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Schach-Kandidatenturnier: Caruana und Karjakin bleiben punktgleich

Schachprofi Sergej Karjakin Zur Großansicht
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Schachprofi Sergej Karjakin

Fabiano Caruana und Sergej Karjakin haben an Tag 13 beide Remis gespielt. Damit gehen die Tabellenführer punktgleich in ihr direktes Duell am letzten Turniertag. Karjakin hat jedoch einen Vorteil.

Am vorletzten Spieltag des Schach-Kandidatenturniers sind Fabiano Caruana und Sergej Karjakin in ihren Partien beide nicht über ein Remis hinausgekommen. Damit stehen sie weiter punktgleich an der Tabellenspitze. Am Montag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), der das Turnier abschließen wird, haben nur noch die beiden Spieler die Chance, sich für die Weltmeisterschaft gegen Magnus Carlsen zu qualifizieren. Dabei treffen Karjakin und Caruana direkt aufeinander.

Karjakin hat dabei einen Vorteil, ihm reicht wahrscheinlich schon ein Remis zum Turniergewinn. Denn bei Punktgleichheit zählt erst der direkte Vergleich (der ist ebenfalls ausgeglichen) und dann die Anzahl der Siege, da liegt der Russe vorn. Außerdem wird Karjakin mit Weiß antreten, was eine Punkteteilung noch etwas einfacher macht.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Sollten Karjakin und Caruana tatsächlich remis spielen und Viswanathan Anand mit Schwarz gegen Pjotr Swidler gewinnen, haben alle drei Spieler acht Punkte. Dann würde der direkte Vergleich zwischen allen drei Spielern zählen und damit ginge es um die Punkte aus allen direkt gegeneinander geführten Duellen. In diesem Fall würde Caruana das Turnier gewinnen, weil er gegen Anand erfolgreicher war als Karjakin. Anand selbst wäre in diesem Dreiervergleich Letzter. Der ehemalige Weltmeister hat damit also keine Chance mehr auf den Turniergewinn, kann diesen aber trotzdem mit entscheiden.

Am vorletzten Spieltag einigte sich Karjakin mit Levon Aronjan nach 101 Zügen und fast sieben Stunden Spielzeit auf ein Remis. Aronjan suchte lange nach einem Gewinnweg mit Weiß, gerade die guten Stellungen der Bauern Karjakins ließen den Sieg aber nicht zu.

Noch länger dauerte die Partie von Caruana. Der US-Amerikaner hatte gegen Pjotr Swidler zeitweise einen Vorteil, er verpasste die alleinige Tabellenführung aber, weil sein Gegner geschickt verteidigte. Swidler löste die aussichtsreiche Position Caruanas auf und erzwang damit ein Remis nach dem 116. Zug. Da waren knapp siebeneinhalb Stunden gespielt.

Anand musste seine letzte Hoffnung auf den Turniergewinn aufgeben, weil er gegen Anish Giri nur remis spielte. Für eine weitere Chance auf die Qualifikation zur Weltmeisterschaft hätte Anand einen Sieg gebraucht. Stattdessen hätte Giri sogar gewinnen können. Er spielte aber zu passiv und nutzte seinen Vorteil damit nicht.

Hikaru Nakamura feierte gegen Wesselin Topalow den einzigen Sieg des Tages. Topalow ist damit schon jetzt sicher Tabellenletzter. Für Nakamura kommt der zweite Sieg in Folge zu spät. Durch einen schwachen Start hatte der US-Amerikaner seine Gewinnchancen bereits früh verspielt. Dabei war er als Mitfavorit gestartet.

