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"Sandy"-Verwüstungen: Bürgermeister sagt New-York-Marathon ab

Der Protest vieler New Yorker zwang Bürgermeister Bloomberg zur Entscheidung: Der legendärere Marathon wird abgesagt. Die Strecke hätte Zehntausende Läufer durch verwüstetes Terrain geführt. Nun zürnen die bereits angereisten Sportler.

New-York-Marathon (Archivbild): Jährlich mehr als 40.000 Teilnehmer Zur Großansicht
REUTERS

New-York-Marathon (Archivbild): Jährlich mehr als 40.000 Teilnehmer

New York - Die Stadt New York hat den jährlich stattfindenden Marathon für Sonntag abgesagt. Grund sind die erheblichen Verwüstungen in der Metropole durch Wirbelsturm "Sandy". "Wir wollten verhindern, dass ein Schatten über dem Rennen oder seinen Teilnehmern liegt. Deswegen haben wir entschieden, den Lauf abzusagen", sagte Bürgermeister Michael Bloomberg.

Der Veranstalter, die New York Road Runners, hatte mit bis zu 47.000 Läufern gerechnet, rund die Hälfte sollte aus dem Ausland kommen. Viele Teilnehmer waren bereits angereist.

"Wir freuen uns auf einen tollen Lauf im nächsten Jahr", sagte New Yorks stellvertretender Bürgermeister Howard Wolfson. Damit beendete er Spekulationen darüber, ob der Marathon an einem späteren Tag stattfindet könnte.

"Wir haben das diskutiert. Wir haben auch über eine verkürzte Route diskutiert, etwa eine Zehn-Meilen-Strecke. Aber das wäre nicht unser Marathon", sagte Wolfson. Zum New-York-Marathon gehöre es, dass er durch alle fünf Stadtteile führe. "Es tut mir leid für alle Läufer, die sich auf dieses Ereignis gefreut haben. Bitte kommen Sie nächstes Jahr wieder."

Bloomberg hatte zuvor darauf gedrängt, dass der Marathon stattfinden solle. "New York muss zeigen: Wir sind hier und wir werden uns davon erholen", so Bloomberg noch am Freitag. Ein Faktor waren auch die erwarteten Einnahmen des Laufes: Mit über 300 Millionen Dollar Umsatz war gerechnet worden.

Doch die Kritik war immens. Angesichts der Verwüstungen durch "Sandy" und der noch nicht abgeschlossenen Suche nach Toten, sei es unsensibel und würde Einsatzkräfte von wichtigeren Aufgaben abhalten.

Das 42,195 Kilometer lange Rennen durch die fünf Stadtbezirke beginnt traditionell auf der Verrazano Narrows Bridge in Staten Island und gilt als der bedeutendste Stadtmarathon der Welt. Seit der ersten Ausgabe 1970 hatte der Marathon bislang immer stattgefunden.

max/AP/dpa/sid

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1. Hut ab vor Bloomberg !
wohlmein 02.11.2012
Zitat von sysopREUTERSDer New York Marathon wird nicht wie geplant am Sonntag stattfinden. Die Stadt hat das Rennen mit 47.000 Teilnehmern abgesagt. Es hatte Kritik gegeben, weil die Metropole unter den Folgen des Wirbelsturms "Sandy" leidet. http://www.spiegel.de/sport/sonst/sandy-new-york-marathon-abgesagt-a-865067.html
Es gibt viel zuwenig Regierende, die zugeben können, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben - und dann den Mut haben, diese zu revidieren.
2. Spontan
BenjaminB 02.11.2012
Verständlich, aber schon etwas spontan. Ich hätte mich persönlich früher über klare Aussagen gefreut. Freitag abends einen Lauf für Sonntag abzusagen ... puhhh. Das hätte schon am Dienstag geschehen können.
3. Ist schon gut so
klebmarke 03.11.2012
Als jemand der in New York in der blackout zone lebt (jedenfalls bis vor 30 minuten bis auch bei uns in Chelsea der strom wieder ankam) kann ich nur sagen, dass viele New Yorker wuetend gewesen waeren wenn Ressourcen die geholfen haetten das Leid der Bewohner zu lindern fuer ein Spektakel wie den NY Marathon umgeleitet worden waeren. Es mag sein, dass es der Wirtschaft der Stadt ein bisschen geholfen haette. Aber es waere moralisch und menschlich taktlos gewesen wenn Berufs- und Freizeitlaeufer, sowie Touristen aus aller Welt als Vergnuegen vorbei an den Haeusern derjenigen gelaufen waeren die seit 5 Tagen in Dunkelheit und Kaelte und ohne fliessend Wasser sind oder sogar ihre gesamte Habe (z. Bsp. in Staten Island) verloren haben. Sorry, liebe Touristen, so viel Einfuehlvermoegen muss sein.
4. schade
irgendeinxbeliebigernam 03.11.2012
hätte er stattgefunden, hätten dann alle medien wieder irgendeinen newyorker-spirit heraufbeschwören können, der ja ach so unvergleichlich ist
5. richtig so!
Andreas P. 03.11.2012
Wir sind hier noch in Manhattan und der Marathon ist seit Tagen ein Thema. NYPD ist hier 24/7 im Einsatz und das wird sich auch die kommenden Tage nicht ändern. Da fehlt es wirklich an Verständnis, wenn hier ehebliche Resourcen für den Marathon bereitgestellt würden. Und von Sportlern kann man ja wohl hier auch eine sportlich, faire Einstellung erwarten. Next year, again!
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"Sandy" - Bote des Klimawandels?

