Große Schach-Momente Die Schwarz-Weiß-Denker

Die Schach-WM geht los! Langweilig? Von wegen: Seit dem ersten Weltmeisterschaftskampf 1886 sind die Duelle geprägt von Exzentrik, Psychospielchen und wahnsinnigen Genies. Ein Spieler verbat seinem Gegner gar den Gang aufs Klo.

Von André Schulz und

DPA

Wilhelm Steinitz war ein kluger Mann, ein Mathematiker und Journalist, vor allem aber ein Schachspieler, er lebte im 19. Jahrhundert. "Ich bin ein Teil der Schachgeschichte, an dem niemand vorbeikommt. Ich selbst werde nicht über mich schreiben, aber ich bin sicher, dass es andere tun werden."

Damit behielt er Recht. Denn wenn man an die größten Momente der an großen Momenten reichen Schachweltmeisterschaft erinnern will, muss man bei Steinitz anfangen. Der in Prag geborene, in Wien studierte, in London arbeitende und in New York verstorbene Spitzenspieler war der erste Weltmeister im Sport der Könige.

Im vergangenen Jahr triumphierte der Norweger Magnus Carlsen gegen den Inder Viswanathan Anand und wurde der 19. Weltmeister der Geschichte. Ab Samstag kommt es im russischen Sotschi zur Neuauflage des Duells, wieder geht es um den WM-Titel.

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Mit Skandalen oder einem Psychokrieg ist bei diesem Match übrigens nicht zu rechnen. Beide Spieler sind faire Sportler und respektieren sich gegenseitig. Das war in der Geschichte der Schachweltmeisterschaften nicht immer so.

So stand etwa der Wettkampf zwischen Kramnik und Topalow 2006 kurz vor dem Abbruch, als das Topalow-Team Kramnik beschuldigte, auf der Toilette mit einem Computer zu schummeln, und ihm das WC verschließen ließ, woraufhin Kramnik nun nicht mehr weiterspielen wollte. Es war nur eine Anekdote von vielen legendären Geschichten, die die Duelle um die Schachkrone zu bieten hatten.

Auch der legendäre Bobby Fischer, Garri Kasparow und Anatoli Karpow machten den Titelkampf zum Nervenkrieg. Für weitere Anekdoten aus der Geschichte der Schach-WM klicken Sie sich durch die Fotostrecke !

SCHACH-WM @ SPIEGEL ONLINE
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    Ab dem 7. November steigt in Sotschi (Russland) die Schachweltmeisterschaft. SPIEGEL ONLINE berichtet von allen Partien im Liveticker. Es kommentiert Bernd Schroller, Experten von Chessbase liefern live weitere spannende Hintergründe. Außerdem:

    Unser Kooperationspartner ChessBase erklärt bereits kurze Zeit nach Ende jeder Partie die Schlüsselstellung, die zur Entscheidung führte.

    Wie im vergangenen Jahr wird es auch diesmal wieder exklusive Videoanalysen des englischen Großmeisters Daniel King geben - von allen Partien!
  • Alles zur Schach-WM bei Chessbase

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
ambergris 07.11.2014
1.
Carlsens Spiel scheint mir seit einiger Zeit ein bisschen zu sehr ins Exzentrische zu gehen. Ich denke, Anand hat eine Chance wenn er sich auf den Punkt genau konzentiert.
StefanXX 07.11.2014
2. Vorfreude :-)
Ich freue mich sehr auf die WM :-) Ich als durchschnittlicher Hobby-Spieler mit einer ELO-Zahl von um die 1.500 bewundere diese Spieler und freue mich auf die Analysen. Hab mir auch extra eine Schach-Engine gekauft um selbst ein bisschen zu analysieren. Und ich freue mich dass SPON wieder berichtet, ich war letztes Jahr schon dabei soweit es beruflich möglich war. Und ich freue mich auch schon wieder auf den ein oder anderen Klugscheißer-Kommentar, der meint durch mal ein bisschen auf die Stellung schauen auf einmal bessere Züge zu finden als diese grandiosen Spieler.
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