Blitzanalyse der Schach-WM Wie Anand gegen Carlsen gewann

Das dritte Duell bei der Schach-WM zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand war die Weiterentwicklung einer Partie aus dem Vorjahr. Die Schnellanalyse zeigt: Herausforderer Anand hatte die besseren Ideen.

chessbase.de

Hamburg - 13 WM-Partien hat Viswanathan Anand gebraucht, ehe er Magnus Carlsen besiegen konnte. Nach der Niederlage im Vorjahr (3,5:6,5) und einer Niederlage und einem Remis bei der Neuauflage in Sotschi triumphierte der indische Herausforderer nun gegen den Norweger. Beide orientierten sich an der Partie zwischen Levon Aronian und Michael Adams beim Masters in Bilbao im Vorjahr. Doch anders als zwischen Aronian und Adams gab es diesmal in Anand einen Sieger.

Während der WM-Partie kommentierte Fabiano Caruana, Zweiter der Weltrangliste, das Geschehen bei "ChessBase": "Es kommt nur darauf an, wer die Aronian-Adams-Partie zu Hause besser analysiert hat. Es überrascht, dass Carlsen so lange überlegt. Höchstwahrscheinlich erinnert er sich nicht an alle Einzelheiten seiner Vorbereitung."

Carlsen geriet in die Defensive, kämpfte. Garry Kasparov sagte während der Partie anerkennend: "Vor zwei Zügen war Magnus einfach verloren. Jetzt gibt es einige praktische Chancen zu remisieren. Aber noch sehr schwer für Schwarz." Am Ende reichte es nicht für den Norweger, das WM-Duell ist mit 1,5:1,5 wieder ausgeglichen.

Am Mittwoch um 13 Uhr geht es mit der vierten Partie weiter (im Liveticker bei SPIEGEL ONLINE). Lesen Sie hier die Analyse zu den Schlüsselstellungen der dritten Partie.

