+++ Schach-Kandidatenturnier live +++ Karjakin und Topalow spielen remis

Sergej Karjakin führt das Klassement weiter an, der Letzte Wesselin Topalow konnte ihm aber ein Remis abringen. Lesen Sie die Höhepunkte der Partien des fünften Tages im Blog nach.

Live-Analyse von Bernd Schroller


Das war es für heute an dieser Stelle. Am Abend sind bei Spiegel Online wie jeden Tag die gesamten Partien des Tages zum Nachspielen zugänglich. Und Daniel King führt uns in seiner Videoanalyse durch die Höhepunkte der fünften Runde. Wir sehen uns an dieser STelle morgen wieder. Der Anpfiff erfolgt wie jeden Tag um 13 Uhr. Bis dahin!
Die vier Partien werden uns dann morgen geboten.
Zum Abschluss des fünften Tages lohnt noch ein Blick auf das Diagramm der Partie zwischen Levon Aronian und Fabiano Caruana. In einer höchst taktischen Partie hatte sich der Amerikaner mit schwarz drei Mehrbauern gesichert. Doch Aronian durfte im Gegenzug auf den Königsangriff hoffen. In dieser Diagrammstellung entschied sich Caruana in höchster Zeitnot für die dreifache Stellungswiederholung und spielte 28. ... Da5. Er konnte nicht abschätzen, ob der Angriff des Weißen nach zum Beispiel Sf6+ durchschlägt. (Grafik: Chessbase)
Topalov sieht sich in der anschließenden Analyse in dieser Partie leicht im Vorteil. Für beide Seiten war die Stellung um den 20. Zug herum die kritische Phase des Nachmittags. Der Bulgare fand im Kampf um das schwarze Bauernzentrum auf c5 und d5 keine besseren Züge. Und so sah er sich gezwungen, in das präsentierte Endspiel abzuwickeln. Dort musste er ja selbst noch gegen den unangenehmen schwarzen Springer auf e3 kämpfen.
In der Tabelle ändert sich logischerweise nach der fünften Runde gar nichts. Sergey Karjakin verteidigt seine Führung. Auch morgen muss er gegen Fabiano Caruano wieder mit Schwarz antreten.
Die Schlussstellung der Partie zwischen Sergey Karjakin und Veselin Topalov. (Grafik: Chessbase)
Da waren sich beide Spieler sehr schnell einig, dass in dieser Stellung nichts mehr drin ist. Sergey Karjakin willigt sofort in das Remisangebot von Veselin Topalov ein. Alle vier Partien des Tages enden damit ohne einen Sieger.
41. Rc2 Remis
Stellung nach den 40. Zug von Karjakin. Die erste Zeitkontrolle ist geschafft. Beide Spieler bekommen für die nächsten 20 Züge zusätzliche 40 Minuten und 30 Bonussekunden pro Zug.
38. ... Tf5+ 39. Ke1 h5 40. Tg1 a5
Anish Giri vs. Peter Svidler: Auch die dritte Partie des Tages endet nach dreifacher Stellungswiederholung im 30. Zug in der Punkteteilung. Auch hier schwebte schon die Zeitnot über dem Brett.
37. . ... Te5 38. Sd3
Nun scheint die Spannung endgültig aus der Stellung zu sein. Vermutlich werden sich Topalov und Karjakin erst einmal über die Zeitkontrolle im 40. Zug retten und dann noch einmal etwas tiefer reinschauen. Dann werden wir sehen, ob einer der beiden Spieler noch etwas in der Stellung sieht. Bauernstruktur und Figurenkonstellation sprechen meines Erachtens gegen mögliche Gewinnchancen.
Topalov löst die - vielleicht für ihn kritische Stellung - im Zentrum auf und tauscht die beiden schwarzen Springer vom Brett. (Grafik: Chessbase)
31. .... Be4 32. Sac5 Sxc5 33. Sxc5 f5 34. g4 fxg4 35. Lxg4 Sxg4 36. Txg4+ Lg6 37. Kf2
Der Großmeister widerspricht mir. Vermutlich zu Recht. In der Praxis auf dem Brett muss nicht jede Figurenverschiebung mit einem Plan im Anhang über das Brett vollzogen werden. Daniel King: " Man braucht keinen Plan! Der Springer ist einfach stark wie ein Riese. Man stellt die Figur da hin und dann schaut man mal, was passiert." Als Weißer - egal welcher Spielstärke - ist so ein Springer auch ohne echte Drohung immer ein unangenehmer Stachel im Fleisch.
Interessant. Topalov gibt die starke Diagonale h1-a8 auf, er geht dem Läufertausch aus dem Weg. Nun kann der schwarze Läufer im Zentrum aktiv ins Spiel eingreifen. (Grafik: Chessbase)
31. Lh3
Der schwarze Springer gräbt sich tief in die weiße Stellung ein. Eine wirkliche Idee oder ein Plan ist dahinter nicht zu erkennen. Ein Blick auf verbleibende Zeit: Beide Spieler haben bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug etwas weniger als 25 Minuten. Zeitnot wird hier nicht ernsthaft einkehren. Dafür ist die Stellung dann doch zu leicht zu spielen.
29. Tf4 Se3 30. Td2 d4
Levon Aronian vs Fabiano Caruana: Auch diese Partie endet nach dreifacher Stellungswiederholung im Remis. Da lohnt später ganz sicher noch einmal der Blick auf die Schlussstellung. Der Amerikaner hatte mit schwarz drei Bauern mehr, musste sich aber einem gefährlichen Angriff von Levon Aronian erwehren. Beide Spieler waren schon nah an der Zeitnot dran und haben so das ganz große Risiko gescheut.
28. Sd3 Sg4
Ob wir in dieser Partie einen Gewinner erleben, da ist Großmeister Daniel King ist vorsichtig pessimistisch: "Es gibt so wenig Bauern auf beiden Seiten, ich sehe da eigentlich nur das Remis. Trotzdem: Es sind auch noch viele Figuren auf dem Brett, beide Spieler müssen etwas vorsichtig spielen."
27. ... Te7
Es bleibt nun eine Stellung übrig, in der alle schwarzen Bauern isoliert sind, sich also nicht mehr gegenseitig decken können. Aber auch die beiden weißen Bauern auf b3 und e2 gehören ganz sicher nicht zu den stärksten ihrer Zunft. Noch konzentrieren sich praktisch alle Figuren auf den schwarzen Bauern auf d5.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ramius1968 16.03.2016
1. die aktuelle Stellung
... bitte mal wieder anzeigen ... nicht jeder kann sich die Stellung nach 15 Zügen im Kopf merken ....
_christoporus_ 16.03.2016
2. Tippfehler bitte korigieren in Eintrag 15:04
dxd4 muß heißen dxc4
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.