Schach-WM So gewann Carlsen - die Tiebreak-Partien zum Nachspielen

Der Favorit hat gewonnen: Im Schnellschach war Magnus Carlsen nicht zu bezwingen. Spielen Sie hier die drei Tiebreak-Partien nach - Zug um Zug.

Magnus Carlsen
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Magnus Carlsen


Magnus Carlsen ist Schach-Weltmeister. Der Norweger verteidigte in London seinen Titel gegen Fabiano Caruana, im Schnellschach war der 27-Jährige nicht zu schlagen. Im Tiebreak gewann Carlsen die ersten drei Partien, zuvor hatte es in zwölf Partien mit regulärer Bedenkzeit keinen Sieger gegeben.

Carlsen galt in der Variante mit weniger Bedenkzeit als klarer Favorit und wurde seiner Rolle bereits in der ersten Partie gerecht:

In der zweiten Partie leistete sich der mit Weiß spielende Caruana einen groben Fehler, den Carlsen ausnutzte und mit Schwarz die Initiative ergriff. Vor dem 30. Zug musste der US-Amerikaner aufgeben:

Damit war die Schach-WM praktisch entschieden, denn Caruana hätte im auf vier Partien angesetzten Tiebreak die nächsten beiden Spiele gewinnen müssen, um sich in maximal zehn weiteren Blitzschachduelle retten zu können. Caruana ging in der dritten Partie hohes Risiko - und verlor erneut:

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StefanXX 29.11.2018
1. Großartiger Auftritt von beiden Spielern
Riesen Respekt vor der Leistung Carlsens. Er wurde ja heftig kritisiert wegen des Remisangebots im 12. Spiel, aber er hat alles richtig gemacht. Wer so souverän im Schnellschach ist, wäre dumm gewesen in der letzten normalen Partie unnötige Risiken einzugehen. Sein Auftritt im Schnellschach war eine Demonstration, er hat trotz der geringen Bedenkzeit sogar teilweise 1:1 die Züge der Computer gespielt. Großes Kompliment auch an Caruana. Auch wenn alle 12 regulären Partien Remis ausgegangen sind, waren darunter teilweise heftige Kämpfe. Er hat mutig gespielt und alles versucht. Was ich etwas schade finde ist, dass die klassische WM jetzt im Schnellschach entschieden wurde, wofür es ja eigentlich eine eigene WM gibt. Aber ob die Erhöhung der Anzahl der Spiele auf 16 oder 24 das richtige Mittel ist möchte ich auch bezweifeln.
frederic_1618 29.11.2018
2. Herzlichen Glückwunsch
an den alten-neuen Weltmeister. Jedes Spiel, zunächst im regulären Match, gestern im Tiebreak war ein Genuss und könnte 1:1 in der Schachliteratur Niederschlag finden. Magnus Carlsen gelingt es wie keinem zweiten, Spiel und Zeit zu koordinieren und allein das reicht schon aus, Weltmeister zu sein. Hinzu kommt dieses überaus hohe Maß an Intuition und die Bereitschaft etwas auszuprobieren und auch auszukämpfen. Er ist gradlinig, offen, ehrlich, kreativ und direkt und so einem kann man nur eine gute Zukunft wünschen. Wie bereits an anderer Stelle gesagt, sollte er die nächsten zwei Jahre nutzen, seinen Erfolg in ein gutes Polster für die Zukunft zu verwenden. Auch hierzu viel Erfolg. Auch Caruana hat eine große Leistung gezeigt. Bei ihm fehlte es halt an der Koordination mit der Zeit und zuletzt wahrscheinlich auch an dem letzten Quäntchen Kreativität. Das hat sich m.E. auch daran gezeigt, dass er immer dann, wenn er "auf die Zeit" seines Gegners mitrechnen konnte mit großer Sicherheit ein remis rauszwängte. Magnus Carlsen hat nun zum dritten Mal seinen Titel als Schachweltmeister verteidigt und ich finde aktuell ist keiner zu sehen, der auch nur in der Lage scheint, ihm dies in den nächsten Jahren streitig zu machen.
StefanXX 29.11.2018
3. Aktives Spiel von Caruana im Vergleich zu Karjakin
Zitat von frederic_1618an den alten-neuen Weltmeister. Jedes Spiel, zunächst im regulären Match, gestern im Tiebreak war ein Genuss und könnte 1:1 in der Schachliteratur Niederschlag finden. Magnus Carlsen gelingt es wie keinem zweiten, Spiel und Zeit zu koordinieren und allein das reicht schon aus, Weltmeister zu sein. Hinzu kommt dieses überaus hohe Maß an Intuition und die Bereitschaft etwas auszuprobieren und auch auszukämpfen. Er ist gradlinig, offen, ehrlich, kreativ und direkt und so einem kann man nur eine gute Zukunft wünschen. Wie bereits an anderer Stelle gesagt, sollte er die nächsten zwei Jahre nutzen, seinen Erfolg in ein gutes Polster für die Zukunft zu verwenden. Auch hierzu viel Erfolg. Auch Caruana hat eine große Leistung gezeigt. Bei ihm fehlte es halt an der Koordination mit der Zeit und zuletzt wahrscheinlich auch an dem letzten Quäntchen Kreativität. Das hat sich m.E. auch daran gezeigt, dass er immer dann, wenn er "auf die Zeit" seines Gegners mitrechnen konnte mit großer Sicherheit ein remis rauszwängte. Magnus Carlsen hat nun zum dritten Mal seinen Titel als Schachweltmeister verteidigt und ich finde aktuell ist keiner zu sehen, der auch nur in der Lage scheint, ihm dies in den nächsten Jahren streitig zu machen.
Schön beschrieben. dem kann ich 100%ig zustimmen. Was ich an Caruana aber sehr geschätzt habe, war seine Bereitschaft in jeder Partie aktiv mitzuspielen. Nichts gegen Karjakin, der auch ein überragender Schachspieler ist, aber der war mir in der WM vor 2 Jahren etwas zu passiv. Ich denke, dass diese WM trotz der 12 Remis so spannend und hochklassig war, ist auch der aktiven Spielweise von Caruana zu verdanken.
Allgemeinbetrachter 29.11.2018
4. Stallorder
evtl. hat er eine Stallorder bekommen es spannender zu machen^^
spiegelschaf 01.12.2018
5. 2. Schnell-Schach-Spiel
In 2. Spiel des Tie-Breaks: Ich sehe zwar Caruanas Fehler (glaube ich) und Carlsen kann ihn danach vielfältig bedrohen. Ich sehe aber nicht, dass Caruana das nicht mit den nächsten paar Zügen umgehen könnte bzw. Abwenden könnte. Warum also aufgegeben? Besser mal mehr zu Ende spielen (wie Carlsen sonst)? Aber vermutlich rechne ich nur nicht so weit voraus wie die beiden. :D
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