Schach-WM in London Auch im dritten Duell spielen Caruana und Carlsen remis

Im dritten Duell gab es das dritte Remis: Bei der Schach-WM in London haben Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Fabiano Caruana erneut auf Augenhöhe gespielt - allerdings scheuten auch beide das Risiko.

Fabiano Caruana (l.), Magnus Carlsen
DPA

Fabiano Caruana (l.), Magnus Carlsen


Der Norweger Magnus Carlsen und der US-Amerikaner Fabiano Caruana haben sich auch im dritten Spiel bei der Schach-WM unentschieden getrennt. Bereits die Eröffnungspartie in London am Freitag sowie das zweite Duell am Samstag hatten mit einem Remis geendet.

Der 27 Jahre alte Norweger Carlsen ist der Titelverteidiger und seit 2011 Weltranglistenerster. 2013 hatte er als Herausforderer den Titel gegen Viswanathan Anand gewonnen, 2014 verteidigte er ihn gegen den Inder, 2016 gegen Sergey Karjakin. Caruana ist 26 Jahre alt, er hatte das Kandidatenturner im Frühjahr gewonnen - und sich so das Recht erspielt, Carlsen herauszufordern.

In der dritten Partie nach dem Ruhetag am Sonntag scheuten die Spieler sichtlich das Risiko. Zu Beginn versuchte Caruana den Weltmeister zu überraschen, indem er im sechsten Zug von der ersten Partie abwich. Doch Carlsen spielte einen sehr seltenen Zug, wonach die Spieler schnell in eine unbekannte Stellung gerieten. (Hier können Sie die Details der Partie nachlesen.)

Eine Million Dollar Preisgeld

Caruana schien durch die Öffnung des Damenflügels etwas Vorteil zu erlangen, fand aber keinen Plan, um Carlsen nachhaltig unter Druck zu setzen. Stattdessen tauschten die Kontrahenten alle Schwerfiguren ab und es entstand ein völlig ausgeglichenes Leichtfigurenendspiel.

Carlsen kreierte einen Freibauern auf der b-Linie, doch das Material war stark reduziert und Caruana konnte sich sogar erlauben, den Springer zu opfern, um das Remis zu erzielen.

Am Dienstag geht es mit der vierten Partie weiter (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Magnus Carlsen beginnt die Partie mit Weiß. Der Wettkampf in London ist auf zwölf Partien angesetzt. Wer zuerst 6,5 Punkte erreicht, ist Weltmeister. Bei Gleichstand erfolgt ein Tiebreak. Der Preisfonds beträgt eine Million Dollar.

bka/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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swandue 12.11.2018
1.
"Caruana konnte sich sogar erlauben, den Springer zu opfern, um das Remis zu erzielen." Wo ich das gerade lese, hätte ich eine Idee, wie man den Sieger ermitteln könnte, wenn es nach zwölf Spielen 6:6 steht: Es werden zwei Spiele gespielt, jeder mal weiß, mal schwarz, bei denen einzelne Figuren fehlen. Wenn der eine insgesamt einen Springer mehr hatte am Ende aller Spiele zusammengezählt, dann beginnt er auch da mit einem Springer mehr und der Gegner vielleicht mit zwei Bauern mehr. ;-)
ajf00 12.11.2018
2.
Zitat von swandue"Caruana konnte sich sogar erlauben, den Springer zu opfern, um das Remis zu erzielen." Wo ich das gerade lese, hätte ich eine Idee, wie man den Sieger ermitteln könnte, wenn es nach zwölf Spielen 6:6 steht: Es werden zwei Spiele gespielt, jeder mal weiß, mal schwarz, bei denen einzelne Figuren fehlen. Wenn der eine insgesamt einen Springer mehr hatte am Ende aller Spiele zusammengezählt, dann beginnt er auch da mit einem Springer mehr und der Gegner vielleicht mit zwei Bauern mehr. ;-)
Waere doch lustiger wenn man eine Feinwertung fuer frueher geopfertes Material gaebe. Also fuer jede verlorene Figur bekommt man Punkte, je frueher im Spiel desto mehr. Wenn es am Ende unentschieden steht, gewinnt derjenige mit mehr "Opferpunkten". Das wuerde ein riskanteres fuer die Zuschauer unterhaltsameres Spiel belohnen.
hoppla_h 12.11.2018
3. #1 @Swandue: "Schach!"
Zitat von swandue"Caruana konnte sich sogar erlauben, den Springer zu opfern, um das Remis zu erzielen." Wo ich das gerade lese, hätte ich eine Idee, wie man den Sieger ermitteln könnte, wenn es nach zwölf Spielen 6:6 steht: Es werden zwei Spiele gespielt, jeder mal weiß, mal schwarz, bei denen einzelne Figuren fehlen. Wenn der eine insgesamt einen Springer mehr hatte am Ende aller Spiele zusammengezählt, dann beginnt er auch da mit einem Springer mehr und der Gegner vielleicht mit zwei Bauern mehr. ;-)
Schach ist ein schönes Spiel, ein ernster Sport. Swandue, über Ihren Kommentar #1 habe ich mich trotz ";-)" etwas geärgert, kam bei mir 'dümmlich' an ... und hat mich zu diesem Post provoziert. Zur laufenden Schach-WM: *Ich freue mich auf die nächsten Partien: Zum Ende möge der Bessere gewinnen!"* PS @ SPON: Danke für die begleitenden WM-Kommentare!
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