Schach-Kandidatenturnier in Berlin Die Partien der dritten Runde zum Nachspielen

Wird Wladimir Kramnik der neue Herausforderer von Schachweltmeister Magnus Carlsen? Der Russe hat am dritten Turniertag überzeugt. Spielen Sie sein Duell und die weiteren Partien nach - Zug um Zug.

Schach (Symbolfoto)
DPA

Schach (Symbolfoto)


Sieg nach 27 Zügen: Wladimir Kramnik hat am dritten Tag des Schach-Kandidatenturniers in Berlin einen überzeugenden Erfolg gegen Lewon Aronjan gefeiert. Der 42 Jahre alte Russe führt das Teilnehmerfeld mit acht Großmeistern mit nun 2,5 Punkten an. Der Sieger des Wettbewerbs trifft im November auf Weltmeister Magnus Carlsen.

Die Partie zwischen Sergej Karjakin und Alexander Grischuk endete mit einem Remis (1/2-1/2). Auch im Duell zwischen Wesley So und Ding Liren gab es keinen Sieger (1/2-1/2).

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jan



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
rational_bleiben 13.03.2018
1.
Ich finde es erstaunlich, dass man ein Rundenturnier spielt, obwohl mit Kramnik, Grischuk und Karjakin gleich drei Spieler aus Russland dabei sind. Während des Kandidatenturniers 1962 haben drei der fünf Spieler aus der Sowjetunion schnelle Remis herbeigeführt, um Kraft gegen Fischer zu sparen. Vermutlich kam die Anordnung, seit mit Fischer erstmals ein am Brett ernstzunehmender "Klassenfeind" dabei war, direkt vom Politbüro. Fischer hat das natürlich bemerkt (es war zu offensichtlich, vor allem für einen Großmeister), zu Recht protestiert und das Reglement wurde geändert. Von da an wurde das Kandidatenturnier nach K.O.-System gespielt, Absprachen gegen einen Spieler waren nicht mehr möglich. Jetzt ist Russland nicht die Sowjetunion und am Brett wird kein ideologischer Klassenkampf um intellektuelle Überlegenheit ausgefochten, wie damals - Putin wird den drei Russen kaum anordnen können, wer wen gewinnen lassen muss, zumal der Individualismus auch im ehemals kommunistischen Kollektiv des Ostens zur Regel geworden ist. Ich behaupte aber mal, sollten 1-2 Russen am Ende kaum noch Aussichten auf Erfolg haben, es alles andere als völlig abwegig ist, wenn sie einen evtl. gutstehenden Dritten gegen Ende gewinnen lassen. Einfach um evtl. die Schachkrone nach Russland zurückzuholen, oder zumindest um im Finale Präsenz zu zeigen. Mit Anand (Indien) und Carlsen (Norwegen) muss die stärkste Schachnation der Welt, die früher ein Abo auf den Weltmeistertitel hatte, schon sehr lange auf den Titel verzichten...
rooonbeau 13.03.2018
2. Verstehe die spieldarstellungen zum nachspielen nicht..
Es macht den Eindruck als würden die dargestellten Partien einfach mittendrin enden.. ich kann jedenfalls kein schachmatt Erkennen.. nicht Mal ein matt.. kann das jemand erklären?
miramax21 13.03.2018
3. Schach
Zitat von rooonbeauEs macht den Eindruck als würden die dargestellten Partien einfach mittendrin enden.. ich kann jedenfalls kein schachmatt Erkennen.. nicht Mal ein matt.. kann das jemand erklären?