Expertenanalyse

luk



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insgesamt 9 Beiträge
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hubie 11.11.2014
1. Pfeffer in der Suppe
Anand ist für mich der "Prototyp"-hyperintelligente Inder... nicht unbedingt mega sympathisch aber auf jedenfall habe ich viel Respekt vor soviel Intelligenz. Ich sympathisiere eher mit Carlsen, der zwar auch ein Wunderkind ist, aber die Sache irgendwie gelassener angeht, soviel zu "Äußerlichkeiten"... dass Anand die Partie für sich entscheiden konnte, wird Carlsen auf jedenfall wieder stärker auf den Plan rufen, manchmal hat man fast den Eindruck, dass sein Schach Genie (ich selbst bin kein Schach Profi) ihn manchmal etwas zu lässig an die Sache herangehen lässt. Der "Spannung" tut es auf jedenfall nur gut.
quark@mailinator.com 11.11.2014
2. Naja ...
Ist ja schön, daß beide Spieler in der Lage sind, sich Dutzende Partien der letzten Jahre bis zum 25. Zug auswendig in den Kopf zu prügeln, um dann eine vorher, vermutlich mit Computerhilfe, ausgetüftelte "Verbesserung" anbringen zu können. Aber dies ist kein Schach, das ist Auswendiglernen. Carlsen hätte das Problem sicher richtig gelöst, wenn er genug Zeit gehabt hätte. Aber was passiert ? Anand und sein Team finden am Computer eine "Verbesserung", welche er einfach runterspielen kann, wohingegen dann Carlsen das Problem unter Zeitdruck ohne Team und ohne Computer lösen soll. OK, das hat er nicht gekonnt. Aber bedeutet das, daß Anand ein besserer Schachspieler ist ? Vor paar Tagen hatten wir das gleiche Ding andersrum. Da hatte Anand nicht die Zeit, die Sache bis zu Ende zu durchdenken. M.M.n. sollten die Zeitregeln den Gegebenheiten angepaßt werden. Für intuitives Schach gibt es Blitzschachturniere. WM-Turniere sollten jedem Spieler ermöglichen so tief zu denken, wie es seine Neuronen hergeben. Da sollte nicht die Uhr entscheiden. Und nicht das Auswendiglernen.
funnyone2007 11.11.2014
3.
Zitat von quark@mailinator.comIst ja schön, daß beide Spieler in der Lage sind, sich Dutzende Partien der letzten Jahre bis zum 25. Zug auswendig in den Kopf zu prügeln, um dann eine vorher, vermutlich mit Computerhilfe, ausgetüftelte "Verbesserung" anbringen zu können. Aber dies ist kein Schach, das ist Auswendiglernen. Carlsen hätte das Problem sicher richtig gelöst, wenn er genug Zeit gehabt hätte. Aber was passiert ? Anand und sein Team finden am Computer eine "Verbesserung", welche er einfach runterspielen kann, wohingegen dann Carlsen das Problem unter Zeitdruck ohne Team und ohne Computer lösen soll. OK, das hat er nicht gekonnt. Aber bedeutet das, daß Anand ein besserer Schachspieler ist ? Vor paar Tagen hatten wir das gleiche Ding andersrum. Da hatte Anand nicht die Zeit, die Sache bis zu Ende zu durchdenken. M.M.n. sollten die Zeitregeln den Gegebenheiten angepaßt werden. Für intuitives Schach gibt es Blitzschachturniere. WM-Turniere sollten jedem Spieler ermöglichen so tief zu denken, wie es seine Neuronen hergeben. Da sollte nicht die Uhr entscheiden. Und nicht das Auswendiglernen.
Anand hatte während der Partie kein Team um sich und keinen Computer, die Chancen waren für beide gleich, wer sich besser drauf vorbereitet und daran erinnert hat bessere Chancen, das ist beim Fussball auch so, wo der Gegner genau vorher analysiert wird. Die Zeitkontrolle wurde extra eingeführt, denn es macht auch Sinn, dass jemand schnell denken kann, schnell kombinieren kann , zudem ohne Zeitkontrolle Psychospielchen losgehen würden, wie zb 1 std Kaffee trinken, Nickerchen machen, Toilette ewig gehen usw. Beide haben gleiche Bedingungen und gleiche Chancen. schön finde ich, dass Carlsen nicht unschlagbar ist, hätte ich nicht gedacht.
siamkatz 11.11.2014
4. GM Huschenbeth
Der deutsche Grossmeister Niclas Huschenbeth hat auch die dritte Partie in seinem Videoblog auf youtube wieder vortrefflich nachgespielt und analysiert. Ich vermeide mittlerweile das Endergebnis zu erfahren und schaue dann die Analyse vom deutschen Grossmeister, welche nicht lange nach dem Ende der Partie online geht. https://www.youtube.com/watch?v=s81Xlr3tR8k Auf seinem YouTube Kanal finden sich auch viele sehr lehrreiche andere Filmchen, Blitzschachpartien gegen andere internationale Grossmeister, Lektionen etc. Der Sieg von Anand überrascht sicher nicht nur mich und bringt enorme Spannung in die weiteren Partien. Was ich mich frage, spielt die Weltelite der Grossmeister eigentlich noch selbstständig denkend oder handelt es sich bei diesen Spielern nur um Gedächtniskünstler, die tausende von bereits gespielten Matches exakt im Grosshirn abgespeichert haben? Ist noch eigene Innovation vorhanden oder handelt es sich ausschliesslich um Nachspielerei? Bis zum 18. Zug beispielsweise konnte jede aktuelle Stellung auf dem Brett einer historischen Partie zugeordnet werden. Ist das noch Schach der Genies wie z.B. Bobby Fischer es praktiziert hat?
shalom-71 11.11.2014
5. Ein paar Jahre ...
Ein paar Jahre lang gab es in Mainz jährlich ein grossartiges Schachturnier, wo die Startstellungen zufällig ausgelost wurden. So konnten Auswendiglerner sich keinen grossen Vorteil verschaffen. Die Resonanz war zwar gross, aber nicht so gross, dass das Turnier dem Sponsorenverlust entging... Schade.
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