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Schach-WM: Anand brilliert im dritten Spiel und gleicht aus

Herausforderer Anand: Sieg im dritten Spiel Zur Großansicht
DPA

Herausforderer Anand: Sieg im dritten Spiel

Das Titelrennen bei der Schach-WM in Sotschi ist wieder offen: Der Herausforderer Viswanathan Anand hat Weltmeister Magnus Carlsen im dritten Match zur Aufgabe gebracht. Damit steht es 1,5:1,5.

Hamburg - Die Schach-WM im russischen Sotschi ist wieder spannend: Herausforderer Viswanathan Anand spielte eine starke dritte Partie mit Weiß, Titelverteidiger Magnus Carlsen gab nach rund dreieinhalb Stunden und 34 Zügen auf. Der 23-jährige Norweger hatte das zweite Match am Sonntag gewonnen, nun steht es 1,5:1,5.

Es war überhaupt der erste Sieg Anands bei einer WM gegen Carlsen. Im Vorjahr, als Anand durch eine 3,5:6,5-Niederlage den Titel verloren hatte, war ihm nicht ein einziger Erfolg gegen seinen Konkurrenten gelungen.

Zum ersten Mal bei diesem Turnier bewegten sich beide Spieler lange in bekannten Stellungen - was dem erfahreneren Anand, 44, offenbar zugute kam: Sie folgten der Remis-Partie zwischen Levon Aronian und Michael Adams beim Masters in Bilbao im Vorjahr.

Anand erarbeitete sich nach seiner Eröffnung mit dem Damenbauern (1. ... Sf6 2. c4 e6) in der ersten Stunde einen leichten taktischen Vorteil, Carlsen benötigte immer wieder lange Bedenkzeit. "Es überrascht, dass Carlsen so lange überlegt. Höchstwahrscheinlich erinnert er sich nicht an alle Einzelheiten seiner Vorbereitung", sagte der Weltranglistenzweite Fabiano Caruna in seiner Analyse bei "ChessBase". (Lesen Sie die Höhepunkte in unserem Liveticker nach)

Erst nach etwa eineinhalb Stunden wich der zügig spielende Anand von der Vorjahrespartie ab, er schien eine Verbesserung gefunden zu haben. Er wusste: Sollte er Carlsen in dieser dritten Partie bezwingen, wäre das Turnier wieder offen. Tatsächlich sah es so aus, als sei Carlsens Stellung zunehmend in Gefahr. Zudem wurde die Bedenkzeit für den Titelverteidiger stetig knapper.

Anand nutzte seine hervorragende Stellung und spielte weiterhin beste Züge. Nach knapp dreieinhalb Stunden waren Carlsens Dame und sein Turm an den Läufer auf c7 gebunden - kurz darauf gab der Norweger auf.

In der vierten Partie am Mittwoch (13 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) hat Titelverteidiger Carlsen Weiß. Zum Gesamtsieg sind 6,5 Punkte nötig, bei Gleichstand erfolgt ein Tiebreak.