aev

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1. Karjakin ist bei einem Remis nicht automatisch qualifiziert!
acepoint 27.03.2016
Karjakin ist nicht weiter, wenn er gegen Caruana Remis spielt und Anand gleichzeitig gewinnt. Dann wären nämlich drei Spieler punktgleich an der Spitze und der direkte Vergleich würde Caruana auf Platz 1 hieven, da er gegen Anand einmal gewonnen hatte. Nur wenn Anand nicht gewinnt, reicht Karjakin ein Remis gegen Caruana. Ein blödes System hat die FIDE sich da wieder ausgedacht. Punktgleichheiten in solchen Qualifikationsturnieren müssten _immer_ auf dem Schachbrett, sprich: in Stichkampfpartien (mit verkürzter Bedenkzeit entschieden werden.
2. Gefährlicher Vorteil
pandabaer1985 27.03.2016
Es wäre erwähnenswert, dass der Remis-Vorteil Karjakins nur besteht, sofern Anand seine Partie gegen Swidler nicht gewinnt. Bei einem Sieg Anands und gleichzeitigem Remis zwischen Karjakin und Caruana lägen alle drei mit 8 Punkten gleichauf und Caruana wäre aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs Turniersieger.
3. Wenn ...
Akademiker67 27.03.2016
Wenn Karjakin und Caruana Remis spielen und Anand gewinnt und alle drei dann punktgleich sind, dann liegt a) Karjakin vor Caruana (direkter Vergleich ausgeglichen, aber Karjakin hat mehr Partien gewonnen), b) Caruana vor Anand (wg. direktem Vergleich) und c) Anand vor Karjakin (direkter Vergleich ausgeglichen, aber Anand hat mehr gewonnen). Klassischer Zirkel. Wer liegt dann wirklich vorne? Das Reglement sieht bei Unentschiedenheit trotz Punktgleichheit und direktem Vergleich eine Auswertung nach Sonneborn-Berger vor. Kann das jemand ausrechnen. Oder ist das gar nicht notwendig?
4. @ thread #1 und #2
keyjay 28.03.2016
Zitat von pandabaer1985Es wäre erwähnenswert, dass der Remis-Vorteil Karjakins nur besteht, sofern Anand seine Partie gegen Swidler nicht gewinnt. Bei einem Sieg Anands und gleichzeitigem Remis zwischen Karjakin und Caruana lägen alle drei mit 8 Punkten gleichauf und Caruana wäre aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs Turniersieger.
Manchmal weiß ich nicht, ob Foristen nur die Überschrift eines Artikels lesen, diesen einfach nicht verstehen oder vielleicht gar nicht richtig lesen können. Es steht nichts, aber auch gar nichts anderes in dem Artikel, als das was Sie noch einmal zum Besten geben. Es wird doch klar beschrieben, welche Konstellationen zum jeweiligen Sieg auftreten können. Oder kapier' ich nicht, was Sie schreiben, weil ich was überlesen habe? Manchmal sollte man "erst gucken, dann schreiben".
5. Vergleich
lezel 28.03.2016
Entscheidend sind nacheinander diese Kriterien: *1.* Gesamtpunktzahl im Turnier. *2.* Direkter Vergleich der Führenden. *3.* Gewonnene Spiele im gesamten Turnier. Falls morgen Karjakin oder Caruana gewinnt, hat der Sieger mehr Punkte als alle anderen Kandidaten; er gewinnt dar Turnier nach *1.* Falls Karjakin und Caruana Remis spielen und Anand gewinnt, sind alle drei punktgleich. *1.* liefert kein Ergebnis, also gilt *2.*, der direkte Vergleich, das heißt, die Punktzahl aus den Spielen dieser drei Spieler untereinander, und hier gewinnt Caruana, der in diesem direkten Vergleich dann 2,5 Punkte hat. Karjakin hat dann 2 Punkte und Anand 1,5 Punkte. Falls Karjakin und Caruana Remis spielen und Anand nicht gewinnt, sind nur Karjakin und Caruana punktgleich. *1.* liefert kein Ergebnis, *2.* auch nicht, denn im direkten Vergleich zwischen den beiden gab es dann nur Remis. Dann zählt *3.* und nun gewinnt Karjakin, der insgesamt ein Spiel mehr verloren und auch ein Spiel mehr gewonnen hat als Caruana.
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Schach-Glossar
  • Corbis
    Schach ist ein strategisches Brettspiel, bei dem zwei Spieler abwechselnd ihre Figuren auf dem Spielbrett bewegen. Weiß beginnt immer, es besteht Zugpflicht. Mit jeder Figur kann eine des Gegners geschlagen werden.

  • Jeder Spieler hat 16 Figuren, die nur nach bestimmten Regeln gezogen werden dürfen. Der König kann horizontal, vertikal oder diagonal auf das angrenzende Feld ziehen. Die Dame kann horizontal, vertikal oder diagonal beliebig weit ziehen, darf dabei jedoch keine anderen Figuren überspringen. Der Läufer kann diagonal beliebig weit ziehen, darf dabei jedoch keine anderen Figuren überspringen.

  • Der Springer zieht in beliebiger Richtung über zwei Felder: Erst vertikal oder horizontal, dann diagonal; oder erst diagonal und dann vertikal oder horizontal. Das erste Feld darf dabei besetzt sein. Der Turm kann horizontal und vertikal beliebig weit ziehen, darf aber keine anderen Figuren überspringen. Die acht Bauern dürfen immer einen Schritt nach vorne ziehen, wenn das Feld leer ist. Sie schlagen vorwärts diagonal.

Es gewinnt der Spieler, der den gegnerischen König schachmatt setzt. Das bedeutet, der König wird in jedem Fall geschlagen, egal, wie der bedrohte Spieler eine seiner Figuren zieht. Eine weitere Möglichkeit zum Spielgewinn ist die Aufgabe des Gegners. Dies ist während des Spiels jederzeit möglich.


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