Schach-WM in London Zweite Partie, zweites Remis

Titelverteidiger Magnus Carlsen muss bei der Schach-WM in London weiter auf seinen ersten Sieg warten. Auch die zweite Partie endete remis - und war ein großer Erfolg für Herausforderer Fabiano Caruana.

Magnus Carlsen (links) und Fabiano Caruana
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Magnus Carlsen (links) und Fabiano Caruana


Auch die zweite Partie der Schachweltmeisterschaft zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana endete remis. Allerdings ging das Spiel schneller als das gestrige zu Ende. Statt nach rund sieben Stunden Spielzeit ersparte sich Herausforderer Caruana in ausgeglichener Stellung nach rund dreieinhalb Stunden ein Weiterspielen.

Carlsen eröffnete die Begegnung klassisch mit dem Doppelschritt des d-Bauern und dem Damengambit, Caruana wählte die Ablehnung des Gambits. Hatte Carlsen seinen Herausforderer in der Auftaktpartie noch mit seinem aggressiven Spiel stark unter Druck gesetzt und den Sieg mehrmals aus der Hand gegeben, so hatten die beiden nun keine große Mühe, das Remis zu erreichen. Wie schon am Vortag kam es zum Turmendspiel, trotz des Mehrbauers von Caruana meisterte Carlsen die Rolle des Verteidigers souverän.

Die zweite Partie, die der Weltmeister aus Norwegen in Weiß begonnen hatte, war ein großer Erfolg für Herausforderer Caruana, der Carlsen in einer Variante des abgelehnten Damengambits mit dem seltenen Zug überraschte. Am Ende hatte Caruana keine Probleme, das Remis zu sichern.

Nach dem morgigen Ruhetag geht es am Montag in die dritte Runde (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Dann beginnt Caruana mit den weißen Figuren. Hier können sie die zweite Partie Zug um Zug nachlesen.

Ausführliche Informationen, wie SPIEGEL ONLINE über die Schach-WM in London berichtet, finden Sie hier.

ngo/sid



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Orgalo 10.11.2018
1. beide Partien remis, aber ganz unterschiedliche Gewinnchancen
Im Unterschied zu Carlsen in der gestrigen Partie hatte heute Caruana keine wirkliche Break Chance, d.h. keinen wirklichen Gewinnerzug verpasst. Darin unterscheiden sich die beiden Partien gewaltig. Carlsen hatte gestern beim 38. Zug ja nun ziemlich deutlich die Möglichkeit, den Sack zuzumachen: Qualitätsopfer, - sodann verbundene Bauern kurz vor der Bauer-in-Dame Verwandlungslinie und gleichzeitig Vordringen der bisherigen Dame in den ungesicherten Rückenbereich des Königs. Bei der heutigen Partie mit Schwarz war Caruana offenbar mit seiner Antwortvariante bestens vorbereitet (zog sehr schnell), aber er kam nie in die Situation, einen Gewinnzug sich erarbeitet zu haben bzw. diesen realisieren zu können bzw. sich über eine verpasste Realisierungsgelegenheit zu ärgern. Hallo liebe Schachfans, so etwas wollt ihr doch lesen!
Orgalo 11.11.2018
2. Vergleich der beiden Partien
Im Unterschied zu Carlsen in der Freitag Partie hatte Caruana in der Samstag Partie keine wirkliche Break Chance, d.h. keinen wirklichen Gewinnerzug verpasst. Darin unterscheiden sich die beiden Partien gewaltig. Die Profi-Kommentatoren sehen aber die Partieverläufe gerade anders herum: nämlich, dass Caruana´s Vorteil in der zweiten Partei größer gewesen wäre als Carlsen´s Vorteil in der ersten Partie. Carlsen hatte gestern beim 38. Zug ja nun ziemlich deutlich die Möglichkeit, den Sack zuzumachen (sah offenbar die Möglichkeit, drauf deutet die lange Bedenkzeit in dieser Phase; aber entschied sich für einen anderen Zug): Qualitätsopfer, - hätte dadurch verbundene Bauern (zusätzliche Deckung durch Läufer) erhalten und dies kurz vor der Bauer-in-Dame Verwandlungslinie und hätte mit der (alten) Dame in den ungesicherten Rückenbereich des weißen Königs (Freitag Partie!) vordringen können. Bauernraub und Schachandrohung. Es wäre hoffnungslos gewesen. Dieser Post soll sich jedoch mit der zweiten Partie am Samstag beschäftigen. Da gibt es nichts Interessantes herauszuholen: mit Schwarz war Caruana offenbar bestens vorbereitet (zog sehr schnell), aber er kam nie in die Situation, einen Gewinnzug realisieren zu können - mit anderen Worten, sich über eine verpasste Gewinn-Realisierungsgelegenheit ärgern zu können. Der Vergleich dieser beiden Partien ist schwierig zu texten, trifft aber inhaltlich genau das, was die Schachfans untereinander gerne diskutieren (würde ich als ehemaliger Vereinsspieler mal so sagen)!
Orgalo 11.11.2018
3. korrigiere:
Carlsen hatte am F r e i t a g ("gestern" wäre missverständlich) beim 38. Zug ja nun ziemlich deutlich die Möglichkeit …. nochmals der gesamte (jetzt korrigierte) Text: Im Unterschied zu Carlsen in der Freitag Partie hatte Caruana in der Samstag Partie keine wirkliche Break Chance, d.h. keinen wirklichen Gewinnerzug verpasst. Darin unterscheiden sich die beiden Partien gewaltig. Die Kommentatoren sehen aber die Partieverläufe gerade anders herum: nämlich, dass Caruana´s Vorteil in der zweiten Partei größer gewesen wäre als Carlsen´s Vorteil in der ersten Partie. Carlsen hatte am Freitag beim 38. Zug ja nun ziemlich deutlich die Möglichkeit, den Sack zuzumachen (sah offenbar die Möglichkeit, drauf deutet die lange Bedenkzeit in dieser Phase; aber entschied sich für einen anderen Zug): Qualitätsopfer, - hätte dadurch verbundene Bauern (zusätzliche Deckung durch Läufer) erhalten kurz vor der Bauer-in-Dame Verwandlungslinie und hätte mit der (alten) Dame in den ungesicherten Rückenbereich des weißen Königs (Freitag Partie!) vordringen können. Bauernraub und Schachandrohung. Es wäre hoffnungslos gewesen. Dieser Post soll sich jedoch mit der zweiten Partie am Samstag beschäftigen. Da gibt es nichts Interessantes herauszuholen: mit Schwarz war Caruana offenbar bestens vorbereitet (zog sehr schnell), aber er kam nie in die Situation, einen Gewinnzug realisieren zu können - mit anderen Worten, sich über eine verpasste Gewinn-Realisierungsgelegenheit ärgern zu können. Der Vergleich dieser beiden Partien ist schwierig zu texten, trifft aber inhaltlich genau das, was die Schachfans untereinander gerne diskutieren (würde ich als ehemaliger Vereinsspieler mal so sagen)!
h.markwort 11.11.2018
4. immer noch..
..bin auch ich dabei den Hr. Carlsen zu unterschätzen. Erst wenn er Druck spürt, kann er genial zaubern. Noch spielt er...
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