psk

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insgesamt 14 Beiträge
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1. (Lesen Sie die Höhepunkte in unserem Liveticker nach)
kugelsicher 11.11.2014
Immer wieder gut dieser Hinweis. Schade nur, dass auf der SPON Schach Seite vom ersten Tag an, nichts aber auch gar nichts in Sachen Kommentar geht.
2. Super Vishy!
StefanXX 11.11.2014
Ein verdienter und toll erspielter Sieg von Anand! Ich halte Carlsen zwar nach wie vor für den besseren Spieler und hoffe und glaube auch dass er die WM wieder gewinnen wird. Aber im Sinne einer spannenden WM begrüsse ich den Ausgleich. Ich freue mich aufs nächste Spiel.
3.
StefanXX 11.11.2014
Zitat von kugelsicherImmer wieder gut dieser Hinweis. Schade nur, dass auf der SPON Schach Seite vom ersten Tag an, nichts aber auch gar nichts in Sachen Kommentar geht.
Ich hatte bisher bei allen drei Spielen keinerlei Probleme mit dem Kommentar. Scheint dann eher ein Problem Ihres Rechners zu sein. Aber unter uns: So sehenswert ist der Kommentar auch nicht, heute wars zwar besser, aber in den ersten beiden Spielen hab ich mir teilweise gewünscht ich wäre vom Kommentar verschont geblieben :-)
4. Mit
badduck 11.11.2014
solchen Läufern wird man Weltmeister Zitat Livekommentar: Carlsen sucht das Gegenspiel. Der Läufer hängt natürlich nicht, weil die weiße Dame weiter den Turm auf c6 decken muss. Der schwarze Läufer schaut sowohl nach d2 als auch nach d5.
5.
weltgedanke 11.11.2014
Hätten Sie nicht ein Foto nehmen können, wo er tatsächlich Weiß spielt? Wenigstens das, wenn es schon aus dem Archiv kommen muss....
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Schach-Glossar
  • Corbis
    Schach ist ein strategisches Brettspiel, bei dem zwei Spieler abwechselnd ihre Figuren auf dem Spielbrett bewegen. Weiß beginnt immer, es besteht Zugpflicht. Mit jeder Figur kann eine des Gegners geschlagen werden.

  • Jeder Spieler hat 16 Figuren, die nur nach bestimmten Regeln gezogen werden dürfen. Der König kann horizontal, vertikal oder diagonal auf das angrenzende Feld ziehen. Die Dame kann horizontal, vertikal oder diagonal beliebig weit ziehen, darf dabei jedoch keine anderen Figuren überspringen. Der Läufer kann diagonal beliebig weit ziehen, darf dabei jedoch keine anderen Figuren überspringen.

  • Der Springer zieht in beliebiger Richtung über zwei Felder: Erst vertikal oder horizontal, dann diagonal; oder erst diagonal und dann vertikal oder horizontal. Das erste Feld darf dabei besetzt sein. Der Turm kann horizontal und vertikal beliebig weit ziehen, darf aber keine anderen Figuren überspringen. Die acht Bauern dürfen immer einen Schritt nach vorne ziehen, wenn das Feld leer ist. Sie schlagen vorwärts diagonal.

Es gewinnt der Spieler, der den gegnerischen König schachmatt setzt. Das bedeutet, der König wird in jedem Fall geschlagen, egal, wie der bedrohte Spieler eine seiner Figuren zieht. Eine weitere Möglichkeit zum Spielgewinn ist die Aufgabe des Gegners. Dies ist während des Spiels jederzeit möglich.
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Schach-Weltmeister
Name Land WM-Zeitraum
Wilhelm Steinitz Österreich-Ungarn/USA 1886-1894
Emanuel Lasker Deutschland 1894-1921
José Raúl Capablanca Kuba 1921-1927
Alexander Aljechin Russland/Frankreich 1927-1935
Max Euwe Niederlande 1935-1937
Alexander Aljechin Russland/Frankreich 1937-1946
Michail Botwinnik UdSSR 1948-1957
Wassili Smyslow UdSSR 1957-1958
Michail Botwinnik UdSSR 1958-1960
Michail Tal UdSSR 1960-1961
Michail Botwinnik UdSSR 1961-1963
Tigran Petrosjan UdSSR 1963-1969
Boris Spasski UdSSR 1969-1972
Bobby Fischer USA 1972-1975
Anatoli Karpow UdSSR/Russland 1975-1985
Garri Kasparow UdSSR/Russland 1985-1993
Wladimir Kramnik Russland 2006-2007
Viswanathan Anand Indien 2007-2013
Magnus Carlsen Norwegen seit 2013
Von 1993 bis 2006 ermittelten zwei Verbände (PCA und FIDE) einen Weltmeister.

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