Auftakt zur Schach-WM in London Remis nach mehr als sieben Stunden

Spektakulärer Auftakt in die Schach-WM: 115 Züge lang bekämpften sich Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Fabiano Caruana. Dann einigten sie sich auf Unentschieden. Und verpassten nur knapp einen Rekord.

Magnus Carlsen (l.), Fabiano Caruana
DPA

Magnus Carlsen (l.), Fabiano Caruana


Diese erste Partie macht Lust auf mehr. Nach gut sieben Stunden Spielzeit nahm der norwegische Schach-Weltmeister Magnus Carlsen zum Auftakt der WM in London das Remis-Angebot seines Herausforderers Fabiano Caruana an. Zu diesem Zeitpunkt spielten beide neben ihren Königen nur noch mit je einem Turm und drei (Carlsen) beziehungsweise zwei Bauern (Caruana).

Der Herausforderer aus den USA spielte mit Weiß und eröffnete mit dem Doppelschritt des e-Bauern. Carlsen reagierte und überraschte seinen Gegner mit der Sizilianischen Verteidigung. Caruana zeigte sich nervös und verbrauchte gleich zu Beginn deutlich mehr Zeit.

Als Carlsen zum Damenflügel und rochierte und den gegnerischen König angriff, sah er schon wie der sichere Sieger aus. Doch der Weltmeister verpasste es, zwischen dem 30. und 40. Zug für die Entscheidung zu sorgen. Stattdessen konnte sich Caruana befreien und nach Damentausch in das Turmendspiel mit nur einem Minusbauern retten.

Carlsen versuchte in seiner typischen Manier, den Herausforderer zu Fehlern zu verleiten und nahm dafür sogar sieben Stunden am Brett in Kauf. Aber Caruana ließ sich nicht locken und sicherte nach dem 115. Zug das Remis. Damit blieb die Partie nur knapp hinter der WM-Rekordmarke. Die 5. Partie der Weltmeisterschaft 1978 zwischen Anatolij Karpow und Wiktor Kortschnoi hatte nach 124 Zügen remis geendet.

Schon morgen sitzen sich Carlsen und Caruana zur zweiten Partie gegenüber (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Dann eröffnet der Weltmeister. Hier können Sie die erste Partie Zug um Zug nachlesen.

Ausführliche Informationen, wie SPIEGEL ONLINE über die Schach-WM in London berichtet, finden Sie hier.

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
pirx64 10.11.2018
1.
Da hat Fabiano viel Dusel gehabt.
Sintemale 10.11.2018
2. Und?
Keine Analyse? Dazu reicht es wohl in der Redaktion des Spiegels nicht. "Doch der Weltmeister verpasste es, zwischen dem 30. und 40. Zug für die Entscheidung zu sorgen." Das ist Unsinn. Der Stellungsvorteil von Carlsen zu diesem Zeitpunkt (zwangsläufig nach einer fehlerfrei gespielten Sizilianischen Verteidigung) war zu einem zwangsläufigen Matt nicht zu nutzen.
schrumpel500 10.11.2018
3. Zwischen dem 30. und 40. Zug?
Carlsen hat im 21. Zug einen Bauern verschenkt. Und im 38. Zug die Partie (38...Tg3). Ich hätte nicht gedacht, dass man auf diesem Niveau solche Fehler macht.
19flu60 10.11.2018
4. @#2, @#3
#2, niemals ist auch nach einer fehlerfrei gespielten Eröffnung ein Vorteil „zwangsläufig“; zudem ging es nicht darum, dass Carlsen zwischen dem 30. und dem 40. Zug ein zwangsläufiges Matt erreichen konnte; die Etablierung eines langfristig entscheidenden Vorteils scheint aber möglich gewesen zu sein. Die Experten sagen einhellig, dass 34...De5 einen siegverheißenden Vorteil gebracht hätte. #3, Carlsens Bauern“Geschenk“ war ein wohlkalkuliertes Opfer. Der Zug 38...Tg3 war kein Fehler, sondern war die Idee, um die es schon einige Züge lang ging. Da war allerdings die vermutlich entscheidende Möglichkeit bereits verstrichen.
StefanXX 12.11.2018
5.
Zitat von schrumpel500Carlsen hat im 21. Zug einen Bauern verschenkt. Und im 38. Zug die Partie (38...Tg3). Ich hätte nicht gedacht, dass man auf diesem Niveau solche Fehler macht.
Und wieder kommen sie aus Ihren Löchern, die absoluten Schach-Laien, die sich (wahrscheinlich mit Hilfe Ihren Computerprogramms) über Fehler von Carlsen oder Caruana beschweren. Immer wieder schön zu lesen .. :-)
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