Schach-Sensation Deutscher besiegt Weltmeister Carlsen

Weltmeister Magnus Carlsen hat bei der Schach-Olympiade eine überraschende Niederlage kassiert. Der Norweger unterlag dem Dortmunder Großmeister Arkadij Naiditsch. Nach 62 Zügen musste Carlsen aufgeben. Für das deutsche Schach ist es ein historischer Erfolg.

Schach-Weltmeister Carlsen: Aufgabe nach 62 Zügen
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Schach-Weltmeister Carlsen: Aufgabe nach 62 Zügen


Hamburg - Bei der Schach-Olympiade im norwegischen Tromsø hat der Dortmunder Großmeister Arkadij Naiditsch am Samstag sensationell Norwegens Weltmeister Magnus Carlsen besiegt. "Wir sind alle stolz auf Arkadij", sagte der neue Bundestrainer Dorian Rogozenko.

Er gehörte in den Mackhallen in Tromsø zu den ersten Gratulanten von Naiditsch. Dessen unerwarteter Coup wurde weltweit viel beachtet und bestaunt. Obwohl der 28 Jahre alte Spitzenspieler der deutschen Mannschaft mit den schwarzen Figuren spielen musste, zwang er den Weltranglistenersten nach 62 Zügen zur Aufgabe.

Carlsen hatte anfangs zwar Vorteile, doch Naiditsch verteidigte sich geschickt und erarbeitete sich dank eines schnellen Bauern eine Gewinnstellung. Für Publikumsliebling Carlsen war es die erste Turnierniederlage, für Deutschland der Schlüssel zum 2,5:1,5-Sieg.

Naiditsch zählt seit Jahren zum Kreis der Weltspitze. Der aus Riga stammende Großmeister ist die Nummer 35 im Ranking. Mit dem früheren Bundestrainer Uwe Bönsch verstand er sich nicht so gut. Der Deutsche Schachbund (DSB) strich ihn zeitweise aus dem Nationalkader. Nun hat der Verband dank der Sensation sogar wieder Chancen auf einen Top-Ten-Platz.

max/dpa



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insgesamt 8 Beiträge
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shalom-71 10.08.2014
1. Toller Sieg von Naiditsch!
Auffallend ist auch der Partiestil mit Dynamik in verschiedenen Brettteilen. Carlsen in seinem trockenen Stil, der etwas an den früheren Weltmeister Capablanca erinnert, kommt mit solchen Stellungen nicht ganz so gut klar. Die Kunst ist es, ihm solch eine Schlacht aufzuzwingen. Bravo Arkadij!
Peter Bering 10.08.2014
2. Schach im Spiegel!
Magnus Carlsen hat sich eine schlappe Partie in einem Länderwettkampf geleistet, und plötzlich gibt es Schach im Spiegel(ok, er spielt ja für Deutschland)...., nachdem Spiegel die WM und alle wichtige Schachtourniere Jahrelang(seit Carlsen...) gründlich ignoriert haben. Gut gespielt, aber Naiditsch schlägt vielleicht Carlsen in einem von zehn Spielen. Carlsen hat übrigens auch gerade drittrangierte Caruana mit schwarz besiegt. Dass shalom-71 meint, dass Carlsen mit solchen Stellungen nicht klar kommt, ist wohl in den letzten drei Jahren deutlich widerlegt worden. Meistens lässt er aber eine solche Stellung gar nicht zu.
hbb258 10.08.2014
3. @Peter Bering
SPON hat doch extem viel über die letzte WM berichtet.. mehr als jeder andere möchte ich fast sagen
hirnschlacht 10.08.2014
4. Ich glaub ich dreh ab!!!
1998 oder 1999 habe ich als 16-jähriger an einem Schach-turnier mir 120 Teilnehmern mitgespielt. War kein kleines Turnier, es waren 2 Großmeister und viele Meister dabei. Im 2. Spiel, ich hatte mein erstes durch Zufall gewonnen, musste ich gegen einen kleinen Jungen, damals 12 oder 13 vom Schachklub Brakel aus Dortmund antreten.Ich hatte keine Ahnung, und dachte mir: Kein Problem, den packste auch noch. Pustekuchen: Nach nichtmal 22 Zügen war ich matt. Der Kleine hat damals noch den 7. Platz gemacht und da dämmerte mir erst, dass es kein Schande war verloren zu haben. Ich bin mit nur einem Sieg 109. geworden. Vor ein paar Jahren hab ich nachts beim Durchzappen ein Schachspiel gesehen und dachte ich träume...da spiele Arkadij gegen einen holländischen Großmeister, verlor aber leider. Und nun diese Nachricht...gegen Carlsen gewonnen. Ich habe gegen jemanden gespielt, der den Schachweltmeister besiegt hat und ich habe sogar noch die Mitschrift des Spiels zuhause. Die rahme ich mir nun ein und bin stolz wie Oskar! Danke fürs lesen, ich musste meine Freunde mal teilen :)
appenzella 10.08.2014
5.
Yo, hbb258, man konnte bei SPON jede einzelne Partie der letzten Schach-WM nachspielen, wenn man wollte. Mir allerdings waren viele Partien zu drög. Zu viel taktisches Hin- und Hergeschiebe, wenn ich das mal so flapsig sagen darf. Hab selbst noch beim alten Hönlinger des Schachspielen gelernt - lang, lang ists her..
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