Ein Schachspiel endet auf diesem Nievau in den seltensten Fällen mit einer echten Mattstellung oder einem "tot unentschieden". Dafür sind die Spieler einfach zu gut, denn sie antizipieren die Zugfolgen voraus und erkennen eine sichere Mattstellung, die z.B. in drei Zügen folgen wird bereits jetzt und geben das Spiel auf. Die Partie Aronjan-Kramnik ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Aronjan in weiss steht zwar nicht direkt Matt, kann aber einer Mattstellung nicht mehr entkommen, wenn Kramnik richtig spielt. Da hier der König nur noch wenig Zugmöglichkeiten hat und g2 nicht geschlagen werden kann, können Sie durch ein wenig ausprobieren sicher selbst heraus finden, was Kramnik jeweils tun muss um Aronjan Matt zu setzen. Da Aronjan sicher ist, dass Kramnik das auch sieht gibt er hier das Spiel auf. In anderen Partien und (insbesondere bei untentschieden), glaubt vielleicht einer der beiden Spieler, dass er das Spiel nicht mehr gewinnen kann und gibt auch ohne direkte Matt-Drohung auf oder bietet seinem Gegner ein unentschieden an. Akzeptiert dieser das Unentschiednen, weil er ebenfalls nicht mehr an einen Sieg glaubt, dann ist das Spiel beendet. Was Sie also sehen, sind die letzten Stellungen, bevor ein Spieler aufgegeben hat, bzw. sich beide auf Unentschieden geeinigt haben.
cs01 13.03.2018
4.
Zu Nr. 1 Aus meiner Sicht sind Rundenturniere die fairsten. Da kommt kein Auslosungsglück hinzu, jeder muss gegen jeden antreten, mit jeder Farbe. Um Mauscheleien zwischen Landsleuten einzuschränken (neben 3 Russen sind auch 2 Amerikaner dabei) spielen diese in der ersten und zweiten (bzw. achten und neunten) Runde gegeneinander. Da weiß man noch nicht genau, wem man die Punkte zuschanzen sollte. Darüber hinaus sind im modernen Schach die Spieler Profis, nur am eigenen Fortkommen interessiert. Ob einem ein Landsmann oder jemand anders den Titel wegschnappt, ist egal, beides ist gleich frustrierend. Und Schach wird auch nicht mehr so politisch gesehen, dass sich z.B. die russische Regierung in ein Kandidatenturnier einmischt. Wenn ein Russe gewinnt, wird es gern mitgenommen und ausgeschlachtet (wie bei Karjakins Sieg beim letzten Mal), aber Einfluss genommen wird nicht.
rational_bleiben 13.03.2018
5.
Zitat von cs01Zu Nr. 1 Aus meiner Sicht sind Rundenturniere die fairsten. Da kommt kein Auslosungsglück hinzu, jeder muss gegen jeden antreten, mit jeder Farbe. Um Mauscheleien zwischen Landsleuten einzuschränken (neben 3 Russen sind auch 2 Amerikaner dabei) spielen diese in der ersten und zweiten (bzw. achten und neunten) Runde gegeneinander. Da weiß man noch nicht genau, wem man die Punkte zuschanzen sollte. Darüber hinaus sind im modernen Schach die Spieler Profis, nur am eigenen Fortkommen interessiert. Ob einem ein Landsmann oder jemand anders den Titel wegschnappt, ist egal, beides ist gleich frustrierend. Und Schach wird auch nicht mehr so politisch gesehen, dass sich z.B. die russische Regierung in ein Kandidatenturnier einmischt. Wenn ein Russe gewinnt, wird es gern mitgenommen und ausgeschlachtet (wie bei Karjakins Sieg beim letzten Mal), aber Einfluss genommen wird nicht.
Danke für den Hinweis, war mir gar nicht aufgefallen, dass Amis und Russen gleich zu Beginn gegeneinander antraten (obwohl ich das Ganze natürlich verfolge). Kramnik hat mit 2 Siegen und einem Remis, davon ein Sieg mit Schwarz (ist auf dem Niveau tatsächlich mit ~10-15% relativ selten), einen Traumstart hingelegt. Wenn er nun durchschnittlich weiter spielt, dürfte er am Ende ganz oben mitspielen. Karjakin ist nach 3 Runden geteilter letzter, noch 1-2 Hänger, und er könnte beim nächsten Spiel gegen Kramnik durchaus etwas Gas rausnehmen, um diesem einen Vorteil zu verschaffen. Auch wenn das alles Profis sind, die für sich selbst und auch ihren Platz in der Elo-Weltrangliste spielen - ich denke Punktschenkungen sind nicht soo unwahrscheinlich.
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