zwischen Europa und den USA erwarten die Veranstalter bis zu 55.000 Besucher pro Tag. Sollte sich Deutschland gegen die Mitbewerber Österreich, Italien und Spanien durchsetzen, würde der Umbau aus privaten Mitteln der Anlagenbetreiber in Brandenburg finanziert. Die Entscheidung über den Ryder-Cup-Gastgeber 2022 fällt im Herbst.

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goe/sid

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Richtige Entscheidung
Dr.W.Drews 12.09.2015
Jedoch muß diese nun auch auf andere Randsportarten angewendet werden: Profifußball, olympischer Spitzensport und grundsätzlich auf alle korrupten Sport- und NichtSport-Organisationen mit Sitz in Steuerparadiesen.
2. Wieso geniessen Olympische Spiele und Fußballmeisterschaften...
mynona4 12.09.2015
...ein Steuerprivileg? Beides sind doch hochkommerzielle Veranstaltungen, bei denen einige wenige sich auf Kosten von Vereinen, Kommunen, Ländern und Bund persönlich bereichern!
3. Jeder sollte Steuern zahlen
ptb29 12.09.2015
Die 55000 Teilnehmer werden Eintritt und Verpflegung bezahlen, warum sollte da jemand begünstigt werden. Auch Olympische Spiele und Fußball WM hätten besteuert werden müssen.
4. Ryder Cup ist wohl eine der
90-grad 12.09.2015
besten Sportveranstaltungen die ich kenne! Und eine Randsportart ist Golf schon lange nicht mehr. Dann halt nicht Herr Schraeuble!
5. Die CDU hatte August 2014 nur
90-grad 12.09.2015
475.000 Mitglieder! Das sind ca. 30% weniger als der DGV. Soviel zur Repraesentanz der Bevoelkerung! Man sollte pruefen wieviele Steuererleichterungen fuer selbsternannte Volksparteien gekuerzt werden sollten!
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Ryder Cup: Duelle für die Ewigkeit
Ryder Cup
Geschichte
Namensgeber des Ryder Cups und Stifter des Pokals war der Engländer Samuel Ryder. Erstmals fand der Wettbewerb 1927 im amerikanischen Worcester statt, damals spielten die USA und Großbritannien gegeneinander. Seitdem wechselt der Austragungsort immer zwischen den Kontinenten. In den ersten Jahrzehnten allerdings dominierten die USA den Cup. Um die Chancengleichheit zu fördern, durften ab 1973 auch Golfer aus Irland, seit 1979 aus ganz Europa teilnehmen. Beim Ryder Cup gibt es kein Preisgeld zu gewinnen, es geht ausschließlich um den Sieg und die Ehre.
Spieler
Jedes Team tritt mit zwölf Spielern an, die von einem Kapitän geführt werden. In den USA werden acht Plätze automatisch über die Weltrangliste vergeben, dazu kommen vier weitere Wild-Cards, sogenannte "Captain's picks". Das Team Europa setzt sich aus den jeweils fünf besten Spielern der europäischen Geldrangliste und der Weltrangliste zusammen. Nur noch zwei Plätze kann der Ryder-Cup-Kapitän per Wildcard vergeben.
Bisherige Ergebnisse
2014 Europa - USA 16,5:11,5
2012 USA - Europa 13,5:14,5
2010 Europa - USA 14,5:13,5
2008 USA - Europa 16,5:11,5
2006 Europa - USA 18,5:9,5
2004 Europa - USA 18,5:9,5
2002 Europa - USA 15,5:12,5
1999 USA - Europa 14,5:13,5
1997 Europa - USA 14,5:13,5
1995 Europa - USA 14,5:13,5
1993 USA - Europa 15:13
1991 USA - Europa 14,5:13,5
1989 Europa - USA 14:14
1987 Europa - USA 15:13
1985 Europa - USA 16,5:11,5
1983 USA - Europa 14,5:13,5
1981 USA - Europa 18,5:9,5
1979 USA - Europa 17:11
1977 USA - Großbritannien/Irland 12,5:7,5
1975 USA - Großbritannien/Irland 21:11
1973 USA - Großbritannien/Irland 19:13
1971 USA - Großbritannien 18,5:13,5
1969 USA - Großbritannien 16:16
1967 USA - Großbritannien 23,5:8,5
1965 USA - Großbritannien 19,5:12,5
1963 USA - Großbritannien 23:9
1961 USA - Großbritannien 14,5:9,5
1959 USA - Großbritannien 8,5:3,5
1957 Großbritannien - USA 7,5:4,5
1955 USA - Großbritannien 8:4
1953 USA - Großbritannien 6,5:5,5
1951 USA - Großbritannien 9,5:2,5
1949 USA - Großbritannien 7:5
1947 USA - Großbritannien 11:1
1937 USA - Großbritannien 8:4
1935 USA - Großbritannien 9:3
1933 Großbritannien - USA 6,5:5,5
1931 USA - Großbritannien 9:3
1929 Großbritannien - USA 7:5
1927 USA - Großbritannien 9,5:2,5

2001 wurde der Cup wegen der Terroranschläge vom 11. September um ein Jahr verschoben. Seitdem findet er in den geraden Jahren statt.


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