Orkan, Hurrikan, Zyklon und Taifun
Entstehung
Orkan, Hurrikan, Zyklon und Taifun sind im Grunde das gleiche Wetterphänomen. Bei allen vieren handelt es sich um Wirbelstürme, die entstehen, wenn sich um ein großes Tiefdruckgebiet ein Sturmfeld bildet. Je nach Stärke und Größe kann es erhebliche Verwüstungen anrichten.

Ein Orkan entsteht, wenn kalte Luft vom Nordpol auf warme Luft aus dem Süden trifft. An der Grenze, der sogenannten Polarfront, ziehen die Luftmassen aneinander vorbei. Dabei können Drehbewegungen entstehen, in deren Zentrum der Luftdruck stark abfällt und Tiefdruckwirbel mit starken Winden ausgelöst werden.

Tropische Wirbelstürme entstehen dagegen über aufgeheizten Wassermassen im Ozean. Die aufsteigende Luft erzeugt einen Unterdruck, der Luft aus der Umgebung ansaugt. Dieser Kamineffekt wird durch das warme Wasser weiter befeuert. Die Luftmassen werden durch die sogenannte Corioliskraft, die aus der Erdrotation entsteht, in Drehung versetzt.
Unterscheidung
Von Orkanen sprechen Seefahrer und Meteorologen ab Windstärke zwölf, dem höchsten Wert auf der nach dem britischen Admiral Francis Beaufort benannten Beaufort-Skala. Sie entspricht einer Geschwindigkeit von 117,7 Kilometern pro Stunde oder 64 Knoten. Solche Winde können nicht nur in Tiefdruckgebieten wie etwa "Kyrill", sondern auch örtlich begrenzt in Tornados auftreten.

Während der Begriff Orkan früher zusammenfassend für alle diese Phänomene benutzt wurde, bezeichnet er heute meist nur noch die Windstärke bei Stürmen in Europa. Ein tropischer Wirbelsturm wird dagegen Hurrikan oder Taifun genannt - je nachdem, ob er sich im Atlantik, dem Nordpazifik oder in der Karibik entwickelt und so zum Hurrikan wird oder aber im nordwestlichen Pazifik wütet und dann als Taifun gilt. Im Indischen Ozean wiederum wird ein Wirbelsturm auch Zyklon genannt.

Tropische Wirbelstürme entwickeln höhere Windgeschwindigkeiten als Winterstürme. Letztere besitzen dagegen breitere Sturmfelder und bewegen sich schneller fort, manchmal bis zu 2000 Kilometer pro Tag.
Gefahren
Wirbelstürme können die See zu Wellenhöhen von bis zu 20 Metern aufpeitschen. Im Binnenland sind sie wegen größerer Reibung am Boden dagegen selten, weshalb es dort meist nur zu Orkanböen kommt. Sie können selbst starke Bäume entwurzeln und schwere Verwüstungen verursachen. Der Hurrikan "Katrina" etwa, der im August 2005 New Orleans verwüstete und mehreren tausend Menschen das Leben kostete, wurde aus einem tropischen Tief geboren. In Asien lösen Taifune regelmäßig Katastrophen mit Hunderten Toten aus.

Zu vergleichbar schweren Katastrophen kam es in Europa noch nicht. Aber auch hier richteten Winterorkane schon erhebliche Schäden an und töteten Dutzende Menschen. Ende 1999 etwa zog der Orkan "Lothar" von der Biskaya kommend über Frankreich, die Schweiz und Süddeutschland und richtete einen Schaden in Milliardenhöhe an. Der Sturm traf mittags mit voller Wucht auf den Schwarzwald, mit Spitzengeschwindigkeiten von 272 km/h. Selbst in dem im tiefen Rheingraben gelegenen Karlsruhe wurden Werte von bis zu 151 km/h registriert. Mehr als 60 Menschen wurden europaweit durch den "Jahrhundertsturm" getötet.

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