Größtes offenes Schachturnier in Europa 13-Jähriger lässt zahlreiche Großmeister hinter sich

Unter den Augen von Schachweltmeister Magnus Carlsen hat der junge Deutsche Vincent Keymer die Grenke Chess Open gewonnen. Durch den Sieg kommt das Talent der Riege der Großmeister näher.

Vincent Keymer
Georgios Souleidis

Vincent Keymer


Schachweltmeister Magnus Carlsen hatte seine Partie gegen Matthias Blübaum gerade mit einem Remis beendet, als er auf der Bühne der Karlsruher Schwarzwaldhalle zu einem anderen Brett schritt und interessiert zuschaute. Dort saß der 13-jährige Vincent Keymer, drängte Großmeister Richard Rapport aus Ungarn in die Defensive und feierte am Ende einen beeindruckenden Sieg.

Carlsen ist der unumstrittene Star der Grenke Chess Classic, Keymer spielte beim parallel stattfindenden Grenke Chess Open. Das ist ein offenes Turnier mit 1400 Teilnehmern, das größte dieser Art in Europa. Keymer startete als 99. der Setzliste, zahlreiche der insgesamt 49 mitspielenden Großmeister wurden im Vorfeld als Favoriten auf den Turniersieg gehandelt - doch dann gewann der als größtes deutsches Talent gehandelte Keymer mit 8:1-Punkten.

In seiner Altersklasse U14 gilt Keymer mit einer Elo-Zahl von 2403 schon länger zu den stärksten Spielern, nun hat er nicht nur in Deutschland für Aufsehen gesorgt. Rapport ging mit der Elo-Zahl 2715 ins Turnier, gehört deshalb zur erweiterten Weltspitze und musste sich trotzdem geschlagen geben.

Keymer hat wegen des Turniersiegs nun eine Großmeister-Norm erfüllt, für den Gesamtsieg bekam er ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro und im kommenden Jahr ist er für die Grenke Chess Classic qualifiziert. Keymer hat jedoch noch nicht entschieden, ob er dann tatsächlich gegen die Weltspitze um Carlsen und den Rest der Weltelite antreten wird.

krä



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oliver_komhard 03.04.2018
1. Korrektur
Vincent Keymer ist durch diesen großártigen Turniersieg nicht Großmeister geworden, sondern hat seine erste GM-Norm von zwei notwendigen geschafft.
flippert0 03.04.2018
2. Großmeister
Zwar war die Turnierperformance von Vincent mehr als großmeisterlich und sicher hat er bereits die Stärke eines solchen, aber offiziell ist es noch ein längerer Weg für ihn zum GM-Titel: er muss noch zwei weitere "Normen" erfüllen (eine bestimmte Punkteanzahl in einem Turnier gegen eine Gegnerschaft mit bestimmter Stärke) und er muss eine ELO-Wertungszahl von 2500 überschreiten. Erst dann kann er durch den Weltverband FIDE zum Großmeister ernannt werden. Eine GM-Norm hat er durch den Sieg im Grenke Open aber bereits errungen. Weiter so, Vincent!
var 03.04.2018
3. Hype
Vor zwei Jahren war noch ein Riesenhype um Vincent, mit Prognosen, dass einem jungen Buben ja nur schwindlig werden konnte. Es folgten zwei Jahre, bei denen die Weiterentwicklung leider deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Um so schöner so ein grandioser Erfolg. Erweitertes Sponsoring und ein anderer Trainer (Peter Leko) scheinen ihre Früchte zu tragen. Jetzt aber wieder mal vom zukünftigen Weltmeister zu sprechen scheint mir aber verfrüht.
adrianhb 03.04.2018
4.
Zitat von flippert0Zwar war die Turnierperformance von Vincent mehr als großmeisterlich und sicher hat er bereits die Stärke eines solchen, aber offiziell ist es noch ein längerer Weg für ihn zum GM-Titel: er muss noch zwei weitere "Normen" erfüllen (eine bestimmte Punkteanzahl in einem Turnier gegen eine Gegnerschaft mit bestimmter Stärke) und er muss eine ELO-Wertungszahl von 2500 überschreiten. Erst dann kann er durch den Weltverband FIDE zum Großmeister ernannt werden. Eine GM-Norm hat er durch den Sieg im Grenke Open aber bereits errungen. Weiter so, Vincent!
Wenn er dieses Niveau halten kann, ist es nur eine kurze Frage der Zeit, bis er Großmeister wird. Er hatte eine Turnier-Performance von ca. 2800 - also 400 Elo-Punkte mehr als sein jetziger Stand. Der Trainerwechsel scheint sich positiv auszuwirken. Alles Gute!
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